Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

"Prinzenraub" in Wiesbaden, 13. Juli 1888
Am 13. Juli 1888 wird der damals elfjährige Kronprinz Alexander von Serbien (1876-1903) auf Geheiß seines Vaters, König Milan I. von Serbien (1854-1901), von Polizeipräsident Paul von Rheinbaben unter starker Polizeibewachung aus der Obhut seiner Mutter in der Villa Clementine in Wiesbaden geholt und in einem Sonderzug nach Belgrad verbracht.
Vorausgegangen waren Auseinandersetzungen zwischen König Milan und seiner von ihm getrennt lebenden Gattin Königin Natalie von Serbien (1859-1941) über den Aufenthaltsort des Kronprinzen. Im Juni 1888 hatte diese die von dem Architekten Georg Friedrich Fürstchen für den Fabrikanten Ernst Mayer errichtete repräsentative Villa Clementine (heute Literaturhaus Villa Clementine) angemietet. Wiesbaden erschien als geeigneter Wohnort, da dort mit der 1855 eingeweihten „griechischen Kapelle“ auf dem Neroberg eine russisch- orthodoxe Kirche existierte.
Der dauerhaft dem Einfluss seiner Mutter entzogene Prinz wurde bereits 1889 nach der Abdankung seines Vaters zum König erklärt und starb 1903 bei einem Attentat.
UH
- Belege
- Brigitte Forßbohm, Die Entführung des Kronprinzen Alexander. Ein Akt in der serbischen "Königstragödie" (1888), in: Verbrechen und Schicksale. Ein Wiesbadener Pitaval, hrsg. von Hans-Jürgen Fuchs, Wiesbaden 2005, S.83-98
- Weiterführende Informationen
- Empfohlene Zitierweise
- „"Prinzenraub" in Wiesbaden, 13. Juli 1888“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edbx/id/7761> (Stand: 24.8.2026)
- Ereignisse im Juni 1888 | Juli 1888 | August 1888
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