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Hessische Biografie

Portrait

Arvid Harnack
(1901–1942)

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Harnack, Arvid [ID = 4842]

* 24.5.1901 Darmstadt, † 22.12.1942 Berlin-Plötzensee, evangelisch
Dr. jur.; Dr. phil. – Jurist, Nationalökonom, Widerstandskämpfer
Andere Namen | Wirken | Familie | Nachweise | Leben | Zitierweise
Wirken

Werdegang:

  • 1919-1923 stud.jur. in Jena, Graz, Hamburg
  • 1924 Dr.jur.
  • 1926-1928 stud. Nationalökonomie in Wisconsin-Madison, USA
  • 1929/1930 Dr.phil. Gießen bei Friedrich Lenz, mit dem er die Arplan („Arbeitsgemeinschaft zum Studium der Planwirtschaft“) gründet
  • 1932 Studienreise in die Sowjetunion
  • 1933 wissenschaftliche Hilfskraft im Reichswirtschaftsministerium, Regierungsrat, Oberregierungsrat
  • Aufbau eines Diskussionszirkel mit dem Schriftsteller Adam Kuckoff und seiner Frau Greta
  • Kontakte zur sowjetischen und US-amerikanischen Botschaft
  • 1937 zur Tarnung Mitglied der NSDAP
  • 1939 Kontakte zur Gruppe von Harro Schulze-Boysen, zu Hilde Rake und Hans Coppi, mit denen er das von der Stasi „Rote Kapelle“ genannte Widerstandsnetz bildete
  • 1941 informierte er Alexander Michailowitsch Korotkow von der sowjetischen Botschaft über den bevorstehenden Angriff Deutschlands auf die Sowjetunion
  • 1941 Herausgabe der Widerstandszeitung „Die innere Front“
  • 1942 Verbreitung der Studie „Das nationalsozialistische Stadium des Monopolkapitals“ in Hamburg und Berlin
  • 7.9.1942 Verhaftung von Arvid und Mildred Harnack
  • 22.12.1942 auf Befehl Adolf Hitlers in Berlin-Plötzensee erhängt

Werke:

  • Die Entwicklung des Art. 156 Abs. II u. III u. des Art. 165 d. Reichsverfass. währ. d. J. 1918-1923. Eine Darstellung des Wissell-Möllendorffschen Planwirtschaftsversuches. o. O., o. J.
  • Die vormarxistische Arbeiterbewegung in den Vereinigten Staaten. Eine Darstellung ihrer Geschichte. Jena: Fischer, 1931.
Familie

Vater:

Harnack, Gottfried Rudolf Otto*, 1857-1915, Dr. phil., Professor der Literatur und Ästhetik in Stuttgart

Mutter:

Reichau, Clara, verheiratet 1898

Partner:

  • Fish, Mildred, Heirat 1926, Literaturwissenschaftlerin

Verwandte:

  • Harnack, Adolf von <Onkel>, 1851-1930, Zwilling, Professor für Theologie in Gießen, Marburg, Berlin
  • Harnack, Falk <Bruder>, 1913-1991, Regisseur, Drehbuchautor
  • Bonhoeffer, Dietrich <Vetter>, Theologe, Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus
Nachweise

Literatur:

  • Axel von Harnack, Arvid und Mildred Harnack. Erinnerungen an ihren Prozeß 1942/43. In: Die Gegenwart, 2, 1947, S. 15-17;
  • Friedrich Lenz, In memoriam Arvid Harnack. In: Friedrich Lenz, Wirtschaftsplanung und Planwirtschaft. Berlin 1948;
  • Jürgen Danyel, Zwischen Nation und Sozialismus. Genese, Selbstverständnis und ordnungspolitische Vorstellungen der Widerstandsgruppe um Arvid Harnack und Harro Schulze- Boysen. In: Peter Steinbach, Johannes Tuchel (Hrsg.), Widerstand gegen den Nationalsozialismus Bundeszentrale für politische Bildung: Bonn 1994. Schriftenreihe Band 323. Seite 468- 487;
  • Greta Kuckhoff, Vom Rosenkranz zur Roten Kapelle. Ein Lebensbericht. Berlin: Verlag Neues Leben 1976;
  • Tina Mager, Die Widerstandsorganisation Schulze-Boysen/Harnack [Mikroform]. Marburg: Tectum-Verlag, 2000.

Bildquelle:

Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Zitierweise
„Harnack, Arvid“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/121982467> (Stand: 18.1.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde