Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

Die jüdische Konfirmation, 28. Dezember 1822
Im Zuge der jüdischen Aufklärung und zunehmender Emanzipation der deutschen Juden fanden Reformen im jüdischen Gottesdienst statt, die eine Annäherung an den evangelischen Gottesdienst zur Folge hatten. Seit der Wende zum 19. Jahrhundert wurden Gebete und Predigten vermehrt auf Deutsch gehalten und in den ersten Synagogen Orgeln eingesetzt.
Zu den Wegbereitern der Gottesdienstreformen gehörte der Bankier und Rabbiner Israel Jacobson (1768–1828), der Präsident des israelitischen Konsistoriums in Kassel war. Zu den Neuerungen gehörte auch die Einführung der „Konfirmation“, die die bisher übliche Bar Mitzwa als Feier zum Übergang in das Erwachsenenalter ablösen sollte. Im Gegensatz zur Bar Mitzwa konnten sich sowohl Mädchen als auch Jungen konfirmieren lassen.
Die Änderungen wurden innerhalb der jüdischen Gemeinden kontrovers diskutiert und führten oft zu Konflikten. Es fand keine einheitliche Entwicklung des Gottesdienstes statt, vielmehr entstanden verschiedene religiöse Strömungen, die den traditionellen oder „modernen“ Sichtweisen folgten.
(StF)
- Belege
- Uta Lohmann, Einweihungszeremonien als Übergangsriten in jüdischer Aufklärung und Reformbewegung, in: Historia Scholastica 2, 2022, S. 69-93
- Empfohlene Zitierweise
- „Die jüdische Konfirmation, 28. Dezember 1822“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edbx/id/7262> (Stand: 16.4.2025)
- Ereignisse im November 1822 | Dezember 1822 | Januar 1823
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