Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
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Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

  • 1900
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  • 1990
  • 2000
  1. 25. Mai 1946: Amerikanischer Militärgouverneur verkündet vorläufiges Ende aller Reparationsleistungen
    Nach einer Meldung der United Press verfügt der amerikanische Militärgouverneur in Deutschland, General Lucius D. Clay (1898–1978), die sofortige Einstellung aller Reparationsleistungen in der amerikanischen Besatzungszone, bis eine endgültige Entscheidung darüber vorliegt, ob Deutschland als wirtschaftliche Einheit behandelt werden solle. In der amerikanischen Besatzungszone seien noch 150 ... »Details
  2. 29. Mai 1946: Gesetz zur Ahndung nationalsozialistischer Straftaten
    Die groß-hessische Regierung erlässt ein Gesetz zur Ahndung nationalsozialistischer Straftaten, das die Einleitung von Ermittlungsverfahren erleichtert. Das Gesetz legt fest, dass aus politischen, rassistischen oder religiösen Motiven begangene Verbrechen mit Ablauf der NS-Zeit nicht verjährt sind und dass Handeln auf Befehl eines Vorgesetzten oder einer übergeordneten Institution nicht von ... »Details
  3. 30. Mai 1946: SPD legt verfassungspolitisches Konzept vor – die Hochwaldhäuser Beschlüsse
    Die Hochwaldhäuser Beschlüsse sind Ergebnis ausführlicher Beratungen eines von der SPD eingesetzten Verfassungsausschusses, dem unter anderem der Verfassungsexperte Adolf Arndt (1904–1974), Justizminister Georg August Zinn (1901–1976), Innenminister Hans Venedey (1902–1969) und die Regierungspräsidenten Fritz Hoch (1896–1984) und Ludwig Bergsträsser (1883–1960) angehören. Nachdem ... »Details
  4. 31. Mai 1946: Amerikanischer Befehlshaber beschreibt Folgen der Kürzung von Lebensmittelrationen
    General Joseph T. McNarney (1893–1972), der Befehlshaber der amerikanischen Besatzungstruppen in Deutschland, schildert in seinem Bericht über die Lage in der amerikanischen Zone die schwerwiegenden Folgen der Kürzung der Lebensmittelrationen vom 16. Mai 1946. Die Folge seien eine Zunahme der Verbrechen und Vergeltungsangriffe von Deutschen auf die amerikanischen Soldaten und ... »Details
  5. 2. Juni 1946: Erste Leitsätze für die Eingliederung der Flüchtlinge
    Von der „Arbeitsgemeinschaft Großhessischer Landkreise“ werden erste Leitsätze für die Eingliederung der Flüchtlinge festgelegt, die seit dem 4. Februar in Hessen eintreffen. „Ziel aller Hilfe für die Flüchtlinge muß sein, sie so schnell wie möglich wieder auf eigene Füße zu stellen und sie aus Fremden zu Einheimischen werden zu lassen“ (zitiert nach Chronik Hessens). Der ... »Details
  6. 7. Juni 1946: Erstes Entnazifizierungsverfahren in Darmstadt
    Vor der Spruchkammer Darmstadt-Stadt wird am 7. Juni 1946 das erste Entnazifizierungsverfahren durchgeführt. Grundlage ist das sogenannte Befreiungsgesetzes der amerikanischen Militärregierung vom 5. März 1946. Am Ende dieses ersten Verfahrens erhält ein ehemaliger Gestapo-Angehöriger eine Strafe von fünf Jahren Arbeitslager sowie Vermögensentzug. Wenige Tage später richtet die hessische ... »Details
  7. 7. Juni 1946: Beratender Landesausschuss schließt seine Beratungen ab
    Nach sechs Plenarsitzungen schließt der Beratende Landesausschuss in Wiesbaden seine Beratungen ab. Im Verlauf der Zeit hat er „erheblichen Einfluss auf die Regierungsarbeit“0=Berding, S. 42 genommen. So ist das Kabinett seinen Entschließungen zu wichtigen politischen Fragen stets gefolgt, zum Beispiel bezüglich der Eingliederung von Flüchtlingen und Vertriebenen. Ferner hat der ... »Details
  8. 12. Juni 1946: Erste Marburger Hochschulgespräche
    In Marburg werden erstmals die „Marburger Hochschulgespräche“ veranstaltet, die vier Tage dauern und auf denen eine Neubestimmung des Verhältnisses von Wissenschaft und Politik diskutiert wird. Ferner geht es um eine Neuordnung der Studien- und Lehrpläne. Auf der von Wissenschaftlern aus Deutschland und der Schweiz sowie von Beobachtern der US-Militärregierung besuchten Tagung treten unter ... »Details
  9. 13. Juni 1946: Militärgouverneure kündigen Schritt zur Bizone an
    Der stellvertretende US-Militärgouverneur, Generalleuntnant Lucius D. Clay (1897–1978), und der stellvertretende britische Militärgouverneur, Generalleutnant Sir Brian Robertson (1896–1974), kündigen bei einem Zusammentreffen deutscher Beamter aus der amerikanischen und britischen Zone eine enge Zusammenarbeit in der Verwaltung der beiden Zonen. Sie äußern den Wunsch, daß die ... »Details
  10. 15. Juni 1946: Einrichtung von mehr als 100 Spruchkammern zur Entnazifizierung
    Die hessische Landesregierung richtet in Umsetzung des sogenannten Befreiungsgesetzes der amerikanischen Militärregierung vom 5. März 1946 mehr als 100 Spruchkammern für die Durchführung von Entnazifizierungsverfahren ein. Die mit Laien besetzten Spruchkammern unterstehen dem Ministerium für politische Befreiung. ... »Details
  11. 18. Juni 1946: Vorbereitender Verfassungsausschuss legt Verfassungsentwurf vor
    Der im März 1946 eingerichtete Vorbereitende Verfassungsausschuss legt seinen Entwurf vor, der für die Beratungen der Verfassungberatenden Versammlung des Landes Groß-Hessen als Grundlage dienen soll. ... »Details
  12. 30. Juni 1946: Wahl zur Verfassungberatenden Landesversammlung
    In Hessen findet die Wahl zur Verfassungberatenden Landesversammlung statt. Dabei erhält die SPD 44,3 % der gültigen Stimmen, die CDU 37,3 %, die KPD 9,7 % und die LDP 8,1 %. Auf die Arbeiterpartei entfallen 0,6 %. In der Verfassungberatenden Landesversammlung (90 Sitze) stellt die SPD damit 42 Mitglieder, die CDU 35, die KPD sieben und die LDP sechs Mitglieder. Unter den Mitgliedern der ... »Details
  13. 30. Juni 1946: Sperrung der Zonengrenze
    Durch die von der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) geforderte Kontrollratsverordnung ist die Grenze zwischen der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und den drei westlichen Besatzungszonen gesperrt. Der Grund dafür ist die millionenfache Flucht ostdeutscher Bürger in den Westen. Jene Verordnung hat, unter anderem auch für Hessen, sowohl für den wirtschaftlichen als auch ... »Details
  14. Juli 1946: Landesgesetz zur Entschädigung von NS-Opfern
    Ein hessisches Landesgesetz regelt die Entschädigung von NS-Opfern. ... »Details
  15. Juli 1946: Rücktritt des groß-hessischen Innenministers Hans Venedey
    Groß-Hessens Innenminister Hans Venedey (1902–1969; SPD) tritt von seinem Amt zurück. Dieser Schritt steht im Zusammenhang mit seinem Vorschlag zur Ausweitung der Zusammenarbeit der SPD mit der KPD und mit Arbeitsminister Oskar Müller (1896–1970; KPD). Indem er sogar einer Fusion mit der KPD das Wort geredet hat, verstößt er klar gegen die offizielle Parteilinie der SPD in ... »Details
  16. Juli 1946: Königsteiner Entwurf der Verfassung einer konstitutionellen Demokratie in Hessen
    Das verfassungspolitische Programm des hessischen Ministerpräsidenten Karl Geiler, das dieser anlässlich der Eröffnung des Vorbereitenden Verfassungsausschusses am 12. März 1946 dargelegt hat, fließt maßgeblich in den sogenannten Königsteiner Entwurf einer konstitutionellen Demokratie ein. Unter konstitutioneller Demokratie verstehen die beiden Autoren des Entwurfes, die ... »Details
  17. Juli 1946: Verfassungsentwurf der SPD für die Beratungen der Verfassungberatenden Landesversammlung
    In Anknüpfung an die Hochwaldhäuser Beschlüsse legen die SPD-Verfassungsexperten Adolf Arndt und Georg August Zinn (1901–1976) den offiziellen Verfassungsentwurf der SPD für die Beratungen der Verfassungberatenden Landesversammlung vor. Das, was dem Arndt-Zinn-Entwurf sein besonderes programmatisches Profil gab, war sein Eintreten für umfassende unveräußerliche Grundrechte und die ... »Details
  18. Juli 1946: Jüdische Rundschau berichtet von Auswanderung jüdischer Überlebender nach Amerika
    Die in Marburg erscheinende Jüdische Rundschau berichtet von der Auswanderung von 200 jüdischen Überlebenden aus dem in Frankfurt eingerichteten „Sammellager für zugelassene Auswanderer“ nach Amerika. Die Emigration ist möglich geworden, nachdem die Vereinigten Staaten denjenigen, die Verwandte in den USA haben, die Einreise gestattet haben. Ein Bildberichterstatter der Jüdischen ... »Details
  19. 4. Juli 1946: Erste offizielle Besprechung des neuen Schulfunkprogramms im Hessischen Kultusministerium
    Im Hessischen Kultusministerium in Wiesbaden treffen der amtierende hessische Kultusminister Dr. Franz Schramm (1887–1966; CDU), der Regierungsdirektor im Kultusministerium Otto Appel, der Intendant des 1945 von der amerikanischen Besatzungsmacht neu gegründeten Radio Frankfurt Eberhard Beckmann (1905–1962) und der Jugendfunkleiter des Radios, Jochen Leschke (1919–1971) zu einer ersten ... »Details
  20. 15. Juli 1946: Konstituierung der Verfassungberatenden Landesversammlung Groß-Hessen
    Nach ihrer Wahl am 30. Juni 1946 konstituiert sich die Verfassungberatende Landesversammlung in der Aula des Realgymnasiums Oranienstraße in Wiesbaden als „das erste demokratische Nachkriegsparlament Hessens“.0=Mühlhausen, Demokratischer Neubeginn, S. 32. Als Alterspräsident eröffnet der CDU-Abgeordnete Siegfried Ruhl (1870–1962) aus Kirchhain (Kreis Marburg) die Versammlung. Zum ... »Details
  21. 1. August 1946: Walter Kolb Oberbürgermeister von Frankfurt
    Walter Kolb (1902–1956) wird Oberbürgermeister von Frankfurt am Main.(OV) ... »Details
  22. 13. August 1946: Erklärung der Ministerpräsidenten von Hessen und Thüringen zur wirtschaftlichen Einheit Deutschlands
    Anlässlich eines Treffens in Weimar handelt Groß-Hessens Ministerpräsident Karl Geiler (1878–1953) mit seinem thüringischen Amtskollegen Rudolf Paul (1893–1978) eine Erklärung mit Blick auf die wirtschaftliche Einheit Deutschlands aus, die am 13. August 1946 veröffentlicht wird. Darin heißt es in kritischer Beurteilung der Bildung einer auf die amerikanische und britische Besatzungszone ... »Details
  23. 14. August 1946: Kabinett Geiler beschließt Organisation einer Konferenz aller deutschen Ministerpräsidenten
    Die groß-hessische Landesregierung greift einen Vorschlag von Ministerpräsident Karl Geiler (1878–1953) vom Juni 1946 auf und beschließt, eine Konferenz aller deutscher Ministerpräsidenten in Frankfurt am Main zu veranstalten. Ziel der Konferenz soll es sein, die sich vertiefende Spaltung Deutschlands in Ost und West aufzuhalten. Für das schließlich nach Bremen anberaumte Treffen der ... »Details
  24. 21. August 1946: Überführung der Särge der Preußenkönige nach Marburg
    Die während des Krieges in einem Salzbergwerk in Thüringen gesicherten Särge der Preußenkönige Friedrich Wilhelm I. (1688–1740) und Friedrich II. (1712–1786), die sich ursprünglich in Potsdam befanden, sowie die Särge des ehemaligen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg (1847–1934) und seiner Frau Gertrud (1860–1921), die im Tannenberg-Denkmal in Ostpreußen bestattet waren und ... »Details
  25. 25. August 1946: Beginn der Carepaket-Aktion
    Als Hilfsaktion des amerikanischen Volkes für das kriegszerstörte Europa und für Deutschland beginnt die Carepaket-Aktion.(OV) ... »Details
  26. 25. August 1946: Erste Deutsche Leichtathletikmeisterschaften in Frankfurt
    Die ersten deutschen Leichtathletikmeisterschaften nach dem Zweiten Weltkrieg gehen in Frankfurt am Main zu Ende.(OV) ... »Details
  27. 25. August - 29. September 1946: Erste Ferienkurse für Neue Musik in Darmstadt
    Im Jagdschloss Kranichstein bei Darmstadt finden die ersten „Ferienkurse für internationale Neue Musik“ (der Name wird später in „Internationale Ferienkurse für Neue Musik“ geändert) statt. Nachdem die Nationalsozialisten moderne Musik als „entartet“ verfemt und verboten hatten und viele Komponisten und Musiker umbrachten, ins Exil trieben oder mundtot machten, entwickelt der seit ... »Details
  28. 28. August 1946: Der SS-Kriegsverbrecher und „Schlächter von Lyon“ Klaus Barbie wird in Marburg verhaftet
    Der gesuchte Kriegsverbrecher und ehemalige SS-Hauptsturmführer Nikolaus „Klaus“ Barbie (1913–1991) wird am 28. (oder 30.) August in Marburg von einem Angehörigen des amerikanischen Militärs auf offener Straße verhaftet. Ihm gelingt während der Fahrt zu seiner Vernehmung durch einen beherzten Sprung aus dem offenen Jeep die Flucht. Klaus Barbie, der nach Ende des Zweiten Weltkriegs ... »Details
  29. 28. August 1946: Hermann Hesse erhält den Goethepreis der Stadt Frankfurt
    Der Schriftsteller und Maler Hermann Hesse (1877–1962) erhält in Abwesenheit den Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main für sein Lebenswerk. Die auf 10.000 Reichsmark festgesetzte Preissumme stellt Hesse nach der Verleihung notleidenden Bekannten zur Verfügung. ... »Details
  30. 5. September 1946: Regelungen der Bizonen-Verwaltung durch die Besatzungsmächte
    Der amerikanische Generalleutnant Lucius D. Clay (1898–1978) gibt bekannt, dass er zusammen mit dem britischen Militärgouverneur Sir Brian Robertson (1896–1974) der Schaffung von fünf deutschen Zentralstellen in der Bizone zugestimmt habe. Dabei soll die Zentralstelle für Finanzen der Bizone in Frankfurt am Main eingerichtet werden. (Tatsächlich erhält Frankfurt aber nicht das zentrale ... »Details