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Hessen im 19. und 20. Jahrhundert
- 1900
- 1910
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- 2000
- 15. Februar 1946: Militärregierung ordnet Entlassung des Kultusministers an
Ministerpräsident Karl Geiler (1878–1953) wird eine Anordnung der US-Militärregierung verlesen, die ihn anweist, den parteilosen Kultusminister Prof. Dr. Franz Böhm (1895–1977) zu entlassen. Hintergrund ist, dass die zuständige Erziehungsabteilung der US-Landesmilitärregierung den Juristen Böhm für ungeeignet erachtet, eine auf Demokratisierung ausgerichtete Schulpolitik einzuleiten. ... »Details - 19. Februar 1946: Hessischer Ministerrat beschließt Verlegung des Regierungssitzes nach Frankfurt
Nach einer Meldung der französischen Presseagentur AFP hat der groß-hessische Ministerrat die Verlegung des Sitzes der Landesregierung von Wiesbaden nach Frankfurt am Main beschlossen.(OV) ... »Details - 26. Februar 1946: Beratender Landesausschuss nimmt die Arbeit auf
Der von Ministerpräsident Karl Geiler (1878–1953) auf Grundlage von Artikel 9 Absatz 2 des Staatsgrundgesetzes für Groß-Hessen berufene Beratende Landesausschuss nimmt mit einem Festakt im Großen Haus des Deutschen Theaters in Wiesbaden seine Arbeit auf. Ihm gehören je zwölf berufene Mitglieder von CDU, KPD, LDP und SPD an, darunter fünf Frauen. Den Vorsitz im Ausschuss führen ... »Details - 1. März 1946: Politische Parteien erklären Einheit Deutschlands zur zentralen Forderung
Die in Großhessen zur Verfassungberatenden Versammlung zusammengetretenen Vertreter von CDU, SPD und KPD fordern in einer gemeinsamen Erklärung: ... »Details - 5. März 1946: Gesetz zur Befreiung von Nationalsozialismus und Militarismus
Mit dem sogenannten Befreiungsgesetz übergibt die amerikanische Militärregierung den Prozess der Entnazifizierung an deutsche Stellen. Fortan müssen in der US-Zone alle Deutschen über 18 Jahren – das sind insgesamt 13 Millionen – einen Meldebogen ausfüllen, der von einer aus deutschen Laien besetzten Spruchkammer überprüft wird. Die Spruchkammern nehmen eine Einstufung in fünf ... »Details - 5. März 1946: Winston Churchill prägt den Begriff „Eiserner Vorhang“
In einer öffentlichen Rede in Fulton (Missouri) in den USA prägt der britische Premierminister Winston Churchill (1874–1965) den Begriff „Eiserner Vorhang“ für die Grenze durch Europa und das geteilte Deutschland, indem er feststellt: ... »Details - 8. März 1946: Eröffnung des Oberlandesgerichts Frankfurt
Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main wird feierlich eröffnet. Die Festreden halten US-Oberst und Chef der Militärregierung für Groß-Hessen James R. Newman (1902–1964), Ministerpräsident Karl Geiler (1878–1953) und Justizminister Georg August Zinn (1901–1976; SPD). Newman hebt hervor:Ein Anzeichen dafür, daß es sich um ein neues Gerichtswesen und nicht um das Wiederaufleben des ... »Details - 12. März 1946: Eröffnung des Vorbereitenden Verfassungsausschusses
Ministerpräsident Karl Geiler (1878–1953) richtet einen Vorbereitenden Verfassungsausschuss ein, der Vorarbeiten für die Beratungen der Verfassungberatenden Landesversammlung leisten soll. Zu seinen Mitgliedern bestimmt Geiler die Minister Werner Hilpert (1897–1957; CDU), Hans Venedey (1902–1969) und Georg August Zinn (1901–1976; beide SPD), Staatskanzleichef Hugo Swart (1885–1952), ... »Details - 15. März 1946: Bücherverluste Frankfurter Bibliotheken und Institute erfasst
Nach einer Mitteilung in der Presse haben die Bibliotheken und Institute in Frankfurt am Main durch Krieg und Zerstörung Verluste von etwa 500.000 Büchern zu verzeichnen. (OV) ... »Details - 16. März 1946: Amerikanisches Außenministerium kündigt Schließung der Lager für Displaced Persons an
Die New York Herald Tribune meldet, dass das amerikanische Außenministerium dem in Atlantic City tagenden Rat der United Nations Relief and Rehabilitation Administration (UNRRA), das heißt der Nothilfe- und Wiederaufbauverwaltung der Vereinten Nationen mitgeteilt hat, dass die Lager für Displaced Persons in der amerikanischen Besatzungszone in Deutschland zwischen dem 1. August und 1. September ... »Details - 31. März 1946: Wahlgesetzentwurf für die Verfassungberatende Landesversammlung vorgelegt
Der Vorbereitende Verfassungsausschuss legt einen maßgeblich von Heinrich von Brentano (1904–1964; CDU) ausgearbeiteten Entwurf für ein Wahlgesetz für die Verfassungberatende Landesversammlung vor, die am 30. Juni 1946 gewählt werden soll. Hierbei handelt es sich um einen Kompromiss zwischen Verhältnis- und Mehrheitswahlrecht. 64 der 90 Sitze sollen in den Regierungsbezirken gewählt ... »Details - April 1946: Besuch des thüringischen Ministerpräsidenten Rudolf Paul in Hessen
Nach seinem Besuch in Weimar im Januar 1946 empfängt Groß-Hessens Ministerpräsident Karl Geiler seinen thüringischen Amtskollegen Rudolf Paul drei Monate später in Hessen. Dieser erscheint in Begleitung seiner eigenen bewaffneten Polizei, was bei hessischen Politikern mit einem gewissen Befremden aufgenommen wird. Nichtsdestotrotz wird in den bilateralen Gesprächen eine Intensivierung der ... »Details - 1. April 1946: Erste Ausgabe der „Frankfurter Hefte“
In Frankfurt erscheint die erste Ausgabe der „Frankfurter Hefte. Zeitschrift für Kultur und Politik“. Herausgegeben werden sie von Eugen Kogon (1903–1987) und Walter Dirks (1901–1991). Beide gehören zum sogenannten Frankfurter Kreis der CDU, der einen „christlichen Sozialismus“ verficht. In den Frankfurter Heften publiziert Kogon im Juli 1947 auch seinen bekannten Aufsatz „Das ... »Details - 2. April 1946: Stück von Thornton Wilder im Landestheater Darmstadt
Im Landestheater Darmstadt wird Thornton Wilders (1897–1975) Stück mit dem beziehungsreichen Titel „Wir sind noch einmal davongekommen“ in deutscher Erstaufführung gespielt. Regie führt Karl-Heinz Stroux (1908–1985). Die Hauptpersonen durchleben drei Katastrophen: Eiszeit, Sintflut und Bombenkrieg. Im dritten Akt kriechen nach dem Ende eines Bombenkrieges staubbedeckt und verstört ... »Details - 5. April 1946: Erich Kästner über das kriegszerstörte Darmstadt
Der Schriftsteller Erich Kästner (1899–1974) formuliert seinen Eindruck vom kriegszerstörten Darmstadt:|Darmstadt existiert im Grunde nicht mehr. Es wurde in einem zwanzig-Minuten-Angriff aus der Welt geschafft. Die Einwohnerzahl sank in dieser maßlosen Drittelstunde von 120 auf 80 tausend Menschen, und an Bewohnbarem blieb keine Hundehütte übrig.(OV) ... »Details - 28. April 1946: Kommunalwahlen in den größeren Stadtgemeinden in Hessen
In den Stadtgemeinden mit mehr als 20.000 Einwohnern findet die erste Gemeinderatswahl statt, an der 75,3 % der Wahlberechtigten teilnehmen. Dabei erreichen die Parteien und Wählergruppen folgendes Ergebnis:SPD 456.000 Stimmen (34,0 %), 539 SitzeCDU 383.000 Stimmen (28,6 %), 406 SitzeKPD 87.000 Stimmen (6,5 %), 11 SitzeLDP 64.000 Stimmen (4,8 %), 43 SitzeSonstige 351.000 Stimmen (26,1 %), 39 ... »Details - 6. Mai 1946: Anordnung des Arbeitseinsatzes zur Trümmerräumung in Darmstadt
In Darmstadt wird zum Wiederaufbau der Stadt aufgerufen, womit die Anordnung zum allgemeinen Arbeitseinsatz für die Trümmerräumung verbunden ist. ... »Details - 16. Mai 1946: Herabsetzung der Lebensmittelrationen in der amerikanischen Zone
Nach einer Meldung der Presseagentur Reuter gibt der Länderrat bekannt, dass die Lebensmittelrationen in der amerikanischen Besatzungszone, zu der die Hauptteile des früheren Volksstaats Hessen und der preußischen Provinz Hessen-Nassau gehören, ab dem 27. Mai für Normalverbraucher von 1.275 auf 1.180 Kalorien gesenkt werden. Die monatlichen Brotrationen werden von sechs Kilogramm auf vier ... »Details - 25. Mai 1946: Amerikanischer Militärgouverneur verkündet vorläufiges Ende aller Reparationsleistungen
Nach einer Meldung der United Press verfügt der amerikanische Militärgouverneur in Deutschland, General Lucius D. Clay (1898–1978), die sofortige Einstellung aller Reparationsleistungen in der amerikanischen Besatzungszone, bis eine endgültige Entscheidung darüber vorliegt, ob Deutschland als wirtschaftliche Einheit behandelt werden solle. In der amerikanischen Besatzungszone seien noch 150 ... »Details - 29. Mai 1946: Gesetz zur Ahndung nationalsozialistischer Straftaten
Die groß-hessische Regierung erlässt ein Gesetz zur Ahndung nationalsozialistischer Straftaten, das die Einleitung von Ermittlungsverfahren erleichtert. Das Gesetz legt fest, dass aus politischen, rassistischen oder religiösen Motiven begangene Verbrechen mit Ablauf der NS-Zeit nicht verjährt sind und dass Handeln auf Befehl eines Vorgesetzten oder einer übergeordneten Institution nicht von ... »Details
