Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

Ernährung in den Taunusdörfern, um 1880
Im Rahmen seiner Forschungen in Seelenberg, Ober- und Niederreifenberg, Schmitten und Arnoldshain beschrieb Gottlieb Schnapper-Arndt (1846-1904) die Ernährungsgewohnheiten in den Dörfern um 1880. Üblich waren fünf Mahlzeiten am Tag: erstes und zweites Frühstück, Mittagessen, Vesperimbiss und Abendbrot. Das Essen war nur wenig abwechslungsreich. Kartoffeln dominierten den Speiseplan und schlechte Kartoffelernten hatten unmittelbare Auswirkungen auf das zur Verfügung stehende Nahrungsangebot. Die Zubereitung war einfach, meistens gab es Kartoffelsuppe oder gekochte Kartoffeln. Fleisch gab es nur selten, aber auch das Gemüseangebot war sehr begrenzt.
Schnapper-Arndt fertigte umfangreiche Statistiken an, in denen er Geldausgaben oder Besitztümer verschiedener Familien festhielt. Dazu gehörte auch der Nagelschmied „Z**“ mit seiner Ehefrau und den fünf Kindern im Alter von 13 bis 20 Jahren. Laut Schnapper-Arndt gehörten sie dem Mittelstand in den Dörfern an. Auf der Grundlage eines Haushaltsbuches, das die Familie über mehrere Monate hinweg führte, konnte der durchschnittliche Lebensmittelverbrauch für 1876 errechnet werden. Demnach verbrauchte die Familie fast vier Kilogramm Brot pro Tag und über acht Kilogramm Kartoffeln. Für Fleisch lag der gesamte Jahresverbrauch dagegen nur bei neun Kilogramm.
(StF)
- Weiterführende Informationen
- [Die Ernährung in den Taunusdörfern; Tabellarische Übersicht über den jährlichen Nahrungskonsum der Familie Z***]
- Empfohlene Zitierweise
- „Ernährung in den Taunusdörfern, um 1880“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edbx/id/7499> (Stand: 24.11.2025)
- Ereignisse im Dezember 1874 | Januar 1875 | März 1875
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