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Hessen im 19. und 20. Jahrhundert
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- 1. Oktober 1915: Bereits 63 Lazarette im Großherzogtum Hessen mit 25.000 Verwundeten
Nach einem Bericht des Hessischen Landesvereins vom Roten Kreuz wurden in den 63 Lazaretten (mit 3.758 Betten) des Großherzogtums bereits über 25.000 Verwundete versorgt und betreut. Zusammen mit dem Alice-Frauenverein kümmert sich die Hilfsorganisation Großherzogtum Hessen um die Pflege der Verwundeten. In der freiwilligen Verwundetenpflege sind im Großherzogtum über 3.000 Menschen tätig. ... »Details - 1. Oktober 1915: Einweihung des Museumsneubaus in Wiesbaden
Mit der Eröffnung der Gemäldegalerie der Residenzstadt wird der Neubau des Museums in Wiesbaden seiner Bestimmung übergeben. Das an der Ecke Wilhelmstraße/Rheinstraße gelegene, dreiflügelige Gebäude entstand nach Plänen des deutschen Architekten Theodor Fischer (1862–1938). ... »Details - 7. - 9. Oktober 1915: Kriegstagung der Deutschen Zentrale für Jugendfürsorge in Frankfurt
Im Rathaus der Stadt Frankfurter am Main (Römer) tritt die „Deutsche Zentrale für Jugendfürsorge“ zu einer Kriegstagung zusammen. ... »Details - 14. Oktober 1915: Beschlüsse des Landtags in Darmstadt zur Volksernährung im Krieg
Die Zweite Kammer des Landtags des Großherzogtums Hessen (= Landstände des Großherzogtums Hessen) in Darmstadt stimmt in seiner Sitzung Anträgen zu, die Maßnahmen zur Volksernährung und andere wirtschaftliche Fragen betreffen, die sich aus der Kriegssituation ergeben. Sie stimmt außerdem dem Antrag des Abgeordneten Dr. Adam Joseph Schmitt (1855–1928) von der Zentrumspartei und dessen ... »Details - 18. Oktober 1915: Maßnahmen gegen Geschäfte mit dem Hunger in Frankfurt
Die Stadt Frankfurt am Main ergreift Maßnahmen gegen Geschäfte mit der Hungersituation. ... »Details - 19. Oktober 1915: Beschlüsse der Ersten Kammer des Landtags in Darmstadt
Die Erste Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen in Darmstadt nimmt in einer kurzen Sitzung entsprechend den Beschlüssen der Zweiten Kammer mehrere Gesetzentwürfe an. Sie betreffen die Verschiebung der Wahlen zum 37. Landtag, die Veräußerung von Grundstücken des Fiskus und die Übernahme von Wechselverpflichtungen für die Gemeinden und Gemeindeverbände durch den Staat. ... »Details - 28. Oktober 1915: Überwachungsstelle für Höchstpreisvorschriften in Frankfurt
Der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main richtet eine Prüfungsstelle zur Überwachung der Vorschriften über Höchstpreise ein, um Preisspekulationen und Teuerung zu unterbinden. Mit der Aufgabe sind fünf Unterausschüsse befasst, die von 37 Sachverständigen aus dem Groß- und Einzelhandel beraten werden. Den Vorsitz hat Stadtrat Willy Meckbach (1869–1943).(OV) ... »Details - 29. Oktober 1915: Bericht des Frankfurter Magistrats über die städtische Preisprüfungsstelle
Der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main erstattet dem Regierungspräsidenten in Wiesbaden, Wilhelm von Meister (1863–1935), einen Bericht über die Zusammensetzung der Preisprüfungsstelle und ihre bisherige Tätigkeit. Die Prüfungsstelle hat die Aufgabe, die Verordnung über Preisaushänge in den Einzelhandelsgeschäften zu erlassen, die in Frankfurt vorhandenen Vorräte an Ölen, Fetten, ... »Details - 31. Oktober 1915: Ehrendoktor für Reichskanzler von Bethmann Hollweg in Gießen
Die Theologische Fakultät der Ludwigs-Universität in Gießen ernennt den amtierenden Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg (1856–1921) am Reformationstag zum Ehrendoktor. Die Begründung der Fakultät nennt von Bethmann-Hollweg einen Staatsmann „der dem Kriege ehrlich zu wehren strebte, auf reines Gewissen in deutschem Handeln hält, in erzwungenem Kampf der sittlichen Kraft des Volkes ... »Details - 5. Dezember 1915: Versorgungsengpässe bei Butter in Frankfurt werden öffentlich beklagt
Die „Frankfurter Zeitung“ meldet: ... »Details - 18. Dezember 1915: Vermittlungsversuche Großherzog Ernst Ludwigs gegenüber dem Zaren
Die mit deutscher Unterstützung über Stockholm nach St. Petersburg gereiste russische Hofdame Maria Wassiltschikowa übergibt Außenminister Sergei Dmitrijewitsch Sasonow (1860–1927) zwei mit dem Auswärtigen Amt abgesprochene Briefe Großherzog Ernst Ludwigs (1868–1937) an seinen Schwager Zar Nikolaus II., die eine Friedensvermittlung anregen. Die Mission verursacht Gerüchte über eine ... »Details - 30. Dezember 1915: Ersatzwahl zum Preußischen Abgeordnetenhaus im Wahlkreis Frankfurt-Stadt
Im Wahlkreis Wiesbaden 11: Frankfurt am Main-Stadt findet eine Ersatzwahl zum Preußischen Abgeordnetenhaus statt. ... »Details - 1. Januar 1916: Aufforderung zur Anmeldung Militärpflichtiger
Zu Beginn des Jahres 1916 wird landesweit ein Aufruf an die militärpflichtigen Bürger Hessens veröffentlicht. In beinahe jeder hessischen Tageszeitung findet sich zu Jahresende 1915 und zu Jahresbeginn 1916 ein entsprechender Aufruf.0=Vgl. zum Beispiel Oberhessische Zeitung, 30.12.1915: Bekanntmachung; Oberhessischer Anzeiger, 6.1.1916: Anmeldung zur Rekrutierungsstammrolle; Fuldaer Kreisblatt, ... »Details - 6. Februar 1916: Verkauf von hölzernen Gebrauchsgegenständen aus den Darmstädter „Verwundeten-Werkstätten“
Anfang 1916 berichtete das „Darmstädter Tagblatt“ über den Verkauf von „Holz-Arbeiten (Leuchter, Abreißkalender, Brieföffner, Zierkorke, Spielsachen usw.)“0=Darmstädter Tagblatt, 6.2.1916, Nr. 36, S. 5: Rotes Kreuz. in der Papierhandlung K. Gieselberg in Darmstadt. Aufgrund des gediegenen und geschmackvollen0=Ebd. Designs der Produkte, sei der allgemeine Anklang0=Ebd. sehr gut ... »Details - 11. Februar 1916: Verurteilung eines Müllers wegen Streckung von Mehl mit Kalk
In Kassel wird ein Mühlenbesitzer aus Wolfhagen, der sein Mehl mit Kalk gestreckt hatte, wegen Nährmittelverfälschung zu einem Jahr Haft und 1.000 Mark Strafe verurteilt.(OV) ... »Details - 26. Februar 1916: Kanonendonner von der Westfront in Frankenberg und Marburg zu hören
In Frankenberg (Eder) ist von erhöhten Punkten aus Kanonendonner von der Westfront zu hören. Die nächste Kampflinie (bei Verdun) ist zu dieser Zeit etwa 330 Kilometer von Frankenberg entfernt. Auch in Marburg gibt es Meldungen über Kanonendonner von der Front.(Bericht des Amtlichen Kreisblatts für den Kreis Frankenberg vom 29.2.1916 und 2.3.1916)(OV) ... »Details - 28. Februar 1916: Eröffnung des 41. Kommunallandtages des Regierungsbezirks Kassel
Im Kasseler Ständehaus wird der 41. Kommunallandtag des preußischen Regierungsbezirkes Kassel durch die Ansprache des Königlichen Landtagskommissars, des Oberpräsidenten Wilhelm Hengstenberg (1853–1927), eröffnet. Dieser führt in seiner Ansprache unter anderem aus: ... »Details - 1. März 1916: Anbauratgeber für Obst und Gemüse
Im Frühjahr 1916 veröffentlicht die Hessische Landeszeitung einen Ratgeber für den Obst- und Gemüseanbau im eigenen Garten. Er umfasst eine tabellarische Übersicht vieler Gemüse- und Obstsorten und den jeweiligen Informationen zu Saat- bzw. Pflanzzeit, Standort, Düngung, Erntezeit etc. Außerdem wird zu jeder Gemüse- und Obstart eine Empfehlung der besten Sorten ausgesprochen. Der Ratgeber ... »Details - 5. März 1916: Abschuss des Schwarzwilds im Darmstädter Park zur Versorgung der Bevölkerung
Die Großherzogliche Hofjagdverwaltung lässt das Schwarzwild im Darmstädter Park abschießen, um Fleisch für die Bevölkerung zu beschaffen.(OV) ... »Details - 6. März 1916: Bildung des „Vereins blinder Akademiker Deutschlands“ durch Kriegsblinde
Der Leiter des Instituts für Augenheilkunde an der Philipps-Universität Marburg, Alfred Bielschowsky (1871–1940) und sein Mitarbeiter, der aufgrund eines Arbeitsunfalls erblindete Carl Strehl (1886–1971), gründen in der Universitätsstadt Marburg den „Verein blinder Akademiker Deutschlands“ (VbAD). Anstoß zur Gründung des nach Ende des Zweiten Weltkriegs unter dem Namen „Verein der ... »Details - 8. März 1916: Zustimmung der hessischen Handelskammern zu den Kriegssteuerentwürfen
Die Handelskammern in Hessen beraten in Frankfurt am Main in einer Besprechung die neuen Kriegssteuerentwürfe und geben dazu einstimmig ihre Zustimmung. Statt einer Steuer auf die Kriegskonjunkturgewinne eine allgemeine Vermögensabgabe ... »Details - 15. März 1916: Staatshaushalt und Kriegsanleihen im Großherzogtum Hessen
Der Hauptvoranschlag des Haushalts des Großherzogtums Hessen für das Jahr 1916 umfasst Einnahmen und Ausgaben von 90,947 Millionen Mark. Der Fehlbetrag von etwa 4,5 Millionen Mark soll aus dem Restfonds und aus Steuererhöhungen gedeckt werden. Ministerialpräsident (Finanzminister) Dr. Johann Becker (1869–1951) hebt bei den Beratungen hervor, dass das Großherzogtum bei den drei ... »Details - 17. März 1916: Debatte über ausländische Gesandte im Darmstädter Landtag
Der Abgeordnete Dr. Arthur Osann (1862–1924; Nationalliberale) vertritt in der Zweiten Kammer des Landtags des Großherzogtums Hessen die Auffassung, dass es das Recht der Einzellandtage sei, auch Fragen der auswärtigen Politik zu erörtern. Er stellt und begründet einen Antrag, Gesandte fremder Staaten nicht mehr am großherzoglichen Hof zu dulden. Darauf erwidert ihm Staatsminister Dr. Carl ... »Details - 26. März 1916: Friedrich Naumann propagiert in Frankfurt Wirtschaftsverband mit Österreich-Ungarn
Der liberale Politiker Friedrich Naumann (1860–1919) propagiert auf einer Veranstaltung im Frankfurter Schumann-Theater Gedanken zu einem stärkeren Wirtschaftsverband mit Österreich-Ungarn. Im Herbst des Vorjahres hatte Naumann die Schrift „Mitteleuropa“ veröffentlicht, die viel gelesen und beachtet wurde. Darin fordert er die (freiwillige) Schaffung größerer nationaler ... »Details - 31. März 1916: Liebesgaben und Beihilfen an deutsche Kriegsgefangene in Russland
Die „Rheinische Volkszeitung“ veröffentlicht im März 1916 eine Anleitung, um deutschen Soldaten in russischer Kriegsgefangenschaft Pakete zukommen zu lassen. Das als „Liebesgaben und Beihilfe“ bezeichnete Frachtgut konnte bisher aufgrund der fehlenden Schienenverbindung nicht nach Russland zugestellt werden, möglich war lediglich der Briefversand. Das „Hilfskomitee des schwedischen ... »Details - 3. April 1916: Detonation des sogenannten Meteoriten von Treysa
In der Nähe von Treysa (heute Schwalmstadt-Treysa) geht um 15:25 Uhr ein Meteorit nieder und stürzt in einen Wald. Aufgrund seiner Helligkeit und wegend des klaren Wetters beobachten mehrere tausend Menschen im Umkreis von etwa 270 Kilometer zwischen dem Teutoburger Wald und Darmstadt sowie zwischen dem Rhein und Erfurt das Ereignis. ... »Details - 15. April 1916: Beschäftigung von Kriegsgefangenen und Frauen bei Buderus 1915
Wie die Wiesbadener „Volksstimme“ im April 19160=Volksstimme. Beilage zu Nummer 90 der Volksstimme, 15.4.1916, S. 2: Aus den umliegenden Kreisen. Burgsolms. berichtet, arbeitet die Familienaktiengesellschaft „Buderus`sche Eisenwerke“ im Kriegsjahr 1915 in erster Linie für militärische Zwecke. In den Gießereien und Stahlwerken wurden unter anderem „Stahlgranaten, Gehäuse für ... »Details - 16. April 1916: Einweihung des Neubaus der Synagoge in Offenbach
Die Synagoge in der Goethestraße in Offenbach am Main, mit deren Bau noch vor dem Krieg begonnen worden war, wird feierlich eingeweiht. Die Festrede hält der Rabbiner Dr. Israel Goldschmidt (1849–1924). Das Gebäude, das von den Architekten Schwarz und Wagner geplant wurde, bietet Platz für 800 Personen. Der Synagoge ist ein Gemeindehaus angeschlossen. Die Offenbacher Zeitung schreibt am 17. ... »Details - 27. April 1916: Ersatzwahl zum Preußischen Abgeordnetenhaus im Wahlkreis Limburg
Im Wahlkreis Wiesbaden 5: Limburg findet eine Ersatzwahl zum Preußischen Abgeordnetenhaus statt. ... »Details - 1. Mai 1916: Einführung der Sommerzeit im Reich zur Einsparung von Kosten für die Beleuchtung
Zur kriegsbedingten Einsparung von Energiekosten und zur besseren Ausnutzung des Tageslichts führt die Reichsregierung mit dem Vorstellen der Uhren um eine Stunde erstmals die „Sommerzeit“ ein. Die Maßnahme geht zurück auf eine Entscheidung, mit der die deutsche Regierung, ebenso wie die österreichisch-ungarische Donaumonarchie, die Einführung der Sommerzeit für die Sommermonate ... »Details
