Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
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Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

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  1. 1820-1880: Gesellschaftliche Integration der jüdischen Bevölkerung durch Mitgliedschaft in Vereinen
    Neben der rechtlichen Gleichstellung strebte ein Großteil der jüdischen Bevölkerung auch die gesellschaftliche Integration an. Dabei stießen sie immer wieder auf massive Widerstände. So wurden Juden in zahlreichen Orten daran gehindert, Mitglieder in bereits etablierten bürgerlichen Vereinen zu werden. Oft wurde die Mitgliedschaft an das Bekenntnis zum christlichen Glauben geknüpft oder die ... »Details
  2. 20. Januar 1820: Regierungsantritt Landgraf Friedrichs VI. von Hessen-Homburg
    Mit dem Regierungsantritt nach dem Tod des Vaters am 20. Januar 1820 verlässt Landgraf Friedrich VI. von Hessen-Homburg (1769–1829) die österreichische Armee und zieht mit seiner Frau, der englischen Prinzessin Elisabeth (1770–1840) nach (Bad) Homburg. Begünstigt durch die stattliche Mitgift, die „Princess Eliza“ mit in die Ehe brachte, wurden in der Stadt und der Landgrafschaft ... »Details
  3. 18. März 1820: Großherzog Ludewig I. veröffentlicht Edikt zur Einführung einer Verfassung
    In einer Petition fordern die 160 Volksabgeordneten der Provinz Starkenburg eine Verfassung. Die im Gasthof „Zum Löwen“ in Zwingenberg an der Bergstraße formulierte Aufforderung ist an Großherzog Ludewig I. (1753–1830) gerichtet und wird vom Darmstädter Hofgerichtsadvokaten Heinrich Karl Hofmann (1795–1845) sowie von Georg Rühl und Wilhelm Stahl (1793–1841) angeführt. Sie werden ... »Details
  4. 22. März 1820: Der Journalist und Schriftsteller Dr. Ludwig Börne wird in Frankfurt verhaftet
    Am 22. März 1820 wird der Journalist und oppositionelle Schriftsteller Dr. Ludwig Börne (1786–1837), auf Ersuchen der preußischen Regierung wegen „Verbreitung aufrührerischer Schriften“ in Frankfurt verhaftet. ... »Details
  5. 15. Juni 1820: Herzogtum Nassau erhält Taubstummenlehrinstitut in Bad Camberg
    Das Taubstummenlehrinstitut in Bad Camberg, welches von Hugo Freiherr Schütz von Holzhausen (1780–1847) gegründet wurde, wird nun an das Herzogtum Nassau übertragen.(StH) ... »Details
  6. 27. Juni 1820: Grundsteinlegung zu Schloss Chattenburg in Kassel
    Kurfürst Wilhelm I. (1743–1821) beschloss nach seiner Rückkehr aus dem Exil im Jahr 1813, das nach dem Brand von 1811 weitgehend zerstörte alte Landgrafenschloss oberhalb der Fulda in Kassel durch einen prächtigen Neubau zu ersetzen. Mit der Planung beauftragte er den Oberbaudirektor Heinrich Christoph Jussow (1754–1825).|Da die ersten Pläne für einen konventionellen Dreiflügel- bzw. ... »Details
  7. 12. Juli 1820: Großherzog Ludewig I. stiftet die Fürstliche Sammlung zur Eröffnung eines öffentlichen Museums
    Am 12. Juli 1820 übergibt Großherzog Ludewig I. von Hessen und bei Rhein (1753–1830) mit einer Stiftungsurkunde die seit dem 18. Jahrhundert aufgebauten fürstlichen Sammlungen in den Besitz des Staates und bestimmt, dass sie allgemein zugänglich gemacht werden sollten.|Den Anstoß zur Museumsgründung hatten die diversen Neuerwerbungen gegeben, die nach dem Amtsantritt Ludewigs I. im Jahre ... »Details
  8. 20. August 1820: Christoph Rommel wird Direktor des kurhessischen Hof- und Staatsarchivs und „Historiograph des Hauses Hessen“
    Am 20. August 1820 wird der seit 1815 an der Universität Marburg als Geschichtsprofessor tätige Christoph Rommel (1781–1859) zum Direktor des kurfürstlich-hessischen Hof- und Staatsarchivs in Kassel ernannt und erhält den Titel eines Historiographen des Hauses Hessen. Kurz zuvor war der erste Band seiner grundlegenden, aber unvollendet gebliebenen „Geschichte von Hessen“ (zehn Bände bis ... »Details
  9. 31. August 1820: Hans Christoph von Gagern fordert die Freigabe des Auswanderungsgesetzes
    Um der Überbevölkerung entgegenzuwirken, fordert Hans Christoph von Gagern (1766–1852) im Darmstädter Landtag die Erlaubnis der Auswanderung, was am 18. Juni 1821 als Gesetz verabschiedet wird.(StH) ... »Details
  10. 13. September 1820: Beginn des Zoll- und Handelskongresses in Darmstadt
    Unter Führung von Friedrich List (1789–1846), radikal-liberaler staats- und volkswirtschaftlicher Professor in Tübingen, war am 14. April 1819 der „Allgemeine Deutsche Handels- und Gewerbeverein“ in Frankfurt am Main gegründet worden. ... »Details
  11. 18. Oktober 1820: Grundsteinlegung für die Frankfurter Stadtbibliothek
    Als am 18. Oktober 1820 in Frankfurt am Main der Grundstein für die neue Stadtbibliothek gelegt wird, geht damit eine gut dreißigjährige Planungsgeschichte zu Ende. Bereits 1788 war im städtischen Senat über den Neubau einer Bibliothek beraten worden, deren Bestände sich damals in Räumen des Barfüßerklosters befanden. Da man sich jedoch in den wiederkehrenden Beratungen nicht auf einen ... »Details
  12. 17. Dezember 1820: Konstitutionelle Verfassung für das Großherzogtum Hessen-Darmstadt
    In der neu geschaffenen Verfassung für das Großherzogtum Hessen-Darmstadt wird der gesamte Bildungs- und Kulturbereich dem Innenministerium unterstellt. Die Verfassung wird am 22. Dezember 1820 veröffentlicht und gilt als Dokument eines aufgeklärten Absolutismus, dass die volle Souveränität des Fürsten garantiert. Schulische Fragen werden im Einzelnen nicht verfassungsrechtlich geregelt und ... »Details
  13. 21. Dezember 1820: Verkündung der Verfassungsurkunde des Großherzogtums Hessens
    In einer Petition forderten 160 Volksabgeordneten der Provinz Starkenburg eine Verfassung. Die im Gasthof „Zum Löwen“ in Zwingenberg an der Bergstraße formulierte Aufforderung war an Großherzog Ludewig I. (1753–1830) gerichtet und wurde von dem Darmstädter Hofgerichtsadvokaten Heinrich Karl Hofmann (1795–1845) sowie von Georg Rühl und Wilhelm Stahl (1793–1841) angeführt. Sie werden ... »Details
  14. 1821: Neuorganisation der katholischen Bistümer in preußischen Gebieten
    Zwischen dem preußischen Staat und dem Kirchenstaat wird die Umstrukturierung des Bistums Paderborn festgelegt. Die Bistümer Fulda, Erfurt, Magdeburg werden als Suffraganbistümer dem Erzbistum Paderborn untergeordnet. Der nördliche Teil des heutigen Landkreises Waldeck-Frankenberg mit den Orten Arolsen, Wildungen, Diemelstadt, Korbach, Lichtenfels, Waldeck, Teilen von Volkmarsen und den ... »Details
  15. 1821-1835: Parlamentsdebatten über die Gleichberechtigung der Juden
    Die Frage um die Gleichberechtigung der jüdischen Bevölkerung wurde in den verschiedenen hessischen Parlamenten intensiv diskutiert und zog sich über Jahrzehnte hin.  ... »Details
  16. 27. Februar 1821: Wilhelm I. verstirbt in Kassel
    Am 27. Februar stirbt Kurfürst Wilhelm I. (geb. 1743) in Kassel. Er wird am 19. März in der Gruft unter der Kapelle in der von ihm errichteten Löwenburg beigesetzt. Nur wenige Monate zuvor hatte er den Grundstein zu der seit 1813 von ihm geplanten Chattenburg gelegt, deren Bau mit seinem Tod zum Erliegen kam. ... »Details
  17. 21. März 1821: Kurfürst Wilhelm II. ernennt Emilie Ortlöpp zur Gräfin von Reichenbach
    Am 21. März 1821 erhebt Kurfürst Wilhelm II. (1777–1847) seine langjährige Mätresse Emilie Ortlöpp (1791–1843), die Tochter eines Goldschmieds aus Berlin, zur Gräfin von Reichenbach. Mit ihren mittlerweile sechs Kindern zieht sie in das ehemalige Palais Gohr in der Königstraße in Kassel, das von Johann Conrad Bromeis (1788–1855) für sie umgebaut und dann als „Palais Reichenbach“ ... »Details
  18. 9. April 1821: In Frankfurt verabschiedet die Bundesversammlung die „Kriegsordnung des deutschen Bundes“
    Am 9. April 1821 wird in Frankfurt am Main die „Kriegsordnung des deutschen Bundes“ verabschiedet. Auch wenn die Rekrutierung Ländersache ist, legt die neue Ordnung für jeden Einzelstaat fest, dass 1 % der Einwohner dem Militär dienen müssen. Weiterhin setzt sich daraus das künftige „Bundesheer“ zusammen. Während die Truppen aus Frankfurt, Hessen-Homburg und Waldeck die ... »Details
  19. 1. Mai 1821: Kurfürst Wilhelm II. schenkt seiner Gemahlin Auguste den Landsitz Schloss Schönfeld
    Am 1. Mai 1821 überschreibt Kurfürst Wilhelm II. (1777–1847) seiner Gattin Auguste (1780–1841) zu ihrem Geburtstag „die Gebäude und Garten-Anlagen zu Schönfeld, unter der Benennung: Augustenruhe zum völligen Eigentum“.0=Zitiert nach Fenner 1995, S. 114. Diese versammelte dort bei ihren Abendgesellschaften den aus Militärs, Beamten und Künstlern bestehenden „Schönfelder Kreis“, ... »Details
  20. 30. Mai 1821: Gesetz über die Auswanderung
    Die verschiedenen hessischen Staaten schrieben in ihren Verfassungen das Recht auf Auswanderung fest. Das betraf nicht nur die Emigration nach Übersee, sondern auch den Umzug in andere deutsche Staaten. Dabei hatten sich die Auswanderungswilligen an Vorschriften zu halten und konnten nicht ohne vorherige Anzeige bei der Regierung das Land verlassen. Ein Gesetz Großherzogs Ludwig II. ... »Details