Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Hessische Biografie

Portrait

Wilhelm Ludwig Georg Fürst zu Sayn-Wittgenstein und Hohenstein
(1770–1851)

Symbol: Anzeigemodus umschalten Symbol: Anzeigemodus umschalten Symbol: Druckansicht

GND-Nummer

118804928

Sayn-Wittgenstein und Hohenstein, Wilhelm Ludwig Georg Fürst zu [ID = 3840]

* 9.10.1770, † 11.4.1851, evangelisch
Oberhofmeister, Minister
Andere Namen | Wirken | Familie | Nachweise | Leben | Zitierweise
Wirken

Werdegang:

  • Königlich-preußischer bevollmächtigter Minister und außerordentlicher Gesandter in Kassel
  • 1794/95 vermittelt er den Kasseler Kredit über 1 Million Taler zu 4 Zinsen an Preußen
  • Januar 1803 reist im Streit nach Berlin ab
  • Oberhofmeister der Königin Friederike von Preußen, geb. Prinzessin von Hessen-Darmstadt
  • 1812 Königlich-preußischer Polizeiminister
  • 20.6.1801 Erhebung in den Fürstenstand Wien
  • Ritter des Rothen Adler-Ordens
  • Ritter des Kurpfälzischen goldenen Löwen-Ordens
Familie

Vater:

Sayn-Wittgenstein u. Hohenstein, Johann Ludwig Graf zu, 1740-1796, folgt 1756 in Wittgenstein

Mutter:

Pückler u. Limpurg, Friederike Louise Charlotte Gräfin von, 1746-1772

Nachweise

Quellen:

  • Sayn-Wittgenstein u. Hohenstein, Wilhelm Ludwig* Georg* Fürst zu

Literatur:

  • Schwennicke, Europäische Stammtafeln NF 4, 1981, T. 131;
  • Wilhelm Weyer, Die Anfänge des preußischen Haus- und Polizeimisters Fürsten Wilhelm Ludwig Georg zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein, Marburg, 1927, 3f;
  • Hans Branig, Fürst Wittgenstein. Ein preussischer Staatsmann der Restaurationszeit, (= Veröff. a.d.Archiven Preuß. Kulturbesitz, Bd. 17), Köln, Wien 1981.

Bildquelle:

Wir Wilhelm von Gottes Gnaden, Abb. 66.

Leben

Zunächst scheiterte Wilhelm Ludwig Georg mit dem Versuch einer pfälzisch-bayerischen Karriere, stellte 1791/92 für die emigrierten Bourbonen ein Infanterieregiment zusammen. Ihm wurden von Landgraf Wilhelm IX. einige Gefängnisinsassen für diesen Militärdienst überstellt. Daraus ergab sich für Wittgenstein eine finanzielle Katastrophe. Ein Vermittlungsversuch mit dem revolutionären Frankreich brachte ihm neun Wochen Festungshaft in Ehrenbreitstein ein. Seit Sommer 1793 wurde er von Friederike Enke (Gräfin Lichtenau) und ihrer Familie Ritz protegiert und erlangte über einige Jahre weitesten Einfluß auf König Friedrich Wilhelm II. von Preußen.

Er besaß nach dem Urteil seines erbittertsten Gegners, des Freiherrn vom und zum Stein „alle Eigenschaften, um ohne Kenntnisse, inneren Halt und Tüchtigkeit eine vorteilhafte Stellung im Leben sich zu verschaffen: schlau, kalt, berechnend, beharrlich, bis zur Kriecherei biegsam”. Dagegen weist der Biograph Ludwigs dieses Urteil zurück.

Lupold von Lehsten

Zitierweise
„Sayn-Wittgenstein und Hohenstein, Wilhelm Ludwig Georg Fürst zu“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/118804928> (Stand: 27.11.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde