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Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

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Festliche Einweihung der Ringkirche in Wiesbaden, 31. Oktober 1894

Die Ringkirche in Wiesbaden, 1906 so benannt nach ihrer exponierten Lage an der neuangelegten Ringstraße, wurde in den Jahren 1892 bis 1894 als drittes evangelisches Gotteshaus nach der Marktkirche und der Bergkirche nach den Plänen von Johannes Otzen (1839–1911) im neoromanischen Stil errichtet. Ihre östliche Zwillingsturmfassade bildet den westlichen Abschluss der breiten Sichtachse der Rheinstraße.

Anfang 1892 wurden die Pläne für die anfänglich „Reformationskirche“ genannte Kirche genehmigt, zügig mit dem Bau begonnen und am Reformationstag, dem 31. Oktober 1894, findet die festliche Einweihung der Kirche statt.

Der Bau galt seinerzeit als aufsehenerregend, da er ein neues Konzept für den protestantischen Kirchenbau präsentierte. In Zusammenarbeit mit dem Pfarrer der Bergkirche Emil Veesenmeyer (1857–1944), der 1890 das „Wiesbadener Programm“ vorgestellt hatte, das eine möglichst große Annäherung der Gemeinde an das Zentrum des Gottesdienstes propagierte, entwickelte er die Baugestalt. Gemäß dieser Zielsetzung sind im Osten des dem Zentralbau zugrundeliegenden übereck gestellten Quadrats die zentralen Elemente des Gottesdienstes, der freistehende Altar, dahinter die Kanzel und darüber die Sängerempore mit der Orgel angeordnet. Damit wird die Abwendung von dem 1861 verabschiedeten und noch für den Bau der Bergkirche gültigen, sogenannten „Eisenacher Regulativ“ deutlich, das eine traditionelle, mittelalterlich-katholische liturgische Raumgestaltung forderte.

Das richtungweisende „Wiesbadener Programm“ stand auch im Mittelpunkt des ersten Kongresses für protestantischen Kirchenbau 1894 in Berlin und wurde dort heftig diskutiert. Wegen ihrer kirchengeschichtlich besonderen Bedeutung wurde die Wiesbadener Kirche 2003 zum Nationaldenkmal erklärt.
(UH)

Belege
Weiterführende Informationen
Empfohlene Zitierweise
„Festliche Einweihung der Ringkirche in Wiesbaden, 31. Oktober 1894“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edbx/id/6792> (Stand: 31.10.2025)
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