Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
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Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

  • 1900
  • 1910
  • 1920
  • 1930
  • 1940
  • 1950
  • 1960
  • 1970
  • 1980
  • 1990
  • 2000
  1. 29. September 1964: Hessen stärker als Geberland im Länderfinanzausgleich herangezogen
    Der nordrhein-westfälische Finanzminister Joseph Pütz (1903–1982; CDU) weist bei der Einbringung des Landeshaushalts darauf hin, dass sich in den kommenden Jahren im Länderfinanzausgleich deutliche Verschiebungen ergeben werden. Während bis 1961 Nordrhein-Westfalen mehr als die Hälfte der an andere Länder fließenden Mittel aufgebracht habe und Hamburg etwa ein weiteres Viertel der ... »Details
  2. 1. Oktober 1964: Anstieg der Bruttolöhne in Hessen
    Das Hessische Statistische Landesamt gibt bekannt, dass der durchschnittliche Bruttostundenlohn hessischer Industriearbeiter im Oktober 1964 mit 4,04 DM erstmals über der bisherigen Grenze von 4,00 DM liegt. Die Ungleichheit in der Bezahlung von Männern und Frauen in Arbeiterberufen bleibt indes erhalten: Während der Bruttostundenverdienst der Männer bei 4,28 DM liegt, erhielten die weiblichen ... »Details
  3. 5. Oktober 1964: Der Hessische Rundfunk eröffnet sein eigenes „Drittes“ Fernsehprogramm
    Im Beisein des hessischen Ministerpräsidenten Georg August Zinn (1901–1976; SPD) eröffnet der Intendant des Hessischen Rundfunks, Werner Hess (1914–2003), das Fernsehprogramm des Hessischen Rundfunks. Sitz des zunächst als „Hessisches Fernsehprogramm“ bezeichneten regionalen Fernsehprogramms ist Frankfurt am Main. Das Sendeprogramm beginnt mit der Ausstrahlung der Sendung ... »Details
  4. 17. Oktober 1964: Georg-Büchner-Preis an Ingeborg Bachmann
    Ingeborg Bachmann (1926–1973) erhält den Georg-Büchner-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung „für die in diesem Jahr erschienene erste Sammlung ihres Werkes, das in Gedicht, Erzählung und Essay dichterisch und philosophisch in großer Konzeption das Bild der Literatur des Jahrhunderts vorführt: Scharf von Erkenntnis und bitter von Sehnsucht.“0=Deutsche Akademie für ... »Details
  5. 25. Oktober 1964: Wahlmaschinen und Stimmengewinne der SPD bei Kommunalwahlen in Hessen
    Bei den hessischen Kommunalwahlen werden in Frankfurt am Main, Darmstadt und Hanau erstmals Wahlmaschinen eingesetzt. Trotz mehrerer Bemühungen und Anträge der Oppositionsparteien gibt es jedoch weiterhin keine Möglichkeit der Briefwahl. Die SPD, die gegen die Einführung der Briefwahl ist, begründet dies unter anderem mit der Würde der Wahl und dem Wahlgeheimnis. Die Union vermutet hinter ... »Details
  6. 5. November 1964: SPD und FDP in Hessen weisen Kritik des Vertriebenenpräsidenten an Hessischem Rundfunk zurück
    Die SPD und die FDP in Hessen reagieren auf einen offenen Brief, in dem der Präsident des Bundes der Vertriebenen, der SPD-Bundestagsabgeordnete Wenzel Jaksch (1896–1966) den Intendanten des Hessischen Rundfunks, Werner Hess (1914–2003), wegen einer Fernsehsendung über die deutschen Ostgebiet „erbittert“ angegriffen, ihm Amtsmissbrauch vorgeworfen und ihn zum Rücktritt aufgefordert hat. ... »Details
  7. 9. November 1964: Landesvorsitzender der hessischen GDP/BHE legt alle Ämter nieder
    Der hessische Landwirtschaftsminister Gustav Hacker (1900–1979) legt sein Mandat im Hessischen Landtag und den Landesvorsitz der Gesamtdeutschen Partei / Block der Heimatlosen und Entrechteten (GDP/BHE) nieder. Sein Nachfolger als Parteivorsitzender wird bis zum Landesparteitag im Frühjahr 1965 Walter Preißler (1915–2005) aus Wiesbaden. Der 64-jährige Hacker begründet seinen Schritt damit, ... »Details
  8. 11. November 1964: Explosion eines Sprengkörpers in Hanauer Schule
    Bei der Explosion eines Sprengkörpers auf dem Hof der Tümpelgartenschule in Hanau werden 55 Kinder zum Teil schwer verletzt. ... »Details
  9. 19. November 1964: Beisetzung des ehemaligen Bundesaußenministers von Brentano
    Der am 14. November verstorbene frühere Bundesaußenminister Heinrich von Brentano (1904–1964; CDU) wird in Darmstadt mit einem Staatsbegräbnis geehrt. Bei dem der Bestattung vorausgehenden Requiem in der St.-Ludwigs-Kirche sind neben den Angehörigen auch Bundespräsident Heinrich Lübke (1894–1972; CDU), Bundestagspräsident Eugen Gerstenmaier (1906–1986; CDU), der hessische ... »Details
  10. 26. November 1964: Einweihung des neuen Rechenzentrums der Honeywell GmbH in Frankfurt
    Die Honeywell GmbH, deutscher Ableger des schwerpunktmäßig im Bereich Regel- und Steuerungstechnik tätigen US-amerikanischen Konzerns Honeywell International Inc., weiht ihr erstes deutsches Rechenzentrum in Frankfurt am Main ein. Das Zentrum ist in einem neuen Hochhausbau des Unternehmens untergebracht und wird vorrangig zu Zwecken der technischen Demonstration, der Schulung von ... »Details
  11. Dezember 1964: Ausbau der innerdeutschen Grenze mittles Laternen
    DDR-Grenztruppen bauen entlang der Werrabrücke, vom Ortsteil Sachsenheim beginnend, sogenannte Peitschenlampen auf, damit auch in der Nacht die Grenztruppen einen Überblick über das Grenzgebiet in Philippsthal haben. Darüber hinaus errichten sie mehrere Scheinwerfer, Lautsprecher, Stolperdrähte, Signallampen, Feldtelefone und etwa eineinhalb Meter hohen Maschendraht entlang des ... »Details
  12. 2. Dezember 1964: Erneut anonyme Explosionsdrohung an einer Schule im Raum Hanau
    Drei Schüler der Theodor-Heuss-Schule in Steinheim am Main versetzen mit einem anonymen Anruf und der Behauptung, im Schulgebäude läge eine Bombe, Schulleitung und Ermittlungsbehörden in Aufregung. Die Steinheimer Stadtpolizei und die Kriminalinspektion Darmstadt überführen die Übeltäter jedoch bereits am darauf folgenden Donnerstag. Die Schule bleibt für diesen Tag jedoch vorsichtshalber ... »Details
  13. 5. Dezember 1964: Gründung der „Avifaunistischen Arbeitsgemeinschaft Hessen“ in Frankfurt
    Am 5. Dezember 1964 wird im Senckenberg-Museum in Frankfurt am Main die „Avifaunistische Arbeitsgemeinschaft Hessen“ gegründet. Der Leiter der Fechenheimer Vogelschutzwarte Werner Keil übernimmt das Amt des Vorsitzenden, Willy Bauer (1930–1991) wird der Schriftführer der neu gegründeten Arbeitsgemeinschaft. Vorrangige Ziele sind zunächst die Bestandsaufnahme hessischer Brutvögel, die ... »Details
  14. 14. Dezember 1964: Schwurgericht Frankfurt auf Ortstermin in Auschwitz
    Anlässlich eines Ortstermins im ersten Auschwitz-Prozess tagt das Schwurgericht Frankfurt am Main im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz in Südpolen. Angesichts des Kalten Krieges ist dies eine „spektakuläre Inaugenscheinnahme des KZ Auschwitz durch das Gericht“ (Fischer).(CP) ... »Details
  15. 16. Dezember 1964: Jahrhunderthalle der Farbwerke Hoechst mit Europas größter Gaststättenküche ausgestattet
    Fast zwei Jahre nach der feierlichen Einweihung der Jahrhunderthalle Hoechst, die zum 100-jährigen Jubiläum der Farbwerke Hoechst im Januar 1963 mit ca. 4.000 Gäste stattfand, hält die größte Gaststättenküche Europas Einzug in die Jahrhunderthalle. Die Kapazitäten liegen bei über 1.000 Plätzen und der Produktion von rund 3.000 Essensportionen an Werktagen.0=Vgl. Frankfurter Allgemeine ... »Details
  16. 20. Dezember 1964: Aufstellung der Flugbereitschaft der hessischen Polizei
    Der amtierende Innenminister des Landes Hessen, Heinrich Schneider (1905–1980; SPD), ordnet die Aufstellung der „Flugbereitschaft (FluB) der hessischen Polizei“ an. Sie ist dem Regierungspräsidium Darmstadt unterstellt und bildet bundesweit die zweite Landes-Polizeifliegerstaffel, nachdem das Land Nordrhein-Westfalen bereits 1962 die Hubschrauberstaffel „Rheinland“ mit zwei Helikoptern ... »Details
  17. 21. Dezember 1964: Pastor Martin Niemöller in Darmstadt verabschiedet
    Martin Niemöller (1892–1984), seit 1947 Präsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, tritt nach 17-jähriger Amtszeit zurück. Seine feierliche Verabschiedung findet in der Otto-Bernd-Halle an der Technischen Hochschule in Darmstadt statt. Sein Ausscheiden aus der Kirchenleitung begründet Niemöller damit, dass er durch sein Doppelamt als einer der Präsidenten des ökumenischen ... »Details
  18. 21. Dezember 1964: Übergabe des ersten Hubschraubers an die hessische Landespolizei
    Der amtierende hessische Innenminister Heinrich Schneider (1905–1980; SPD) übergibt auf dem etwa 17 Kilometer südlich von Frankfurt am Main gelegenen Flugplatz Egelsbach zur Mittagszeit den ersten Hubschrauber der hessischen Landespolizei seiner Bestimmung. Am Vortag hatte Schneider die Aufstellung der „Flugbereitschaft (FluB) der hessischen Polizei“ angeordnet. ... »Details
  19. 24. Dezember 1964: Der Publizist Karl Korn ruft zur Erhaltung des Eltviller Rheinufers auf
    Der Publizist und Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Dr. Karl Korn (1908–1991), selbst im Rheingau aufgewachsen, veröffentlicht einen flammenden Appell zur Rettung des Rheinufers in Eltville. Er nimmt damit Stellung in der seit 15 Jahren anhaltenden öffentlichen Diskussion um eine Ortsumgehung von Eltville im Rheingau, in die unter anderem die Stadtverordnetenversammlung von ... »Details
  20. 1965-1967: Neue Künstlerkolonie in Darmstadt errichtet
    In Darmstadt wird in Anlehnung an die zur Jahrhundertwende erbaute Künstlerkolonie Mathildenhöhe die Künstlerkolonie Rosenhöhe im gleichnamigen Park errichtet. Der „Verein Neue Künstlerkolonie Rosenhöhe“ initiiert den Bau von insgesamt sieben zwischen 1965 und 1967 errichteten Atelierhäusern, die für Lebenszeit an verschiedene Künstler vermietet werden sollen.0=Vgl. Bredow/Cramer, ... »Details
  21. 5. Januar 1965: Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Gesundheitsministerin Elisabeth Schwarzhaupt
    Anlässlich ihres 65. Geburtstags erhält die aus Frankfurt am Main stammende CDU-Politikerin und amtierende Bundesministerin für das Gesundheitswesen Elisabeth Schwarzhaupt (1901–1986; CDU) als erste Frau in der Geschichte der Bundesrepublik das Großkreuz des Bundesverdienstkreuzes verliehen. Bundeskanzler Ludwig Erhard (1897–1977) nimmt die Verleihung vor. Die in Frankfurt geborene ... »Details
  22. 15. Januar 1965-31. Januar 1965: Postkartenaktion des Hessischen Rundfunks zur Leserumfrage gestartet
    Zur Ermittlung der Sehbeteiligung werden die Zuschauer des dritten Programms aufgefordert, eine Postkarte an den Hessischen Rundfunk zu senden, die nicht nur Auskunft über die Fernsehpräferenzen des Absenders geben, sondern zudem an einem Gewinnspiel teilnehmen kann. Aufgrund der schlechten Verwertbarkeit der aus der Postkartenaktion zu ermittelnden Informationen bleibt dies eine einmalig ... »Details
  23. 17. Januar 1965: Denkmal für J. F. Kennedy in Darmstadt aufgestellt
    Eine vom Bildhauer Knut Knudsen (1916–1998) zwei Jahre zuvor geschaffene Büste des erschossenen amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy (1917–1963) ist in Darmstadt aufgestellt worden, die der Magistrat der Stadt erworben hatte.0=Vgl. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2.10.1965, S. 79: Zwischen Taunus und Odenwald; Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.1.1965, S. 12: Kennedy-Büste enthüllt. ... »Details
  24. 4. März 1965: Gründung eines Camping- und Caravan-Verbandes in Marburg
    Aus Protest gegen die Finanzpolitik und die inneren Verhältnisse des Deutschen Camping-Clubs (DCC) treten über 100 Delegierte des Landesverbands Hessen aus dem Club aus und gründen in Marburg den Camping- und Caravan-Verband Deutschlands (CCVD). Den bisherige Landesvorsitzenden des DCC, Franz Konrad aus Marburg, wählen sie zu ihrem ersten Verbandspräsidenten. Als wichtigste Aufgabe des neuen ... »Details
  25. 12. März 1965: Großer Hessenplan für die Entwicklung des Landes bis 1975 nahezu fertiggestellt
    Nach einer Meldung der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ ist der von Ministerpräsident Georg August Zinn (1901–1976) am 30. Januar 1963 angekündigte Große Hessenplan nahezu fertiggestellt und wird Anfang Mai druckreif sein. Die Landesregierung hat den Plan mit Ausnahme letzter Abschlusskorrekturen bereits gebilligt. Der Große Hessenplan enthält eine Vorschau auf die Entwicklungspolitik ... »Details
  26. 13. März 1965: Bericht der „Hessenschau“ über geheime Ballonpropaganda der Bundeswehr über der DDR
    Ein Fernsehbeitrag der „Hessenschau“ des Hessischen Rundfunks in Frankfurt am Main berichtet über den geheimen Einsatz von Ballons, mit denen die Bundeswehr politisches Propagandamaterial über der DDR verbreitet. Die Sendung schildert, dass Kinder aus dem unmittelbar an der innerdeutschen Grenze liegenden nordhessischen Dorf Altenburschla Flugblätter aus beiden deutschen Staaten gefunden ... »Details
  27. 18. März 1965: Richtfest für die Frankfurter Müllverbrennungsanlage
    Die Müllverbrennungsanlage der Frankfurter Nordweststadt, an die sowohl Teile der Stadt Frankfurt sowie weitere Gemeinden des Main-Taunus-Kreises, daneben auch die Stadt Bad Homburg angeschlossen werden sollen, feiert im März 1965 Richtfest.0=Vgl. Franz, Chronik Hessens; Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.11.1965, S. 30: Müll nach Frankfurt; Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4.11.1965, S. 22: Bad ... »Details
  28. April 1965: In Seulberg wird das erste Altenzentrum Hessens errichtet
    Nach einjähriger Bauzeit wird in Seulberg das erste Altenzentrum im Hochtaunuskreis eingeweiht. Wie Bürgermeister Wilfried Frey versicherte, soll es ebenfalls als Treffpunkt für ältere Ortsbewohner dienen, die nicht in der Einrichtung leben. Das Altenzentrum umfasst neben neun bedarfsgerechten Wohnungen, eine Krankenpflegestation mit Schwesternwohnung, eine Tagesstätte mit Bücherei und ... »Details
  29. 4. April 1965: Rechenzentrum der Europäischen Organisation für Weltraumforschung kommt nach Darmstadt
    Das Rechenzentrum der Europäischen Organisation für Weltraumforschung (ESRO) wird in Darmstadt errichtet werden. Der hessische Finanzminister Albert Osswald (1919–1996; SPD) kündigt in Wiesbaden an, dass Hessen der ESRO dazu – vorbehaltlich der Zustimmung des Hessischen Landtages – die Genehmigung zum Bau des Datenzentrums erteilt hat. Bei der Entscheidung für das hessische Darmstadt ... »Details
  30. 27. April 1965: Gründung einer Interessengemeinschaft zur Bekämpfung des Fluglärms
    In Mörfelden im Kreis Groß-Gerau gründen Bürger aus den Gemeinden Kelsterbach, Walldorf, Mörfelden, Egelsbach und Groß-Gerau eine „Interessengemeinschaft zur Bekämpfung des Fluglärms e. V.“. Erster Vorsitzender der momentan 38 Mitglieder zählenden Gemeinschaft ist der evangelische Pfarrer Kurt Oeser (1928–2007) aus Mörfelden, auf dessen Anregung hin der Verein ins Leben gerufen ... »Details