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Hessen im 19. und 20. Jahrhundert
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- 23. Juli 1947: Errichtung einer „Sonderstelle Geld und Kredit“ des Wirtschaftsrates der Bizone in Bad Homburg
In Bad Homburg v. d. Höhe gründet der vier Wochen zuvor zusammengeschlossene deutsche Wirtschaftsrat des Vereinigten Wirtschaftsgebietes („Wirtschaftsrat der Bizone“) die „Sonderstelle Geld und Kredit“, die unter dem Vorsitz des späteren Bundesministers für Wirtschaft und Bundeskanzlers Ludwig Erhard (1897–1977) und parallel zu den Bemühungen alliierter Finanzexperten einen eigenen ... »Details - 20. September 1947: Martin Niemöller Präsident der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau
Auf einer gemeinsamen Landesversammlung der evangelischen Kirchen für den ehemaligen Volksstaat Hessen, Frankfurt und Nassau wird Martin Niemöller (1892–1984) zum Präsidenten der erneut vereinigten Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau gewählt. Nach achtjähriger Haft im Konzentrationslager hatte Niemöller – einer der prominentesten Vertreter der „Bekennenden Kirche“ im Dritten ... »Details - 20. - 21. September 1947: Gründung der Deutschen Wählergesellschaft in Frankfurt
Eine Versammlung bedeutender Persönlichkeiten aus Politik und Wissenschaft gründet in Frankfurt am Main die Deutsche Wählergesellschaft als eine überparteiliche Vereinigung, deren alleinige Zweckbestimmung es ist, gegen das Prinzip des Verhältniswahlrechts bei der Wahl der Volksvertreter in die Parlamente und für die Einführung des Personen- und Mehrheitswahlrechts0=Zu den Hintergründen ... »Details - Oktober 1947: Außerordentlicher Parteitag des SPD-Bezirks Hessen-Süd kritisiert Regierung Stock
Die Politik der Großen Koalition aus SPD und CDU unter Ministerpräsident Christian Stock (1884–1967; SPD) ruft in Teilen der sozialdemokratischen Basis Unzufriedenheit hervor, die sich unter anderem auf einem außerordentlichen Parteitag des SPD-Bezirks Hessen-Süd artikuliert. Dessen Vorsitzender Wilhelm Knothe (1888–1952) – zugleich SPD-Landesvorsitzender von Hessen – hatte zuvor im ... »Details - 16. Oktober 1947: Reduzierung der zur Demontage vorgesehenen hessischen Industriebetriebe
Eine Neufassung der alliierten Demontageliste reduziert die Zahl der im Rahmen der deutschen Reparationsleistungen zur Demontage ganz oder teilweise vorgesehenen Betriebe in Hessen von 112 auf 51. Unter den weiterhin aufgelisteten Betrieben finden sich aus Frankfurt am Main nicht zuletzt die I.G. Farben, die Adlerwerke und die VDM AG. Insgesamt handelt es sich um 26 Rüstungsbetriebe und 25 ... »Details - November 1947: Opel-Werk nimmt Produktion des „Olympia“ wieder auf
Im Rüsselsheimer Opel-Werk wird die Wiederaufnahme der Produktion des bis 1940 gefertigten Modells „Olympia“ gefeiert, das nun in technisch modifizierter Version mit der Vorderachskonstruktion der Vorkriegs-Ausführung des Modells „Kapitän“ (ohne die von der Konzernmutter General Motors übernommene und in den 1930er Jahren verwendete Synchronfederung) erhältlich ist. Der Wagen wird ... »Details - 12. Dezember 1947: Einrichtung des Hessischen Staatsgerichtshofs in Wiesbaden
In Wiesbaden wird der für Verfassungsklagen vorgesehene Hessische Staatsgerichtshof eingerichtet. Die Hessische Verfassung legt fest: ... »Details - 18. Dezember 1947: Beratungen des Wirtschaftsrates der Bizone in Frankfurt
Der Wirtschaftsrat der amerikanisch-britischen Bizone tritt in Frankfurt am Main zusammen und berät über die Folgen der am 15. Dezember abgebrochenen alliierten Außenministerkonferenz in London, die in zentralen Fragen der weiteren Entwicklung in Deutschland keine Einigung erreichen konnte. Der Wirtschaftsrat beschließt, weiterhin die wirtschaftliche und politische Einigung ganz Deutschlands ... »Details - 1948: Gründung des Internationalen Musikinstitut in Darmstadt
Ausgehend von den seit Sommer 1946 abgehaltenen Ferienkursen für internationale Neue Musik wird in Darmstadt das „Internationale Musikinstitut“ gegründet. Wie schon bei den Ferienkursen tritt auch hier der seit 1945 das Amt des Kulturreferenten und die Leitung des Kulturamtes der Stadt Darmstadt innehabende Theater- und Musikkritiker Dr. Wolfgang Steinecke (1910–1961) als Initiator in ... »Details - 1. März 1948: Einrichtung der Bank Deutscher Länder in Frankfurt
Im Vereinigten Wirtschaftsgebiet wird die Bank Deutscher Länder mit Sitz in Frankfurt am Main errichtet. Im Juni schließt sich auch die französische Besatzungszone der neuen Zentralbank an. Am 1. August 1957 erhält sie den Namen Deutsche Bundesbank.(OV) ... »Details - 2. März 1948: Verwaltungsdirektoren des „Zweiten Wirtschaftsrats“ der Bizone in Frankfurt gewählt
Der im Vorjahr gebildete bizonale Wirtschaftsrat tritt in eine zweite Phase ein, wird von 52 auf 104 Mitglieder vergrößert und wählt in Frankfurt am Main den „aus dem Direktorium hervorgegangene[n] und mit neuen Kompetenzen ausgestattete[n] Verwaltungsrat“.0=Conze, Suche nach Sicherheit, S. 164. Nachdem sich die SPD für die Oppositionsrolle entschieden hatte, weil ihr die bürgerliche ... »Details - 1. April 1948: Erneute Verschärfung des Interzonenverkehrs
Die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) verschärft durch weitere Bestimmungen den Interzonenverkehr. Besonders der Straßen- und Binnenschifffahrtsverkehr zwischen der Sowjetischen Besatzungszone und den westlichen Zonen ist dadurch betroffen, in Hessen vor allem die Gebiete an der Werra. Nach den Verordnungen vom 30. Juni und 29. Oktober 1946 sowie dem 23. April 1947 wird ... »Details - 10. April 1948: Gründung des Deutschen Fußball-Ausschusses in Frankfurt
Unter Beteiligung von Fachvertretern aus Nord- und Süddeutschland und Berlin, sowie Gästen aus der französischen Zone wird in Frankfurt am Main der Deutsche Fußball-Ausschuss ins Leben gerufen. Als eine der ersten Amtshandlungen beschließt er die Ausrichtung einer deutschen Fußballmeisterschaft. Die Gründung des Deutschen Fußball-Ausschusses setzt einen wichtigen Markstein in der ... »Details - 20. April 1948: Beginn der Vorbereitungen zur Durchführung der Währungsreform in Rothwesten
In Rothwesten, einem Ortsteil von Fuldatal im Landkreis Kassel, trifft in der Nacht auf den 21. April ein Bus mit einer Gruppe von elf deutschen Finanzsachverständigen ein, die gemeinsam mit den alliierten Besatzungsmächten der Westzonen alle notwendigen Vorbereitungen zur Durchführung der Währungsreform treffen soll. Die Arbeitsgruppe nimmt am Mittwoch den 21. April ihre Arbeit auf. Für 49 ... »Details - 25. April 1948: Kreistagswahlen sehen die SPD vorne
Bei der Wahl zu den Gemeindevertretungen und Kreistagen erzielt die SPD einen Stimmenanteil von 35,7 % und geht als stärkste Kraft aus der nach 1946 zum zweiten Mal durchgeführten kommunalen Wahlabstimmung hervor, Christdemokraten und Liberale verzeichnen Ergebnisse von 29,1 % (CDU) und 21,8 % (FDP). 13,4 % der abgegebenen Stimmen entfallen auf die übrigen Parteien, darunter auch die ... »Details - 25. April 1948: Überraschende Erfolge für die nationalkonservative NDP bei den Kommunalwahlen
Die einen autoritären Ständestaat befürwortende Nationaldemokratische Partei (NDP) erzielt bei der Wahl zu den Gemeindevertretungen und Kreistagen beträchtliche Erfolge. Obwohl die NDP nur in zehn von insgesamt 31 Wahlkreisen angetreten ist, erhält sie rund 71.000 Wählerstimmen, was landesweit einem Wahlergebnis von 3,4 Prozent entspricht. In Wiesbaden sprechen sich ein Viertel der an den ... »Details - 18. Mai 1948: Jahrhundertfeier der Paulskirchenversammlung in Frankfurt
In Frankfurt am Main wird die Jahrhundertfeier der Paulskirchenversammlung von 1848 begangen – als und im Zeichen des demokratischen Neubeginns in Nachkriegsdeutschland. Den Höhepunkt stellt ein Festakt in der wiedererrichteten, aber noch eingerüsteten Paulskirche statt. Festredner ist der aus dem Exil heimgekehrte Dichter Fritz von Unruh (1885–1970). Frankfurts Oberbürgermeister Walter ... »Details - 22.-24. Mai 1948: Interzonaler Frauenkongress in Frankfurt
In der Paulskirche in Frankfurt am Main findet ein Interzonaler Frauenkongress statt, der von der Frauenrechtlerin Fini Pfannes (1894–1967) zusammen mit dem Frankfurter Frauenverband organisiert wird und unter dem Motto steht: „Bekenntnis der deutschen Frauen zur Demokratie“. 650 Delegierte aus den drei Westzonen und Berlin nehmen seitens überparteilicher, konfessioneller oder ... »Details - 24. Mai 1948: Der Gestapo-Kommissar Ernst Richardt, der „Henker von Wiesbaden“, erhält sein Spruchkammer-Urteil
Der in Darmstadt internierte und als „Henker von Wiesbaden“ berüchtigte Gestapo-Beamte Ernst Richardt (geb. 1906) wird von der Spruchkammer in Wiesbaden als Hauptschuldiger (Gruppe 1) eingestuft und zu zehn Jahren Arbeitslager verurteilt. Seine bisherige Internierungszeit wird auf die zu verbüßende Strafe angerechnet; sein Vermögen wird eingezogen. Seine Verantwortlichkeit für Verbrechen ... »Details - 26. Mai 1948: Verabschiedung des Hessischen Betriebsrätegesetzes
Mit den Stimmen von SPD, CDU und KPD verabschiedet der Landtag in Wiesbaden in Umsetzung des Mitbestimmungsartikels der Hessischen Verfassung (Artikel 37) ein Hessisches Betriebsrätegesetz. Zuvor hatte der Länderrat der US-Besatzungszone seine grundsätzliche Zustimmung erteilt und das hessische Kabinett unter Federführung von Arbeitsminister Josef Arndgen ihren Entwurf im August 1947 in den ... »Details
