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Hessian Biography

Portrait

Wilhelmine Prinzessin von Preußen
(1726–1808)

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Preußen, Wilhelmine Prinzessin von [ID = 15698]

* 25.2.1726 Kassel, † 8.10.1808 Berlin
Landgräfin
Other Names | Activity | Family Members | References | Life | Citation
Other Names

Maiden Name:

Hessen-Kassel, Wilhelmine Landgräfin von

Activity

Career:

  • wurde 1752 als erste der Töchter des Landgrafen Maximilian verheiratet
  • Ehemann Prinz Heinrich war nach Erfolgen in den beiden ersten schlesischen Kriegen enger Vertrauter seines älteren Bruders, König Friedrich II. von Preußen.
  • 1758 von diesem zum Regenten und Vormund seines Neffen und Nachfolgers, des späteren Königs Wilhelm II. ernannt
  • Residenz im Schloss Rheinsberg
  • kinderlose Ehe
  • zunehmende Entfremdung zwischen Wilhelmine und Prinz Heinrich
  • 1766 endgültige Trennung, keine Scheidung
  • Wilhelmine verbringt ihr weiteres Leben im „Prinz Heinrich-Palais“ in Berlin
  • Teilnahme am höfischen Leben und am halboffiziellen Leben der Königsfamilie
  • Tagebuchaufzeichnungen gelten als wichtige Quelle für die preußische Geschichte der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts
Family Members

Father:

Hessen-Kassel, Maximilian Landgraf von, * Marburg 28.5.1689, † Kassel 8.5.1753

Mother:

Hessen-Darmstadt, Charlotte Landgräfin von, 1698–1777

Partner(s):

  • Heinrich, Preußen, Prinz, GND, * Berlin 18.1.1726, † Rheinsberg 3.8.1802, Heirat Kassel 17.6.1752, Berlin 25.6.1752, Sohn des Friedrich Wilhelm I. König von Preußen, 1688–1740, und der Sophia Dorothea von Hannover, Prinzessin von Großbritannien, 1687–1757

Relatives:

References

Bibliography:

Image Source:

Prinzessin Wilhelmine von Preußen, Stich, Archiv der Hessischen Hausstiftung H 84 (beschnitten), in: Franz, Das Haus Hessen, Darmstadt 2012, S. 136

Life

Wilhelmine wurde als erste der Töchter Landgraf Maximilians verheiratet. Ihr Ehemann Prinz Heinrich hatte sich in den beiden ersten schlesischen Kriegen ausgezeichnet und galt als enger Vertrauter seines älteren Bruders, König Friedrich II. von Preußen, der ihn zudem 1758 zum Regenten und Vormund seines Neffen und Nachfolgers, des späteren König Friedrich Wilhelm II., ernannte. Die in Kassel und Charlottenburg großartig gefeierte Hochzeit stand in der Tradition von Heiraten zwischen den Häusern Hohenzollern und Hessen-Kassel. Nicht ohne Delikatesse war der Umstand, dass der Brautvater in den vorangegangenen Kriegen als Generalfeldmarschall auf Seite Österreichs bzw. des Reiches gestanden hatte. Das junge Paar bezog Schloss Rheinsberg, das Friedrich seinem Bruder 1744 geschenkt hatte.

Glücklich wurde die kinderlos bleibende Ehe allerdings nicht. Dass Wilhelmine, als König Friedrich seinen Bruder Prinz August Wilhelm nach der desaströsen Niederlage von Kolin 1757 entlassen hatte, für den Schwager Partei nahm, bewirkte eine latente Verstimmung zur Königsfamilie. Nur mit ihrer Schwägerin, Königin Elisabeth Christine, unterhielt sie eine ungebrochen freundschaftliche Beziehung, teilte sie mit ihr doch das Schicksal der mehr oder minder verstoßenen Gattin. Die Entfremdung zwischen Wilhelmine und Prinz Heinrich verstärkte sich im Verlaufe des Siebenjährigen Krieges. Eine angebliche Affäre mit Heinrichs Adjutanten gab 1766 Anlass zur endgültigen Trennung. Heinrich lebte fortan meist in Rheinsberg, während Wilhelmine einen Flügel des gerade bezugsfertig gewordenen „Prinz Heinrich-Palais“ Unter den Linden, des heutigen Hauptgebäudes der Humboldt-Universität, bezog, und hier noch annähernd 40 Jahre verbrachte. Die Ehe ihrer Darmstädter Großnichte Friederike mit Kronprinz Friedrich Wilhelm 1769 hat sie wohl vor einer Scheidung bewahrt, die Schwager Friedrich eigentlich plante. Wilhelmine nahm jedoch auch weiterhin am Berliner Hofleben und am halboffiziellen Familienleben der Königsfamilie teil. Ihre Tagebuchaufzeichnungen gelten als wichtige Quelle für die preußische Geschichte der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Holger Th. Gräf

(Text identisch mit: Franz, Das Haus Hessen, S. 135 f.)

Citation
„Preußen, Wilhelmine Prinzessin von“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/142811424> (Stand: 25.3.2024)