Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

Festnahme des Oberpolizeidirektors Ludwig von Manger in Kassel, 10. Juli 1824
Wegen der Verwicklung in die sogenannte Drohbriefaffäre wird der Oberpolizeidirektor Ludwig von Manger (1770–1847) mit sämtlichen Beamten der Oberpolizeidirektion in Kassel festgenommen.
Nur wenige Tage nach der Auflösung des von Kurfürst Wilhelm II. (1777–1847) als oppositionell empfundenen Schönfelder Kreises im Juni 1823 hatte den hessischen Fürsten ein anonymer Drohbrief erreicht, der eine neue Verfassung und die Beendigung der politischen Einflussnahme der allgemein unbeliebten Mätresse, der von ihm 1821 zur Gräfin Reichenbach erhobenen Emilie Ortlöpp (1791–1843), forderte. Der Kurfürst setzte sofort eine Sonderkommission ein, die allerdings keine konkreten Täter ermitteln konnte. Ludwig von Manger wurde 1827 begnadigt.
Die Drohbriefaffäre trug zu den politischen Spannungen in Kurhessen bei, die im Januar 1831 zur Unterzeichnung einer neuen, liberalen Verfassung und letztendlich im September 1831 zur Übertragung der Regentschaft an den Kurprinzen Friedrich Wilhelm(1802-1875) führten.
(UH)
- Belege
- Winfried Speitkamp, Restauration als Transformation, Darmstadt 1986, S. 508 f., 515
- Eckhart G. Franz (Hrsg.), Die Chronik Hessens, Dortmund 1991, S. 215
- Weiterführende Informationen
- Empfohlene Zitierweise
- „Festnahme des Oberpolizeidirektors Ludwig von Manger in Kassel, 10. Juli 1824“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edbx/id/6185> (Stand: 10.7.2025)
- Ereignisse im Juni 1824 | Juli 1824 | August 1824
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