Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

Einführung einer Krankenversicherung, 1. Dezember 1884
Zum 1. Dezember 1884 wird im Regierungsbezirk Wiesbaden ein Krankenversicherungssystem eingeführt. Es erfolgte unter Einrichtung von 52 Ortskrankenkassen, von denen sich zehn auf Orte mit zahlreichen Wirtschaftsbetrieben und zehn allein auf die Stadt Frankfurt am Main verteilten. Auf den Kreis Biedenkopf entfielen vier Ortskrankenkassen, auf das Amt Höchst drei, zwei auf das Amt Königstein und jeweils eine auf den Oberwesterwaldkreis, die Ämter Schwalbach und Wehen, und auf die übrigen nassauischen bzw. homburgischen Ämter. Für die Phosphoritarbeiter in Dehrn und Staffel wird eine eigene Ortskrankenkasse eingerichtet. Eine Gemeindekrankenversicherung wurde nur in zwei Gemeinden des vormaligen Herzogtums Nassau, in den Frankfurter Landgemeinden sowie im Amt Wiesbaden eingeführt. Ergänzt wurde das System durch die Einrichtung von 61 Betriebskrankenkassen sowie durch bereits 106 ergänzende freiwillige Hilfskassen.
(Str)
- Belege
- Thomas Klein, Zeitungsberichte des Regierungspräsidenten in Wiesbaden, Bd. 1, Darmstadt u. a. 1996, S. 374
- Empfohlene Zitierweise
- „Einführung einer Krankenversicherung, 1. Dezember 1884“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edbx/id/7122> (Stand: 19.11.2025)
- Ereignisse im November 1884 | Dezember 1884 | Januar 1885
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