Hessischer Flurnamenatlas [Fenster schließen]

Biegen m.n.f.

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Im FlN Biegen haben sich zwei historische Sprachvarianten vermengt: Die erst mhd. belegten femininen Formen biege st.f. ‚Beugung, Neigung‘ (Lexer 1, 266; DWB 1 [1], 1814) und biuge st.f. ,Krümme, Biegung‘ (Lexer 1, 288) und die maskuline Form ahd. biogo, sw.m. ‚Biegung, Krümmung‘ (Karg-Gasterstädt/Frings 1, 1080). Alle Substantive sind von biegen abgeleitet.

Als Wort ist Biegen in Hessen unbekannt (Vilmar 35), außer als Biege f. ‚kurze Strebe im Fachwerk‘ und ,Knie-biege‘ (SHessWb 1, 827). Für ,Biegung‘ gilt dialektal Krümme (SHessWb 1, 828; 2, 1875), vereinzelt Beuge f. (SHessWb 1, 755; vgl. SchwäbWb 1, 979).

Als FlN ist Biegen „der sehr häufig vorkommende Eigenname von Flurstücken, namentlich von Wiesen, welche an der Krümmung eines Flußes belegen sind“ (Vilmar 35; so auch Crecelius 159; Knöpp l8). Namengebend kann aber auch die Krümmung eines Weges, eines Rains o. ä. sein (Buck 25; Vollmann 56; Dittmaier 27), so in 5323a4 Üllershausen VBK (Hotz = HFB 1, 41) eine „starke Straßenkrümmung“. Der FlN tritt in den drei Genera auf.

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Die Identifizierung der Biegen-Namen bereitet bei einigen wenigen Grenzfällen der Vermischung mit Bicke ,Bach‘ in Waldeck Schwierigkeiten: gekürzte Formen /bi:/, /be:/ fallen formal mit den gekürzten Formen von Beune (→ Karte 15) zusammen; Biegen kann vereinzelt in Bück u. ä. verborgen sein (so in 5620b2 Dudenrod WET, vgl. Corvinus = HFB 22, 43).

Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 97

© Hessisches Flurnamenarchiv Gießen / Prof. Dr. Hans Ramge