Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

In Kassel stürmen Bürger die Bäckereien, 6. September 1830
Als nach einer Missernte die Brotpreise in Kassel ansteigen und die Bäcker sich aufgrund der von der Regierung gedeckelten Preise weigern, weiter zu backen, bricht am Abend des 6. September 1830 der sogenannte Bäckersturm los, in dessen Verlauf zwölf Bäckereien demoliert wurden. Die daraufhin eingesetzten Soldaten der Kasseler Garnison verhaften über 40 Personen.
Am folgenden Tag beschloss das Geheime Kabinett neben einem Ausgangsverbot eine Schließung der Wirtshäuser und – zusammen mit Bürgermeister Karl Schomburg (1791–1841) und dem Magistrat der Stadt – die Errichtung einer Bürgergarde, die die Polizei entlasten und den Einsatz militärischer Einheiten vermeiden sollte. Im gesamten Kurfürstentum wurden in der Folge Einheiten aus männlichen Bürgern im Alter von 20 bis 40 Jahren gebildet, die bei inneren Unruhen eingesetzt werden sollten.
Der in Karlsbad zur Kur weilende Kurfürst Wilhelm II. (1777–1847) kehrte überstürzt zurück und empfing am 15. September eine Abordnung Kasseler Bürger, die eine Petition zur Einberufung der Landstände zum Zwecke der Erarbeitung einer neuen Verfassung überreichten.
(UH)
- Belege
- Kassel-Lexikon, Bd. 2, Kassel 2009, S. 100 f., 165 f.
- Ewald Grothe, Verfassungsgebung und Verfassungskonflikt. Das Kurfürstentum Hessen in der ersten Ära Hassenpflug 1830 - 1837, Berlin 1996, S. 32-42
- Eckhart G. Franz (Hrsg.), Die Chronik Hessens, Dortmund 1991, S. 218 f., 223 f., 228
- Weiterführende Informationen
- Empfohlene Zitierweise
- „In Kassel stürmen Bürger die Bäckereien, 6. September 1830“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edbx/id/6220> (Stand: 6.9.2024)
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