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Hessen im 19. und 20. Jahrhundert
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- 18. März 1954: Hessen bekämpft Tollwut
Im Kampf gegen das Vordringen der Tollwut in Hessen kündigt das hessische Innenministerium an, dass in den Landkreisen Biedenkopf, Marburg, Gießen, Büdingen und Gelnhausen, sowie im Nordosten Hessens alle Fuchs- und Dachsbauten, die Jungtiere aufweisen, mit Gas ausgeräuchert werden. Diese Vorgehen habe im vorangegangen Jahr in Fulda Erfolg gezeigt.(MB) ... »Details - 19. März 1954: Hessen lehnt Grundgesetzergänzung zur Wehrhoheit im Bundesrat ab
Hessen lehnt als einziges Bundesland im Bundesrat die Ergänzung des Grundgesetzes zur Frage der Wehrhoheit ab.(OV) ... »Details - 19. März 1954: Das Land Hessen bezuschusst Kulturbetrieb
Der hessische Haushaltsplan für das Jahr 1954 sieht vor, dass 6,88 Millionen DM an Zuschüssen den hessischen Staats- und Landestheatern zur Verfügung gestellt werden. Das Wiesbadener erhält 1,27 Millionen DM, das Darmstädter 990.000 DM und das Kasseler rund eine Millionen DM. Darmstadt erhält zudem rund 100.000 DM für die Nachwuchsförderung. Die Einnahmen der Theater werden für Wiesbaden ... »Details - 22. März 1954: Halbmast-Beflaggung zur Jahrestag der Zerstörung Frankfurts
Auf Verfügung von Oberbürgermeister Walter Kolb (1902–1956; SPD) sollen am zehnten Jahrestag der Zerstörung der Frankfurter Altstadt im Zweiten Weltkrieg (22. März 1944) alle Flaggen auf halbmast gesetzt werden. Im Rahmen einer Gedächtnisstunde spricht der Kunsthistoriker Fried Lübbecke (1883–1965), Begründer des Frankfurter „Bundes tätiger Altstadtfreunde“ und ehrenhalber mit dem ... »Details - 24. März 1954: Landtag für neue Lehrerbesoldung
Im Hessischen Landtag wird das Gesetz, das die Grundlage einer besseren Lehrerbesoldung bildet, verabschiedet. Erste Vorschüsse werden bereits ausgezahlt. Zu einer Debatte über das Gesetz ist es nicht gekommen. Die FDP betont in ihrer Zustimmung die Besserstellung der Volksschullehrer, bedauert aber zugleich, dass dies nicht für Lehrer an Mittleren- und Höheren Schulen gelte.(MB) ... »Details - 27. März 1954: Einrichtung der Hessischen Tierseuchenkasse in Wiesbaden
Das Gesetz zur Einrichtung einer Tierseuchenkasse wird am 27. März 1954 mit Wirkung zum 1. April 1954 vom Hessischen Landtag verabschiedet.1=Vgl. Fassig, Vorwort, S. 6 f. Folgende Regelungen sind durch das Gesetz zur Ausführung des hessischen Viehseuchengesetzes auf Landesebene geregelt: Die Verfahren und Kostentragung der Viehseuchenbekämpfung; die Rechtsstellung der Hessischen ... »Details - 28. März 1954: Bezirksparteitag der südhessischen SPD in Bad Vilbel
In Bad Vilbel hält die SPD Hessen-Süd ihren Bezirksparteitag ab. Der Parteivorsitzende Erich Ollenhauer (1901–1963) bekräftigt auf diesem die Ablehnung der SPD bezüglich eines deutschen Wehrbeitrages, und äußert sein Bedauern über die Erweiterung des Grundgesetzes durch den Bundespräsidenten für diesen Beitrag. Ollenhauer kritisiert, dass die Sicherung Deutschlands unter rein ... »Details - 1. April 1954: Hessischer Rundfunk sendet aus neuem Funkhaus am Dornbusch
Der Hessische Rundfunk sendet zum ersten Mal aus dem neuen Funkhaus am Dornbusch.(OV) ... »Details - 3. April 1954: Hessische CDU kündigt Wahlblock mit der FDP zur Landtagswahl an
Auf ihrem Landesparteitag beschließt die hessische CDU, bei den gegen Jahresende stattfindenden Landtagswahlen einen Wahlblock mit der FDP zu bilden, wenn nicht ein neues Wahlgesetz geschaffen werde, das nach Auffassung der CDU – im Unterschied zum bisherigen Wahlrecht – allen Parteien die gleichen Chancen gebe. Wie der CDU-Landesvorsitzende Dr. Wilhelm Fay (1911–1980) erklärt, sind in ... »Details - 3. April 1954: Wirtschaftliche Folgen der Teilung und Förderungsmaßnahmen im Zonenrandgebiet
Sowohl die deutsche Wirtschaft als Ganzes wie die einzelnen Landkreise des sogenannte Zonenrandgebietes tragen durch die Teilung Deutschlands einen großen wirtschaftlichen Schaden davon. Gerade „regionale und örtliche Wirtschaftseinheiten“0=Mitten in Deutschland, S. 15 sind betroffen und stehen kurz vor der Aufgabe bzw. Zerstörung. Nahezu alle Wirtschaftsbereiche sind damit konfrontiert, im ... »Details - 4. April 1954: Wiesbadener Landesparteitag der CDU
In Wiesbaden hält die hessische CDU ihren Landesparteitag ab. Dort beschließt sie nach kurzer, intensiver Debatte ihr Wahlbündnis mit der FDP zu erneuern, sofern keine Änderung des Wahlgesetzes für diese Wahl greifen werde. Sollte es zu einer solchen Änderung komme, werde die Union allein in den Wahlkampf ziehen. Zudem stellt sich die Partei hinter die in Camberg getroffene politische ... »Details - 5. April 1954: Bundesmonopolverwaltung für Branntwein bezieht neues Verwaltungsgebäude in Offenbach
Die Bundesmonopolverwaltung für Branntwein (BfB) bezieht ihr Verwaltungsgebäude in Offenbach am Main. Das Gebäude wurde auf den Grundmauern der im Krieg zerstörten Friedrichschule neu errichtet. (OV) ... »Details - 7. April 1954: Hessen überträgt wasserschutzpolizeiliche Aufgaben an Niedersachsen
Der Hessische Landtag beschließt, wasserschutzpolizeiliche Aufgaben auf den hessischen Teilen der Flüsse Weser und Fulda an das Land Niedersachsen abzutreten. Die Einrichtung einer hessischen Dienststelle für diese beiden Flüsse lohne sich nach Ansicht des Landtages nicht.(MB) ... »Details - 11. April 1954: Hessischer Fachverband Güterfernverkehr fordert Rücktritt des Bundesverkehrsmininsters
Der hessische Ableger des Fachverbandes Güterfernverkehr fordert den Rücktritt des Bundesverkehrsministers Dr. Hans-Christoph Seebohm (1903–1967; Deutsche Partei). Grundlage dieser Forderung ist die Verabschiedung des Straßenentlastungs- und Verkehrsfinanzgesetzes durch das Bundeskabinett. Der Verband fordert Bundestag und Bundesrat auf, dieses „unsinnige Gesetz“ zu verhindern. Vielmehr ... »Details - 11. April 1954: Kundgebung der FDP in Kassel
In Kassel findet eine Kundgebung der hessischen FDP statt. Gastredner August-Martin Euler (1908–1966) bekräftigt, dass bei der anstehenden Landtagswahl die FDP wieder ein Bündnis mit der CDU anstreben werde. Allerdings kritisiert Euler den politischen Partner für dessen Inanspruchnahme des Christentums für politische Zwecke. Ein derartiges Vorgehen sei einer offenen demokratischen ... »Details - 12. April 1954: Hessen entschädigt die Firma Buderus
Mit der Zahlung von 18,4 Millionen DM an die Firma Buderus entschädigt das Land Hessen das Unternehmen für die im November 1946 erfolgte Sozialisierung für den stahlerzeugenden Unternehmensbereich. Mit der Zahlung der Summe wird der Schlussstrich unter einen seit sieben Jahren schwelenden Rechtsstreit gezogen.(MB) ... »Details - 14. April 1954: Fünfter Hessischer Lehrertag in Bad Nauheim
In Bad Nauheim findet der fünfte Hessische Lehrertag statt. Der hessische Kultusminister Arno Hennig (1897–1963; SPD) nimmt an diesem teil und eröffnet in einer Rede vor 500 Lehrern, dass Gelder für Schulen nicht beschnitten werden. Hingegen werde die Anzahl der Kinder pro Klasse verringert, da die Überlastung der Lehrer zu einem hohen Krankenstand in dieser Berufsgruppe geführt habe.(MB) ... »Details - 14. April 1954: Entschädigungskosten für Enteignungen auf 30 Millionen DM geschätzt
Das hessische Finanzministerium schätzt die Kosten, die das Land als Entschädigung für Firmenenteignungen zu zahlen hat, auf etwa 25 bis 30 Millionen DM. Von diesen werden rund 20 Millionen DM durch die Mehreinnahmen im Rechnungsjahr 1953 beglichen werden, der restliche Betrag wird über das Rechnungsjahr 1954/55 abgedeckt.(MB) ... »Details - 21. April 1954: SPD-Fraktion nimmt Wahlgesetzvorschlag an
Die Landtagsfraktion der SPD nimmt den Vorschlag des Fraktionsvorstandes für ein neues Wahlgesetz in Hessen einstimmig an. Kern des Vorschlages ist die Streichung der Überschussstimmen. Vielmehr sollen ebenso viele Kandidaten über die Direktkandidatenliste wie über die Landesliste ins Parlament einziehen. Insgesamt sollen 96 Mandate vergeben werden. Die Partei hofft, die Blockbildung der ... »Details - 22. April 1954: Britischer Oberkommissar besucht Wiesbaden
Der britische Oberkommissar Frederick Hoyer-Millar (1900–1989) besucht die hessische Landesregierung in Wiesbaden. Ministerpräsident Georg August Zinn (1901–1976; SPD) gibt einem Empfang, auf dem der Brite die Verbindung zwischen Großbritannien und Hessen betont: ... »Details - 23. April 1954: Stellungnahme der hessischen Opposition zum SPD-Wahlgesetzvorschlag
Im Hessische Landtag äußern sich die Fraktionsvorsitzenden der Oppositionsparteien zum Wahlgesetzvorschlag der SPD-Fraktion. Dr. Erich Großkopf (1903–1977) von der CDU kritisiert besonders die Erhöhung der Landtagsmandate von 80 auf 96. Zudem fordert er, dass künftig statt neun nur noch fünf Ausschüsse nötig sein werden. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Ernst Langrebe (1878–1955) sieht in ... »Details - 28. April 1954: Gesamtdeutscher Block fordert mehr Sicherheit bei Klassenfahrten
Die Fraktion des Gesamtdeutschen Blocks fordert den hessischen Kultusminister auf, in der ständigen Kultusministerkonferenz dafür Sorge zu tragen, dass Lehrkräfte, die an Klassenfahrten teilnehmen und dort Bergbesteigungen mit den Klassen unternehmen, über eine entsprechende Ausbildung verfügen. Hintergrund ist es ein Unglück deutscher Schüler am Dachsteinmassiv. Hierbei waren zehn ... »Details - 2. Mai 1954: Einweihung des Schuldorfs Bergstraße
Das Schuldorf Bergstraße wird eingeweiht. Es ist die erste Einrichtung bundesweit, die ein Kind vom Kindergarten bis zum Abitur begleitet. Der feierlichen Eröffnung wohnt Ministerpräsident Georg August Zinn (1901–1976; SPD) bei. Die Kosten für die 18 Schulgebäude, rund 3,85 Millionen DM, wurden vom Land Hessen, dem amerikanischen McCloy-Fond sowie der Gemeinde Heppenheim getragen. Errichtet ... »Details - 3. Mai 1954: Besuch Dr. Luthers in Hessen
Anfang Mai hält sich der ehemalige Reichskanzler Dr. Hans Luther (1879–1962), derzeit Vorsitzender des Sachverständigenausschusses für die Neugliederung des Bundesgebietes, in Hessen auf. In hessischen Regierungskreisen wird die Schaffung eines Rhein-Main-Fränkischen Landes gefordert, das neben der ehemalig hessischen Provinz Rheinhessen auch badisches Gebiet zwischen der südlichen ... »Details - 4. Mai 1954: Kabinettsbeschluss zur Gründung der „Hessischen Landeszentrale für Heimatdienst“
Das von Ministerpräsident Georg August Zinn (1901–1976; SPD) geführte Kabinett fasst im Landtag in Wiesbaden den Beschluss zur Gründung einer „Landeszentrale für Heimatdienst“, deren Auftrag die „politische – nicht parteigebundene – Bildungsarbeit im Land Hessen“ ist und die die „Entwicklung des freiheitlich-demokratischen Bewußtseins“ bei allen Bürgern, besonders aber bei ... »Details - 4. Mai 1954: Hessisches Kabinett billigt Entwurf zum Abschlussgesetz zu Artikel 41
Das hessische Kabinett billigt den Abschlussgesetzentwurf zu Artikel 41, dem Sozialisierungsartikel der Hessischen Verfassung. Folgende Regelung soll bei Sozialisierungsmaßnahmen gelten: Als Klein- und Mittelbetriebe, die von der Sozialisierung ausgenommen werden, gelten nach dem Abschlußgesetz Bergbaubetriebe mit weniger als 500 Beschäftigten, ferner Betriebe der Eisen- und Stahlerzeugung mit ... »Details - 4. Mai 1954: Innenminister Zinnkann unterstützt Forderung für höhere Grundrenten
Der hessische InnenministerHeinrich Zinnkann (1885–1973; SPD) unterstützt nach einem Treffen mit dem hessischen Landesverband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner die Forderung nach höheren Grundrenten. Hintergrund des Treffens ist die Rede des Ministers in Heuchelheim, in der er darlegte, dass Rentner mit sehr hohen Rentenbezügen – über 2.000 DM – auf ihre ... »Details - 5. Mai 1954: Hessischer Landtag berät über mehr Sicherheit bei Klassenfahrten
Aufgrund des Dringlichkeitsantrages des Gesamtdeutschen Blocks, berät der Hessische Landtag die Verbesserung der Sicherheit für Schüler bei Klassenfahrten.0=Hintergrund des Antrags ist das sogenannte Heilbronner Dachsteinunglück im April 1954, bei dem zehn Schüler und drei Lehrer ums Leben kamen. Siehe Wikipedia:Heilbronner Dachsteinunglück (eingesehen am 5.5.2022). Der ehemalige hessische ... »Details - 5. Mai 1954: Landtag berät Erwerb des Struwwelpeter-Manuskripts
Der Hessische Landtag berät nach einem Antrag der FDP-Fraktion den Erwerb des Struwwelpeter-Manuskripts durch das Land Hessen und die Stadt Frankfurt am Main. Die Partei bedauert, dass derartiges Kulturgut nicht mehr wie früher geschützt sei. Kultusminister Arno Hennig (1897–1963; SPD) weist daraufhin, dass seit Bekanntgabe des Interesse des Landtags an dem Manuskript der Preis von 35.000 DM ... »Details - 7. Mai 1954: Mehr Personal an Schulen und Hochschulen
Der Haushaltsausschuss des Hessischen Landtages beschließt, an der Gießener Justus-Liebig-Hochschule zwei neue Lehrstühle einzurichten. Dadurch soll das Studium generale und der landwirtschaftliche Forschungszweig – besonders der deutsche Osten – gestärkt werden. An Volksschulen sollen 10.868 und an Mittelschulen 626 Lehrkräfte arbeiten.(MB) ... »Details
