Bau im Stil eines Schweizerhauses mit einer die Längsseite einnehmenden Veranda
Der Apotheker Dr. Julius Hoffmann, der die heilende Wirkung der Molke bei Magen-, Darm- und Atemwegserkrankungen in der Schweiz kennengelernt hatte, führte die Molkenkur um 1853 in Homburg ein. Er betrieb seine „Molkenbereitungsanstalt“ gemeinsam mit der Kaltwasser-Heilanstalt am "Pfingstbrunnen" und beschäftigte dazu einen Appenzeller Sennen. Trotz vieler Vorbehalte von städtischer Seite - vor allem aufgrund der geringen Rentabilität - konnte sich Badearzt Dr. Deetz mit seinem Bestreben durchsetzen, und 1859 wurde die Molkenanstalt im Kurpark eröffnet. Die Molke wurde aber auch in der Orangerie am Elisabethenbrunnen ausgeschenkt. Bereits 1874 galten die Gebäude im Kurpark als baufällig, doch nur der Stall wurde 1878 erneuert. Es sollte bis 1881/82 dauern, bis auch das Wohnhaus, in dem nun ein Café untergebracht war, erneuert wurde. Stadtbaumeister Heinrich Behrends errichtete das noch erhaltene Bauwerk im Stil eines Schweizerhauses. 1886 legte die Frankfurter Firma Siesmayer, die auch mit der Pflege des Kurparks betraut war, ein Rosarium rings um die Molkenanstalt an, das allerdings nicht mehr erhalten ist. Seit 1988 beherbergt die ehemalige Molkenanstalt das „Gasthaus am Römerbrunnen“.
Nutzen Sie die nachfolgenden Links, um vergleichbare Beispiele in den Orten der Kur aufzurufen.
StA HG, C II 5 c, Nr. 22
StA HG, C II 5 h, Nr. 29
StA HG, C II 6 a, Nr. 12
HHStAW, Bestand 310 XVc, Nr. 66
Kurpark S. 61-62
Baeumerth, Fremde S. 191
Fechtner, Altes Bad Homburg S. 51
Quurck, Kuranwendungen S. 81-86
Rowedder, Denkmaltopographie S. 272
„Molkenanstalt (Gasthaus am Römerbrunnen (seit 1988)), Kisseleffstraße 27“, in: Orte der Kur <https://www.lagis-hessen.de/de/odk/record/id/1083> (aufgerufen am 14.05.2026)