Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
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Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

  • 1900
  • 1910
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  • 1980
  • 1990
  • 2000
  1. 10. November 1938: Zerstörung der Synagoge in Herborn
    In der Nacht vom 10. auf den 11. November 1938 wird die Synagoge in Herborn zerstört, die sich die jüdische Gemeinde der Stadt 1875 in einem einfachen Fachwerkhaus hinter dem Amtsgericht eingerichtet hatte. Aus zwei 1949 gemachten Zeugenaussagen ergibt sich etwa folgender Hergang: Der Zeuge Vollmer hört am 10. November (beide Zeugen geben irrtümlicherweise den 8. November an) gegen 17.00 Uhr, ... »Details
  2. 10. November 1938: Verwüstung der Synagoge in Bad Nauheim
    In Bad Nauheim wird die neue, 1929 eingeweihte Synagoge in der Karlstraße vermutlich durch SA-Trupps beschädigt. Nach den nach 1945 gemachten Angaben gelang es mehreren beherzten Männern das Feuer noch rechtzeitig einzudämmen. Es wird jedoch die gesamte Inneneinrichtung zerstört. Kostbare Gegenstände für den Gottesdienst, die auf dem Altar standen, und wertvolle Teppiche, die jüdische ... »Details
  3. 10. November 1938: Wiesbadener Regierungspräsident gibt „Handlungsfreiheit gegen Eigentum deutscher Juden“
    Der Regierungspräsident des Regierungsbezirks Wiesbaden (preußische Provinz Hessen-Nassau) Friedrich Pfeffer von Salomon (1892–1961) erklärt in Abänderung seiner anders lautenden Anordnung vom Vortag am frühen Morgen des 10. November, kurz nach 6:00 Uhr1=Zitiert nach Kropat, Kristallnacht in Hessen, S. 78.: „An alle!In Abänderung der gegebenen Weisung sind Brandschäden, Plünderungen ... »Details
  4. 11. November 1938: Verbot für jüdische Studenten die Universitäten zu betreten
    Reichserziehungsminister Bernhard Rust (1883–1945) gibt den Rektoren der deutschen Universitäten die Anweisung, jüdische Studentinnen und Studenten sofort zu beurlauben und ihnen den weiteren Zutritt zu den Hochschulen zu untersagen. Außerdem wird Juden verboten, „deutsche Schulen“ zu besuchen.(OV) ... »Details
  5. 11. November 1938: Bericht über die Zerstörung der Synagogen in Südhessen durch die SA
    Nachdem der Führer der SA-Brigade 50 in Darmstadt, Karl Lucke, bereits am Vormittag des 10. November telefonisch der SA-Gruppenführung in Mannheim den Vollzug des Befehls zur Zerstörung der Synagogen in Starkenburg gemeldet hatte, berichtet er ausführlicher über das Ergebnis der Aktion: ... »Details
  6. 11. November 1938: Propagandistische Darstellung der Pogrome in Frankfurt
    Die in Dillenburg erscheinende „Dill-Zeitung“ berichtet in einem propagandistischen Artikel unter der Überschrift „Erhebung gegen Alljuda“ von den antijüdischen Aktionen in Frankfurt. Schon bald nach dem Eintreffen der Nachricht vom Tod des deutschen Diplomaten Ernst vom Rath in Paris habe sich „in allen Teilen der Stadt eine starke Volksbewegung bemerkbar“ gemacht. Tief erschüttert ... »Details
  7. 23. November 1938: Beratungen der deutsch-polnischen Wirtschaftskommission in Frankfurt
    Eine deutsch-polnische Wirtschaftskommission schließt ihre Beratungen in Frankfurt am Main ab.(OV) ... »Details
  8. 23. November 1938: Uraufführung eines Schauspiels von Lope de Vega in Gießen
    Das Schauspiel „Das Weib des anderen“ von Lope de Vega (1562–1635) in einer Nachdichtung von Hans Schlegel wird im Stadttheater Gießen uraufgeführt.(OV) ... »Details
  9. 24. November 1938: Wetzlarer Bürgermeister dankt der SA für Hilfe bei der Lösung der „Judenfrage“
    In Wetzlar spricht Bürgermeister Eugen Kindermann dem Führer der SA-Standarte Hawranke und seiner SA-Standarte seinen besten Dank für ihr Wirken bei den zwei Wochen zuvor organisierten Novemberpogromen. ... »Details
  10. 1939: Infanterie-Ersatz-Bataillon in Marburg
    Von 1939 bis gegen Kriegsende ist ein Infanterie-Ersatz-Bataillon in Marburg stationiert.(OV) ... »Details
  11. 4. Januar 1939: Uraufführung eines Hesse-Schauspiels am Staatstheater Kassel
    Das Schauspiel „Steinhagen“ von Otto Ernst Hesse (1891–1946) erlebt am Preußischen Staatstheater in Kassel seine Uraufführung. ... »Details
  12. 9. Januar 1939: Lesung aus dem antisemitischen Buch „Hofjuden“ im Reichssender Frankfurt
    Peter Deeg (1908–2005), der Autor des antisemitischen Buchs „Hofjuden“, für das unter anderem das nationalsozialistische Hetzblatt „Der Stürmer“ Werbung macht, liest im Reichssender Frankfurt1=Der Reichssender Frankfurt entstand 1934 durch Umbenennung der früheren regionalen Rundfunk-Sendeanstalt Südwestdeutsche Rundfunkdienst AG (kurz: SÜWRAG). Sein Programm wurde nach der ... »Details
  13. 30. Januar 1939: Uraufführung des Lustspiels „Verliebtes Abenteuer“ von Hans Adler in Wiesbaden
    Am Hessischen Staatstheater in Wiesbaden wird das Lustspiel „Verliebtes Abenteuer“ des österreichischen Schriftstellers und Librettisten Hans Adler (1880–1957) uraufgeführt. Das „Lustspiel in sieben Bildern“ entstand nach einer Idee von Michel Claude. Adler wurde im März 1938 kurzzeitig von der Gestapo inhaftiert, da sich sein Name in einem Verzeichnis „jüdischer ... »Details
  14. 8. Februar 1939: Uraufführung eines Stücks von Schäferdiek in Wiesbaden
    Das Stück „Wer ist mit im Spiel?!: Komödie einer Republik“ von Willi Schäferdiek (1903–1993) wird am Deutschen Theater (bis 1935: Preußisches Staatstheater) in Wiesbaden uraufgeführt. Geschildert wird darin die Machtübernahme Napoleons und der Verrat der Französischen Revolution durch die Interessen skrupelloser Geschäftemacher. Frühe Werke Schäferdieks wie zum Beispiel „Mörder ... »Details
  15. 28. Februar 1939: Uraufführung eines Stück von Müller-Scheld in Frankfurt
    Am Frankfurter Schauspielhaus wird die „November-Ballade 1632“ von Wilhelm Müller-Scheld (1895–1970) uraufgeführt. ... »Details
  16. 7. März 1939: Stadt Frankenberg erwirbt Judenschule, Synagoge und Judenfriedhof
    Die „Frankenberger Zeitung“ meldet, dass die Stadt Frankenberg (Eder) die örtliche Judenschule in der Hainstraße 31, die Synagoge „Am Scharwinkel“ 4, und den jüdischen Friedhof erwirbt.1938 in der Pogromnacht verwüstet ... »Details
  17. 11. März 1939: Kunstausstellung „Ewige Front“ auf der Darmstädter Mathildenhöhe
    Zum sogenannten Heldengedenktag beginnt auf der Darmstädter Mathildenhöhe eine Kunstausstellung „Ewige Front“.(OV) ... »Details
  18. 20. März 1939: Uraufführung der Tragödie „Rebellion um Preußen“ von Friedrich Bethge in Frankfurt
    Am Frankfurter Schauspielhaus wird die Tragödie „Rebellion um Preußen“ des deutschen NS-Dramatikers Friedrich Bethge (1891–1963) uraufgeführt. Der Fünf-Akter, der mit antipolnischer Propaganda das Schicksal des Deutschen Ordens nach der Schlacht bei Tannenberg am 15. Juli 1410 thematisiert, wird bereits im Laufe des Restmonats März an weiteren deutschen Bühnen gezeigt, so zum Beispiel ... »Details
  19. Frühjahr 1939: Bericht über die Haltung der katholischen deutschen Bischöfe
    Der 1. Vierteljahreslagebericht 1939 des Sicherheitshauptamtes der SS behandelt im Abschnitt Politische Kirchen ausführlich die aktuelle Haltung von Kirchenvertretern zum Nationalsozialismus. Der Bericht stellt einleitend fest, das erste Vierteljahr 1939 zeige auf kirchlichem Gebiet weitgehend den Einfluß der außenpolitischen Erfolge des Führers. Für den weltweiten Katholizismus habe der Tod ... »Details
  20. 25. März 1939: Anordnung zur Gründung eines Musikgymnasiums in Frankfurt
    Der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung Bernhard Rust (1883–1945) ordnet an, in Frankfurt am Main das erste deutsche Musische Gymnasium zu gründen. Hintergrund der Initiative ist die Absicht des NS-Regimes, auf diese Weise gezielt politische Einfluss auf die musische Bildung auszuüben. ... »Details