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Hessen im 19. und 20. Jahrhundert
- 1900
- 1910
- 1920
- 1930
- 1940
- 1950
- 1960
- 1970
- 1980
- 1990
- 2000
- 29. November 1803: Vermählung von Clemens Brentano
Der romantische Dichter Wenzel Maria Clemens Brentano (1778–1842) wird in der Marburger Pfarrkirche von Leonhard Creuzer mit Sophie Mereau (1770–1806), geb. Schubert [Schaubart], vermählt.(StH) ... »Details - 1804: Für die Stadterweiterung Darmstadts wird das Bessunger Tor abgerissen
Im Zuge der Planungen für die Stadterweiterung von Darmstadt wird 1804 das Bessunger Tor abgerissen. Landgraf Ludwig X. (1753–1830) hatte bereits 1791 durch seinen Baumeister Johann Helfrich von Müller (1746–1830) erste Pläne für eine Erweiterung der Stadt erarbeiten lassen, die aber aufgrund der militärischen Auseinandersetzungen mit Frankreich nicht umgesetzt werden konnten. 1809 wurden ... »Details - Januar 1804: Gründung des „Philanthropin“ in Frankfurt
Auf Anregung des Bankiers Mayer Amschel Rothschild (1743–1812) gründet dessen Prokurist Siegmund Geisenheimer (1775–1828) im Januar 1804 mit gleichgesinnten Freunden einen Verein zur Errichtung einer Freischule „Jüdisches Philanthropin“ in der Freien Reichsstadt Frankfurt am Main, die bereits im Herbst desselben Jahres den Betrieb aufnehmen konnte. Die erste öffentliche Prüfung von ... »Details - 27. März 1804: Solms-Laubach erhält das säkularisierte Kloster Arnsburg
Im Zuge der Säkularisierung wurde mit dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 das Zisterzienserkloster Arnsburg aufgehoben und dem Solmser Fürstenhaus als Entschädigung für verlorene linksrheinische Besitzungen zugesprochen. Im Teilungsvertrag vom 27. März 1804 des Hauses Solms gingen Hof und Kloster an Friedrich Ludwig Christian v. Solms-Laubach (1769–1822), der 1806 seine Souveränität an ... »Details - 7. Juli 1804: Friedrich Hölderlin wird Hofbibliothekar in Homburg
Auf Veranlassung seines Freundes Isaak von Sinclair (1775–1815), den er beim Studium in Jena kennengelernt hatte, wird der Dichter Friedrich Hölderlin (1770–1843) als landgräflicher Bibliothekar in Homburg vor der Höhe angestellt. Sinclair, der in Homburg als Regierungsrat für Landgraf Friedrich V. von Hessen-Homburg (1748–1820) tätig ist, bezahlt das Honorar für seine Tätigkeit aus ... »Details - 10. Juli 1804: Errichtung einer Schule in Bensheim
Die hessen-darmstädtische Provinz Starkenburg erhält eine vom Kirchen- und Schulrat verfügte „Normalschule“ in Bensheim, um katholische Volksschullehrer auszubilden.(StH) ... »Details - 29. Juli 1804: Bildhauer Christian Daniel Rauch aus Arolsen erhält Stipendium für Studienaufenthalt in Rom
Am 29. Juli 1804 genehmigt König Friedrich Wilhelm III. von Preußen dem jungen, aus Arolsen stammenden Bildhauer Christian Daniel Rauch (1777–1857) ein sechsjähriges Stipendium für einen Studienaufenthalt in Italien. In Begleitung des Grafen Karl von Sandreczky reist er im August desselben Jahres von Dresden nach Rom. Die Eindrücke dieser Reise hielt er in einem Tagebuch fest 0=Bad Arolsen, ... »Details - 22. September 1804: Gründung eines „Akademischen Lyceums mit Gymnasium“ in Fulda
Im Jahr 748 hatte Sturmius, der erste Abt des Benediktinerklosters Fulda, eine Klosterschule gegründet, eine der wichtigsten Bildungseinrichtungen in Hessen. Ab 1572 wurde diese Schule von den Jesuiten als Gymnasium weitergeführt.|Fürstabt Adolf von Dalberg (1678–1737) gründete 1734 die aus vier Fakultäten bestehende Universität Fulda („Adolphiana“). Nach den Plänen des Hofarchitekten ... »Details - 13. November 1804: Kloster Marienschloss wird zum „Zucht- und Besserungshaus“
Mit Erlass vom 13. November 1804 bestimmt Landgraf Ludwig X. von Hessen-Darmstadt (1753–1830), das von ihm bereits 1802 in Besitz genommene Zisterzienserinnenkloster Marienschloss zum „Zucht- und Besserungshaus“. ... »Details - 1. Juni 1805: Baubeginn für die künstliche Ruine Mosburg im Biebricher Schlosspark
Im Schlosspark Biebrich erbaut Baudirektor Florian Goetz (1763–1829) ab 1805 auf den Ruinen einer nassauischen Wasserburg eine mittelalterlich anmutende künstliche Burgruine. Der Auftraggeber, Herzog Friedrich August von Nassau-Usingen(1738–1816), ließ sie – ähnlich wie die 1801 fertiggestellte Löwenburg in Kassel-Wilhelmshöhe von Landgraf Wilhelm IX. (1743–1821) – als privaten ... »Details - 25. Juli 1805: Christian Zais nach Wiesbaden berufen
Am 25. Juli 1805 wird der in Stuttgart ausgebildete Architekt Christian Zais (1770–1820) als Bauinspektor in die aufstrebende nassauische Kurstadt Wiesbaden berufen.|Mit der wachsenden Bedeutung des Kurwesens und der Bestimmung von Wiesbaden zur Hauptstadt des Herzogtums Nassau 1816 wuchsen auch die Bauaufgaben. Eines der ersten größeren Projekte war die Planung eines „neuen Badehauses vor ... »Details - 1806: Lodge im Kurpark von Nenndorf errichtet
Die 1546 erstmals erwähnte Schwefelquelle in Nenndorf im Landkreis Schaumburg wurde auf Befehl des Landgrafen Friedrich II. von Hessen-Kassel (1720–1785) eingefasst. Sein Nachfolger Landgraf Wilhelm IX. (1743–1821) überzeugte sich 1786 persönlich von dem Wert der Schwefelquelle und ließ nach einem Gesamtplan des Hofarchitekten Simon Louis du Ry (1726–1799) den „Nenndorfer ... »Details - 7. Januar 1806: Französischer Einmarsch in Südhessen
Um Hessen-Darmstadt zum Anschluss an den von Napoleon geplanten Rheinbund zu zwingen, rückt ein von Marschall Pierre François Augereau (1757–1816) geführtes und 20.000 Mann starkes französisches Armeekorps, in Südhessen ein. Die Stadt Darmstadt bleibt bis in den Sommer 1806 besetzt.(StH/LV) ... »Details - 1. Juli 1806: Franz und Georg Brentano kaufen einen Hof in Oestrich-Winkel (Brentano-Haus)
Am 1. Juli 1806 unterzeichnet der Frankfurter Kaufmann Franz Brentano (1765–1844) zusammen mit seinem Halbbruder Bruder Georg Brentano (1775–1851) den Kaufvertrag für ein um 1850 errichtetes, unweit des Rheins gelegenes Anwesen in Winkel. Das ländliche Domizil besteht aus einem Wohnhaus mit Hof und Nebengebäude sowie einem langestreckten Garten, der sich bis hinunter zum Fluss zieht. ... »Details - 12. Juli 1806: Unterzeichnung der „Rheinbundakte“ in Paris
In Paris wird die „Rheinbundakte“ zur Gründung des Rheinbundes vom hessen-darmstädtischen Gesandten August Wilhelm Freiherr von Pappenheim (1759–1826) unterschrieben. Somit werden monatelange diplomatische Abhandlungen beendet, Klein- und Kleinstherrschaften aufgelöst und der Landgraf von Darmstadt und dessen badischer Vetter zum Großherzog ernannt, was an den „Gran duca“ von Toskana ... »Details - 13. August 1806: Annahme des Titels Großherzog von Hessen
Mit dem sogenannten Besitzergreifungspatent für die im Rheinbund-Vertrag vom 12. Juli 1806 neuerworbenen Gebiete, zu denen auch die Odenwald-Grafschaft Erbach und die Stadt Friedberg zählen, wird Landgraf Ludwig X. (1753–1830) als „Großherzog Ludewig I. von Hessen“ souveränder Herr seines beträchtlich vergrößerten Landes.(StH/LV) ... »Details - 30. August 1806: Gründung des Herzogtums Nassau
Die am 12. Juli 1806 unterzeichnete Rheinbundakte gewährt auch den beiden nassauischen Fürsten Friedrich August von Nassau-Usingen (1738–1816) und seinem Vetter Friedrich Wilhelm von Nassau-Weilburg (1768–1816) territoriale Gewinne. Um die Selbstständigkeit ihres Territoriums besser verteidigen zu können, beschlossen die beiden Fürsten im Anschluss, die Fürstentümer zu einem Herzogtum ... »Details - September 1806: Berufung von Conrad Westermayr an die Zeichenakademie in Hanau
Als Nachfolger seines ehemaligen Lehrers Jean Louis Gallien (1730–1809) tritt Conrad Westermayr (1765–1834) im September 1806 in Hanau die ihm von Landgraf Wilhelm IX. (1743–1821) schon länger zugesagte Stelle als Lehrer an der 1772 gegründeten Zeichenakademie an. Die von ihm eingeleiteten Reformen führten dazu, dass sich bereits 1808 die Anzahl der Akademieschüler von anfänglich 60 auf ... »Details - 10. September 1806: Der Fürstprimas des Rheinbundes Karl von Dalberg übernimmt die Herrschaft in Frankfurt
Nachdem die „Rheinbundakte“ am 12. Juli 1806 in Paris unterschrieben worden war, übernimmt Fürstprimas Carl Theodor von Dalberg (1744–1817) am 10. September 1806 mit einer feierlichen Zeremonie im Kaisersaal des Römers die Herrschaft in Frankfurt am Main. Er residiert im 1732 bis 1741 erbauten Palais Thurn und Taxis. ... »Details - 1. Oktober 1806: Neuordnung des Großherzogtums Hessen
Nach der Unterzeichnung der „Rheinbundakte“ im Juli 1806 beginnt Großherzog Ludewig I. von Hessen (1753–1830) mit der Umgestaltung und Modernisierung der bisherigen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt. ... »Details - 27. Oktober 1806: Ende des Fürstentums Fulda
Mit dem Einmarsch der französischen Truppen 1806 in Fulda endet die erst seit 1802 bestehende Herrschaft von Wilhelm Friedrich von Nassau-Oranien (1772–1843). ... »Details - 31. Oktober 1806: Französische Truppen stehen vor Kassel
Kurfürst Wilhelm I. von Hessen (1743–1821) hatte in den Auseinandersetzungen zwischen Frankreich und Preußen zunächst versucht, Neutralität zu wahren. Noch im April 1806 führte der hessische Botschafter Carl Otto Johann von der Malsburg (1742–1821) in Paris Verhandlungen über eine Allianz mit Frankreich. Am 18. April und erneut am 18. Mai wurde Kurhessen ein Angebot vorgelegt, das neben ... »Details - November 1806: Kaiser Napoleon befiehlt die Schleifung der Befestigung in Hanau
Nur wenige Tage nachdem die französischen Truppen in Hanau einmarschiert waren, erließ Kaiser Napoleon (1769–1821) am 5. November 1806 den Befehl, die alte Befestigung in Hanau zu schleifen. Vor allem die Festungswälle wurden abgetragen, während die Stadttore zum Teil noch einige Jahre erhalten blieben. Die Arbeiten dauerten bis 1829, als Kurfürst Wilhelm II. (1777-1847) die ... »Details - 5. November 1806: Pläne zur Umgestaltung der Frankfurter Wallanlagen
Im Auftrag des seit 1806 in Frankfurt am Main residierenden Fürstprimas Carl Theodor von und zu Dalberg (1744–1816) verfasst Jakob Guiollett (1746–1815), der bereits die Entfestigung in Regensburg geleitet hatte, eine Denkschrift über die „Schleifung hiesiger Festungswerke“, die am 5. November 1806 erscheint. Darin propagiert er die Demolition des Frankfurter Festungsgürtels, um an ... »Details - 27. Dezember 1806: Widerstand gegen die napoleonische Herrschaft in Marburg
Noch vor der Errichtung des Königreichs Westphalen am 18. August 1807 erheben sich in Marburg ehemals kurhessische Soldaten und Bauern aus der Region gegen die französische Besatzung und die angeordnete Rekrutierung von Soldaten. In der Nacht zum 27. Dezember 1806 versammelt sich ein kleiner Trupp in der Stadt und zieht zum Schloss, um die dort stationierten Soldaten zu überraschen. Der Angriff ... »Details - 1807: Pockenimpfung im Großherzogtum Hessen
Im Großherzogtum Hessen wird die Impfpflicht gegen die Pockenerkrankung eingeführt. Alle Kinder müssen sich impfen lassen. Eltern, die für ihre Kinder die Impfung verweigern, müssen für vier Wochen ins Gefängnis.(RKr) ... »Details - 1807: Beginn der Anlage eines Landschaftsparks auf den Wallanlagen in Rinteln
Im Jahr 1807 beginnt der ehemalige kurhessische Hofgärtner Georg Wilhelm Homburg (um 1765–nach 1817) mit dem Entwurf und der Neuanlage eines Gartens im englischen Stil auf den im November 1806 auf Weisung von Kaiser Napoleon I. (1769–1821) geschleiften Festungsanlagen der kurz zuvor eroberten Stadt Rinteln, die seit 1648 zur Landgrafschaft Hessen-Kassel gehört hatte und nun Teil des ... »Details - 1807-1870: Jüdische Kurgäste
Schon im 17. und 18. Jahrhundert lassen sich jüdische Gäste in den hessischen Kurbädern nachweisen. Auch im 19. Jahrhundert blieb der Kurbesuch eine beliebte Beschäftigung nicht nur für die wohlhabenden Frankfurter oder Mainzer Juden, sondern auch für überregionale Besucher. Die Zahl der Kurgäste stieg bis zum Ende des Jahrhunderts stetig an. ... »Details - 12. Februar 1807: Der Kunstschreiner David Roentgen verstirbt in Wiesbaden
Der in der Herrnhuter Brüdergemeine Herrnhaag in der Wetterau geborene Kunstschreiner David Roentgen (1743–1807) verstirbt im Alter von 63 Jahren in Wiesbaden.|Sein Vater Abraham Roentgen (1711–1793) hatte im Jahre 1740 in Herrnhaag eine Möbelwerkstatt gegründet, die nach Auflösung der Brüdergemeine 1750/1753 in die herrnhutische Neugründung in Neuwied verlagert wurde. Die dort ... »Details - 18. Februar 1807: Die Schriftstellerin Sophie von La Roche stirbt in Offenbach
Die angesehene Schriftstellerin Sophie von La Roche (1730–1807), die vor allem durch ihren Roman „Geschichte des Fräuleins von Sternheim“ (1771) berühmt geworden war, stirbt am 18. Februar 1807 in Offenbach am Main. Mit ihrem Werk gilt sie als Begründerin des deutschen Frauenromans und war zudem Herausgeberin der ersten deutschen Frauenzeitschrift „Pomona für Teutschlands Töchter“ ... »Details
