Der in Breslau geborene Dr. Wilhelm Deetz (1827-1899) war preußischer Militärarzt bevor er 1858 zum Nachfolger des 1854 verstorbenen Medizinalrats Dr. Christian Trapp berufen wurde. Als neuer Amtsphysikus hatte er nicht nur die Leitung des Krankenhauses über, sondern gleichzeitig auch den Kurbetrieb als Medizinalrat, Brunnen- und Badearzt. Deetz offenbarte sich rasch als offensiver und wortgewaltiger Kritiker der Spielbank und der Annehmlichkeiten der Gesellschaftskur und der Luxusbäder, wie seine Denkschrift von 1859 eindrücklich belegt. Darin forderte er die Einrichtung einer obersten Sanitätsbehörde als Kontrollinstanz sowie den Ausbau bestehender und die Errichtung neuer therapeutischer Einrichtungen. Moorbäder, das Gasbad, die Molkenanstalt oder selbst ein Armenbad, das sich allerdings nicht durchsetzen sollte, wurden von ihm unterstützt. Nach der Annexion durch Preußen behielt Deetz seine Stellung bzw. wurde 1887 zum Kreisphysikus ernannt. Bis zu seinem Tod 1899 setzte er sich für die medizinischen und therapeutischen Einrichtungen Homburgs ein.
Nutzen Sie die nachfolgenden Links, um vergleichbare Beispiele in den Orten der Kur aufzurufen.
Grosche, Geschichte 3 S. 149-150
Fechtner, Altes Bad Homburg S. 61
„Medizinalrat Dr. Wilhelm Deetz, Kaiser-Friedrich-Promenade 26“, in: Orte der Kur <https://www.lagis-hessen.de/de/odk/record/id/1239> (aufgerufen am 21.05.2026)