Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

Auswanderung aus Wernings, 1842
Um der wirtschaftlichen Not zu entgehen, entschlossen sich viele Hessen zur Auswanderung. Ein besonderer Fall war Wernings im Vogelsberg, wo alle Bewohnerinnen und Bewohner des Ortes gemeinsam ihre Heimat verließen. Da das Dorf hoch verschuldet war, machte der Lehrer Wilhelm Reifschneider den Vorschlag, auszuwandern. Durch den Verkauf der Grundstücke und Immobilien konnte genug Geld eingenommen werden, um die Schulden zu begleichen und die Überfahrt zu finanzieren. 156 Personen wanderten aus.
Am 7. Mai 1841 erschien in der Zeitung die Auswanderungsanzeige, mit der Aufforderung an die Gläubiger, ihre Forderungen innerhalb der nächsten drei Monate zu stellen. Bis zur Ausreise sollte jedoch noch über ein Jahr vergehen, erst am 2. Dezember 1842 erreichten sie mit einem schwedischen Schiff New Orleans und zogen von dort weiter Richtung Illinois. In einem Schreiben an den großherzoglich hessischen Außenminister Carl Bos du Thil (1777-1859) wurde die Ankunft „nach einer sehr schnellen Reise von 47 Tagen“ bestätigt.
An der Stelle des Dorfes entstand ein Gutshof Graf Ottos zu Solms-Laubach (1799-1872), der das Land erworben hatte.
(StF)
- Belege
- Peter Assion, Von Hessen in die Neue Welt, Frankfurt am Main 1987, S. 149, 250
- Hans Richter, Hessen und die Auswanderung 1815-1855, in: Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins Bd. 32, 1934, S. 102
- Weiterführende Informationen
- [Auswanderungsanzeige der Einwohnerinnen und Einwohner von Wernings im Allgemeinen Intelligenzblatt der Großherzoglich Hessischen Zeitung vom 7. Mai 1841; Schreiben vom 23. Januar 1843 aus Bremen an den großherzoglich hessischen Außenminister Carl du Thil mit Informationen über deutsche Auswanderer]
- Empfohlene Zitierweise
- „Auswanderung aus Wernings, 1842“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edbx/id/7509> (Stand: 17.3.2025)
- Ereignisse im Dezember 1841 | Januar 1842 | März 1842
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