Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
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Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

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  1. 30. Oktober 1872: Ersatzwahl zum Preußischen Abgeordnetenhaus im Wahlkreis Marburg
    Im Wahlkreis Kassel 10: Marburg findet – zum zweiten Mal binnen eines anderthalben Jahres – eine Ersatzwahl zum Preußischen Abgeordnetenhaus statt. ... »Details
  2. 8. November 1872: Landtagswahlrecht des Großherzogtums Hessen wird neu geordnet
    Die Neuordnung des Landtagwahlrechtes im Großherzogtum Hessen beseitigt die Vertretung des grundbesitzenden Adels in der zweiten Kammer der Landstände.(StH) ... »Details
  3. 31. Dezember 1872: Schließung der öffentlichen Spielbanken
    Aufgrund eines bereits im Februar 1868 vom Preußischen Abgeordnetenhaus verabschiedeten Gesetzes müssen die Spielbanken im gesamten Deutschen Reich zum Ende des Jahres 1872 den Betrieb einstellen. ... »Details
  4. 1873-1878: Die Entwicklung der Sozialdemokratie im Regierungsbezirk Kassel
    Die vierteljährlichen Berichte, die der Kasseler Regierungspräsident ab 1867 an die Regierung in Berlin schicken musste, gaben Auskunft über wichtige Ereignisse im Regierungsbezirk Kassel. Ab 1873 gab es unter der Rubrik „Öffentliche Stimmung“ in zunehmendem Maße Berichte über die Sozialdemokraten und ihre „Agitationen“. ... »Details
  5. 5. Januar 1873: Großbrand zerstört Schloss in Usingen
    Am 5. Januar 1873 brennt das ehemalige Residenzschloss in Usingen bis auf die Grundmauern nieder. Im Auftrag von Fürstin Charlotta Amalia (1680–1738), der Witwe des Fürsten Wilhelm Heinrich I. von Nassau-Usingen (1684–1718) war das alte gräfliche Schloss von Friedrich Joachim Stengel (1694–1787) zwischen 1733 und 1738 zu einer barocken Dreiflügelanlage umgebaut worden. Vom Brand ... »Details
  6. 13. Februar 1873: Ersatzwahl zum Preußischen Abgeordnetenhaus im Wahlkreis Frankfurt am Main-Stadt
    Im Wahlkreis Wiesbaden 1: Frankfurt/Main-Stadt findet eine Ersatzwahl zum Preußischen Abgeordnetenhaus statt. ... »Details
  7. 26. März 1873: Landgraf Friedrich Wilhelm von Hessen-Rumpenheim erhält die Schösser in Hanau und Fulda zurück
    Am 26. März 1873 unterzeichnet Landgraf Friedrich Wilhelm von Hessen-Rumpenheim (1820–1884) den Staatsvertrag, der ihm im Gegenzug zur Anerkennung der preußischen Annexion und dem Verzicht auf die kurhessischen Thronrechte eine großzügige Rente und die Schlösser in Fulda (Stadtschloss, Adolphseck/Fasanerie in Eichenzell) und Hanau (Philippsruhe) zuspricht. Der Erbe des seit 1866 im Exil ... »Details
  8. 21. April 1873: Anstieg des Bierpreises führt zu Plünderungen in Frankfurt
    Da der Bierpreis um einen halben Kreuzer, also auf 4 ½ Kreuzer, erhöht wurde, kommt es in Frankfurt am Main am 21. April 1873 zu einem „Bierkrawall“, der in Plünderungen von Geschäfte und Brauereien mündet und zum Einschreiten durch das Militär führt. Dabei kommen mehrere Menschen ums Leben.(StH) ... »Details
  9. 28. Juli 1873: Gründung der „Hessischen Renitenz“ um Wilhelm Vilmar in Melsungen
    Am 6. Juli 1872 hatte Wilhelm Hopf (1842–1921) die Zeitung „Hessische Blätter“ in Melsungen gegründet, die die alt-hessische Opposition verkörperte und die in 1870 verbotene polemische „Hessische Volkszeitung“ von Adam Trabert (1822–1914) ersetzen sollte. Letztere richtete sich gegen die liberale „Hessische Morgenzeitung“ um Friedrich Oetker (1809–1881). ... »Details
  10. 30. August 1873: Carl Weyprecht entdeckt Inselgruppe während österreichischer Polarexpedition
    Am 30. August 1873 entdeckt der Darmstädter Linienschiffsleutnant Carl Weyprecht (1838–1881) während einer österreichischen Polarexpedition eine große bergige Inselgruppe nördlich von Nowaja Semlja, die er „Franz-Josef-Land“ nennt. Rekrutiert wurde Weyprecht durch den Geografen August Petermann (1822–1878) und dem Gebirgsjägerleutnant und Maler Julius Payer (1841–1915). Eine ... »Details
  11. 2. September 1873: Feier zum Sedantag in der Hanauer Bürgerschule II
    Nach Ende des Deutsch-Französischen Krieges entstehen in evangelischen und bürgerlichen Kreisen erste Bestrebungen zur Feier des deutschen Sieges und der Reichsgründung. Diese mündeten im sogenannten Sedantag oder Tag von Sedan, der im Deutschen Kaiserreich (1871–1918) jährlich am 2. September begangen wurde, aber kein reichsweiter, auch gesetzlich festgesetzter Feiertag war. ... »Details
  12. 6. September 1873: Baubeginn von Schloss Rauischholzhausen
    1873 erwarb der später geadelte Ferdinand Eduard Stumm (1843–1925) aus der Großindustriellenfamilie Stumm, damals Legationsrat bei der deutschen Botschaft in Petersburg, den Besitz der Herren Rau von Holzhausen im Ebsdorfer Grund bei Marburg, 1.900 hessische Acker Wiesen- und Waldgebiete. Nach Übernahme des Besitzes wurden die alte Wasserburg, der anliegende Wirtschaftshof und die ... »Details
  13. 5. Oktober 1873: Eröffnung des 6. Kommunallandtages des Regierungsbezirks Wiesbaden
    In Wiesbaden wird um 12 Uhr der 6. Kommunallandtag des Regierungsbezirks Wiesbaden durch eine Ansprache des stellvertretenden königlichen Landtagskommissars, Regierungspräsident Lothar von Wurmb (1824–1890) eröffnet. In seiner Ansprache führt derselbe aus:|Meine Herren! Nachdem Sr. Majestät der Kaiser und König die Zusammenberufung des Communal-Landtags für den diesseitigen ... »Details
  14. 28. Oktober 1873: Wahl zum Preußischen Abgeordnetenhaus
    Bei der Wahl zum Preußischen Abgeordnetenhaus werden die Nationalliberalen nach erheblichen Stimmengewinnen mit 175 Mandaten (1870: 126) wie schon 1870 stärkste Kraft – dieses Mal mit erheblichem Vorsprung vor der katholischen Zentrumspartei, die mit 86 Sitzen zweitstärkste Kraft wird. Die Konservativen, 1867 stärkste und 1870 zweitstärkste Kraft im Abgeordnetenhaus, müssen erhebliche ... »Details
  15. 24. November 1873: Festliche Eröffnung des Saalbaus in Darmstadt
    Nach 1870 entsteht auch in Darmstadt ein Bedarf an neuen Festbauten für die nach dem Deutsch-Französischen Krieg wieder aufblühende Festkultur.|Nach mehrjähriger Planung0=Die Grundsteinlegung wurde am 4. Mai 1872 feierlich begangen. Vgl. Franz/Wagner (Bearb.), Darmstädter Kalender. Daten zur Geschichte unserer Stadt, Darmstadt 1994, S. 136. kann am 24. November 1873 der von dem ... »Details
  16. 1874: Erste Diamantschleiferei in Hanau
    In der Goldschmiedestadt Hanau entsteht 1874 die erste Diamantschleiferei Deutschlands.(StH) ... »Details
  17. 1874: In der Aue in Kassel wird das „Hessen-Denkmal“ errichtet
    Nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 wird in Kassel 1874 ein Denkmal eingeweiht, dass der Opfer der französischen Besetzung 1806 bis 1813 gedenken sollte. Bereits 1863 war im Kasseler Forst auf dem alten Galgenberg eine schlichte Grabplatte für die 1809 hier erschossenen Aufständischen aufgestellt worden, die aber bald als zu abgelegen und nicht genügend repräsentativ angesehen ... »Details
  18. 1874: Baubeginn von Burg Schwarzenstein
    Von 1874 bis 1876 erbaut der Frankfurter Architekt Franz Schädel (1824–1910) im Auftrag des Bankiers und Weinhändlers Jacob Georg Hermann Mumm (1816–1887) die künstliche Burgruine „Burg Schwarzenstein“ in der Art einer Höhenburg über dem Rheintal bei Johannisberg als repräsentativen Stammsitz der im Weinhandel tätigen Familie, die 1873 als „Mumm von Schwarzenstein“ geadelt ... »Details
  19. 6. Januar 1874: Neue Synodalverfassung der evangelischen Kirche im Großherzogtum Hessen
    Bereits am 25. März 1848 forderte Großherzog Ludwig III. (1806–1877) eine Demokratisierung der Kirche durch eine neue Verfassung, sodass Nichtgeistliche politisch gleichgestellt werden würden. Zum Luther-Jubiläum gründeten sich dann Protestantenvereine, die am 21. Februar 1870 einen „Landesausschuss für die kirchlichen Angelegenheiten“ in Darmstadt formierten, über Demokratisierung ... »Details
  20. 10. Januar 1874: Wahlen zum Deutschen Reichstag
    Bei den zweiten Wahlen zum Deutschen Reichstag erringt die Nationalliberale Partei mit 154 (1871: 119) von insgesamt 397 Mandaten den Wahlsieg. Zweitstärkste Kraft wird die katholische Zentrumspartei, die stark hinzugewinnt und nun 91 Mandate bekleidet (1871: 60), gefolgt von der Deutsche Fortschrittspartei (49 Mandate). ... »Details
  21. 7. Mai 1874: Katholischer Pfarrer Konrad Helfrich aus Haft entlassen
    Stürmische Kundgebungen für den aus der Haft entlassenen katholischen Pfarrer Konrad Helfrich sind Höhepunkt der „Fuldaer Krawalle“ gegen den Kulturkampf.(StH) ... »Details
  22. 16. Juni 1874: Volksschulgesetz im Großherzogtum Hessen
    Mit dem 1. Januar 1875 tritt das neue Gesetz, „das Volksschulwesen im Großherzogtum betreffend“ in Kraft inklusive der Ausführungsbestimmungen vom 14. November und 2. Dezember 1874. Alle Schulen im Großherzogtum Hessen werden Kommunalschulen; die an die Pfarreien angebundenen Konfessionsschulen werden damit aufgehoben und in Simultanschulen umgewandelt (1904 sind neunzig Prozent ... »Details
  23. 16. Juni 1874: Verwaltungsreformen im Großherzogtum Hessen in Kraft
    Im Großherzogtum Hessen treten Gesetze zur Reform der Städte- und der Landgemeindeordnung in Kraft. Sie bewirken eine Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung.(StH) ... »Details
  24. 17. Juni 1874: Eröffnung des 5. Kommunallandtages des Regierungsbezirks Kassel
    Im Kasseler Ständehaus wird um 12 Uhr der 5. Kommunallandtag des Regierungsbezirkes Kassel durch den Königlichen Landtagskommissar, den Oberpräsidenten Ludwig von Bodelschwingh (1811–1879), eröffnet. Obervorsteher von Milchling wird zum Vorsitzenden des 5. Kommunallandtages ernannt, Oberamtsrichter Wolff von Gudenberg zu seinem Stellvertreter.|Der 5. Kommunallandtag des Regierungsbezirks ... »Details
  25. 24. Juni 1874: Konferenz preußischer Bischöfe in Fulda
    Die Bonifatiusstadt Fulda wird durch die Konferenz preußischer Bischöfe am 24. Juni 1874 zum Widerstandszentrum des Kulturkampfes und zur „Metropole der katholischen Bewegung“ ernannt.(StH) ... »Details
  26. 8. Juli 1874: Gründung des Diakoniewerkes Bethanien
    Die evangelisch-methodistische Kirche gründet in Bornheim das Bethanien-Krankenhaus. Es wird getragen durch das Diakoniewerk Bethanien e. V., das hier sein großes Mutterhaus aufbaut. Als Schwesternstationen werden im Wegweiser für die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, Ausgabe 1954 eine Vielzahl an Wirkungsstätten der Diakonissen (christliche Kräfte) aufgeführt.(RKr) ... »Details
  27. 22. Juli 1874: Ersatzwahl zum Preußischen Abgeordnetenhaus im Wahlkreis Unterlahnkreis
    Im Wahlkreis Wiesbaden 7: Unterlahnkreis findet eine Ersatzwahl zum Preußischen Abgeordnetenhaus statt. ... »Details
  28. Oktober 1874: Wilhelm II. wird Schüler des Kasseler Friedrichsgymnasiums
    Auf Empfehlung des Prinzenerziehers Dr. Georg Hinzpeter (1827–1907) besucht der spätere deutsche Kaiser Wilhelm II. (1859–1941) ab Oktober 1874 das Königliche Lyceum Fridericianum in Kassel. Der Besuch einer öffentlichen Schule durch einen Prinzen aus einem regierenden Haus war ein bis dahin nicht gekanntes Ereignis im Deutschen Reich. Neben dem Schulunterricht erhielt er noch zusätzliche ... »Details
  29. 1. November 1874: Streckeneröffnung der Kronberger Bahn
    Die Idee einer Bahnverbindung zwischen Frankfurt am Main und dem Luftkurort Kronberg im Taunus reicht bis ins Jahr 1853 zurück, als Edmund Heusinger von Waldegg (1817–1886) eine Zweigstrecke zur Homburger Bahn entwarf. 1869 fanden sich schließlich unter Führung des Frankfurter Kaufmanns Jaques Reiss (1807–1887) private Finanziers zusammen, die eine eigene Bahngesellschaft zum Bau der ... »Details
  30. 3. November 1874: Ersatzwahl zum Reichstag im Wahlkreis Wittgenstein – Siegen – Hinterlandkreis
    Im Reichstagswahlkreis Arnsberg 1: Wittgenstein – Siegen – Hinterlandkreis, an dem auch der ehemals Großherzoglich Hessische Landkreis Biedenkopf Anteil hat, findet eine Ersatzwahl statt. Im ersten Wahlgang erhalten dabei|Dr. phil. Louis Ernst (1839–1900; Nationalliberale Partei) 4.266 StimmenWilhelm Klein sen. (1811–1894; Deutsche Reichspartei) 3.400 StimmenEduard Heinrich Brasse ... »Details
  31. 12. November 1874: Durchsetzung der Schulpflicht in Preußen
    Um die allgemeine Schulpflicht nach einheitlichen Regeln durchzusetzen, wird in den Verfügungen der Abteilung für Kirchen- und Schulwesen der preußischen Regierung in Kassel festgelegt, dass die Lehrer eine Schulversäumnisliste führen müssen. Diese muss am Ende jedes Monats in Kopie durch jeden Lehrer an den Lokalschulinspektor und die jeweilige Polizeibehörde übergeben werden. Neben dem ... »Details
  32. 17. Dezember 1874: Schließung des Fuldaer Priesterseminars
    Das Fuldaer Priesterseminar wird per Gesetz geschlossen.(StH) ... »Details
  33. 24. Dezember 1874: Erste Ausgabe der „Neuen Offenbacher Zeitung“
    Die erste sozialdemokratische Parteizeitung im Großherzogtum Hessen erscheint erstmals am 24. Dezember 1874 in Offenbach am Main unter dem Titel „Neue Offenbacher Zeitung“. Nach der „Offenbacher Zeitung“ ist es die zweite Zeitung in der Stadt.(StH) ... »Details
  34. 1875: Bundesratsbeschluss zur Führung von Statistiken in Krankenhäusern – Ausbau der Krankenversorgung
    Seit der Reichsgründung wird die medizinische Versorgung der Bevölkerung als zentrale Aufgabe des Staates gesehen. Für die vielen neu entstandenen privaten und öffentlichen Krankenhäuser sollen vereinheitlichte Standards eingeführt werden. Als Grundlage beschließt der Bundesrat die Führung von Statistiken nach einem einheitlichen Muster. Man stellt sich somit die Aufgabe, die Bevölkerung ... »Details
  35. 1875: Neubauten in der Siedlung am Höchster Seeacker
    Die Farbwerke beginnen im Jahr 1875 mit der Errichtung von Arbeiterhäusern in Höchst am Main, genauer in der Siedlung am Seeacker.(StH) ... »Details
  36. um 1880: Arbeitsbedingungen in Nagelschmieden
    In der 1883 erschienenen Abhandlung „Fünf Dorfgemeinden auf dem Hohen Taunus“ befasste sich Gottlieb Schnapper-Arndt (1846-1904) ausführlich mit den Lebens- und Arbeitsbedingungen in den verarmten Dörfern Seelenberg, Ober- und Niederreifenberg, Schmitten und Arnoldshain im Taunus. Die Lektüre von Karl Marx‘ (1818-1883) Schriften hatte ihn angeregt, einen „Blick in die Wirklichkeit“ ... »Details
  37. um 1880: Ernährung in den Taunusdörfern
    Im Rahmen seiner Forschungen in Seelenberg, Ober- und Niederreifenberg, Schmitten und Arnoldshain beschrieb Gottlieb Schnapper-Arndt (1846-1904) die Ernährungsgewohnheiten in den Dörfern um 1880. Üblich waren fünf Mahlzeiten am Tag: erstes und zweites Frühstück, Mittagessen, Vesperimbiss und Abendbrot. Das Essen war nur wenig abwechslungsreich. Kartoffeln dominierten den Speiseplan und ... »Details
  38. um 1880: Die Filetstrickerei im Taunus
    Die Missernte des Jahres 1851 nahm der Frankfurter Jurist und Historiker Friedrich Scharff (1812–1881) zum Anlass, ein „Comité zur Unterstützung der Feldbergdörfer“ zu gründen, das zum Ziel hatte, die betroffenen Orte im Taunus mit dem Kauf von Saatkartoffeln und der Schaffung neuer Erwerbszweige zu unterstützen. Daneben strebte das Komitee an, für die Frauen und Kinder Beschäftigung ... »Details
  39. um 1880: Wohn- und Lebensverhältnisse in den Taunusdörfern
    Die Bevölkerung in den Taunusdörfern Arnoldshain, Schmitten, Nieder- und Oberreifenberg und Seelenberg, die sich ihren Lebensunterhalt durch die Herstellung von Nägeln, Filetstrickerei oder als Tagelöhner verdiente, lebte in ausgesprochen einfachen Verhältnissen. Die meisten Häuser besaßen nur eine beheizbare Stube, in der die ganze Familie leben, schlafen und oftmals arbeiten musste. ... »Details
  40. 1875-1890: Unfallverhütung am Arbeitsplatz
    Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es zunehmend Maßnahmen, die Erkrankungen und Unfälle am Arbeitsplatz verhindern sollten. 1884 wurde die Unfallversicherung eingeführt, um Arbeiter bei Arbeitsunfällen abzusichern. Die Betriebe erhielten zudem Vorgaben, die der Verhütung von Unfällen dienen sollten. Dazu gehörte zum Beispiel das Tragen von Schutzmasken oder die Anweisung, ... »Details
  41. 6. Januar 1875: Ehemaliger Kurfürst Friedrich Wilhelm I. verstirbt in Prag
    Am 6. Januar 1875 verstirbt Friedrich Wilhelm I. (1802–1875), Mitregent in Kassel seit 1831 und als Kurfürst regierend von 1847 bis 1866, im ehemaligen Palais Windischgrätz in Prag. Im Juli 1867 hatte er sich mit seiner Familie dorthin ins Exil begeben, nachdem er zunächst 1866 als Kriegsgefangener nach Stettin abgeführt worden und nach der Unterzeichnung des Stettiner Vertrags am 17. ... »Details
  42. 17. Januar 1875: Eröffnung des 7. Kommunallandtages des Regierungsbezirks Wiesbaden
    In Wiesbaden wird um 12 Uhr der 7. Kommunallandtag des Regierungsbezirks Wiesbaden durch eine Ansprache des stellvertretenden königlichen Landtagskommissars, Regierungspräsident Lothar von Wurmb (1824–1890) eröffnet.|Der 7. Kommunallandtag des Regierungsbezirks Wiesbaden wird in insgesamt sieben öffentlichen Sitzungen bis zum 30. Januar 1873 tagen. Beraten wird unter anderem über die ... »Details
  43. 25. Februar 1875: Schloss Philippsruhe wird an Landgraf Friedrich Wilhelm von Hessen übergeben
    Am 25. Februar 1875 wird Schloss Philippsruhe bei Hanau laut des 1873 geschlossenen Staatsvertrags zwischen Preußen und den ehemaligen hessischen Kurfürsten an den Landgraf Friedrich Wilhelm von Hessen-Rumpenheim (1820–1884) übergeben. Das barocke Schloss, das ab 1701 von Graf Philipp Reinhard von Hanau (1664–1712) errichtet worden war, war nach dem Aussterben des Grafengeschlechts 1736 an ... »Details
  44. 9. April 1875: Otto von Bismarck wird Ehrenbürger in Offenbach
    Am 9. April 1875 wird der Reichskanzler Fürst Otto von Bismarck (1815–1898) von der Stadt Offenbach am Main zum Ehrenbürger ernannt. Die Lindenstraße am südlichen Stadtrand wird ihm zu Ehren im Jahr darauf in Bismarckstraße umbenannt.(StH) ... »Details
  45. 31. Mai 1875: Kulturkampf des preußischen Staates gegen die katholischen Orden und Kongregationen (Klostergesetz)
    Das Klostergesetz ist Teil des „Kulturkampfes“ im Deutschen Reich, hat aber nur in den preußischen Gebieten Gültigkeit. Auf der Grundlage des Gesetzes werden alle Orden, bis auf die Krankenpflegeorden, auf preußischem Gebiet geschlossen, die Schwestern und Brüder ausgewiesen. Damit bleiben die Klöster der Vinzentinerinnen, der Dernbacher Schwestern und der Barmherzigen Brüder bestehen, ... »Details
  46. 24. Juni 1875: Weiterhin verminderter Wohlstand in den Städten
    Am 24. Juni 1875 berichtet der Wiesbadener Regierungspräsident Lothar von Wurmb (1824–1890) dem Kaiser, dass der Wohlstand der Bevölkerung, vor allem in den Städten, weiterhin vermindert sei. Noch immer gäbe es Stockungen im Handel und in der Industrie. Man könne keine Unternehmungen, keine Luxusausgaben und keinen Verkauf von Häusern verzeichnen. Die Arbeiterbevölkerung hingegen, leide ... »Details
  47. 29. Juni 1875: Festakt zur Einweihung des Wilhelmsturmes in Dillenburg
    1865 bildete sich in Dillenburg ein Komitee, das ein Denkmal zu Ehren des in dieser Stadt geborenen Prinzen Wilhelm I. von Oranien (1533–1584) errichten wollte. Als Standort für den „Wilhelmsturm“ im historisierenden Stil nach Plänen des Wiesbadener Baurates Friedrich Albert Cremer (1824–1891) wählte man die Fundamente des im Siebenjährigen Krieg zerstörten Schlosses auf dem 270 m ... »Details
  48. Juli 1875: Erste „Kaiserregatta“ in Ems
    Zu Ehren von Kaiser Wilhelm I. (1797–1888), der regelmäßig zur Kur in Ems weilte, wird die seit 1858 hier zur Unterhaltung der Gäste stattfindende Ruderregatta 1875 in „Kaiserregatta“ umbenannt. ... »Details
  49. 4. Juli 1875: Umbettung Georg Büchners bei Zürich
    Nach der Abtragung des Friedhofs am Krautgarten, in dem der in 1837 in Zürich verstorbene Georg Büchner (1813–1837) beerdigt worden war, wird der Dichter auf den Germania-Hügel verlegt und am 4. Juli 1875 von der Gesellschaft deutscher Studierender im Rahmen einer „patriotischen Gedenkfeier“ gewürdigt.(StH) ... »Details
  50. 13. Juli 1875: Gründung von Fortbildungsschulen im Großherzogtum Hessen
    Das großherzoglich hessische Ministerium des Innern ordnet am 13. Juli 1875 die Einrichtung von Fortbildungsschulen in allen Gemeinden an. Es greift in seiner Verfügung auf die in zahlreichen Orten (zum Beispiel in Heppenheim, Waldmichelbach und Weiher) schon bestehenden Einrichtungen zurück und verpflichtet alle Gemeinden zur Gründung. Die Auswahl der Unterrichtsinhalte ist den Gemeinden ... »Details