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Hessische Biografie

Portrait

Paul Hermann Albert Heinrich Geheeb
(1870–1961)

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Geheeb, Paul Hermann Albert Heinrich [ID = 6095]

* 10.10.1870 Geisa, † 1.5.1961 Hasliberg bei Goldern (Schweiz), evangelisch
Dr. phil. h.c. – Lehrer, Reformpädagoge
Andere Namen | Wirken | Familie | Nachweise | Leben | Zitierweise
Wirken

Werdegang:

  • Gymnasium Fulda, Eisenach
  • 1889/90 Einjährigen-Militärdienst in Gießen
  • Studium der Theologie in Jena und Berlin
  • 1889-1890 Mitglied der Gießener Burschenschaft Arminia und der Berliner Neogermania, aber in kritischer Distanz zu den studentischen Ritualen und burschenschaftlichem Denken
  • 1893 erstes kirchliches Examen
  • 1899 Oberlehrerexamen
  • 1893-1894 Lehrer und Erzieher in Johannes Trüpers Anstalt für psychopathische Kinder auf der Sophienhöhe bei Jena
  • Mitglied in der Gesellschaft der Guttempler, der Deutschen Gesellschaft für ethische Kultur
  • Seit 1892 Freundschaft mit Hermann Lietz
  • 1899 Lehrer im Sanatorium des Dr. Carl Gmelin in Wyk auf Föhr
  • 1902 Lehrer im Landerziehungsheim Haubinda, 1904 Leiter
  • 1906 Streit mit Hermann Lietz und Gründung der freien Schulgemeinde Wickersdorf bei Saalfeld
  • April 1910 zusammen mit seiner Frau Edith Cassierer Begründer der Odenwaldschule
  • 1911/12 Vergrößerung der Schule durch vier neue Häuser des Architekten Heinrich Metzendorf, finanziert von Max Cassierer
  • 1934 Emigration und Begründer der Ecole d’Humanité am Genfer See, fünf Umzüge, zuletzt in Goldern (Schweiz)

Lebensorte:

  • Haubinda, Ober-Hambach, Goldern (Schweiz)
Familie

Vater:

Geheeb, Adalbert, 1842-1909, Apotheker in Geisa, Moosforscher

Mutter:

Calmberg, Adolfine, 1840-1884

Partner:

  • Merck, Helene, 1860-1948, Heirat Nürnberg 3.4.1906, Scheidung 1909, Sängerin, Tochter des Christian Merck, Doktor der Medizin, Bezirksgerichtsarzt in Landshut, und der Emilkie Michaelis, Tochter des Politikers Ernst Michaelis
  • Cassierer, Edith, * 5.8.1885, † 29.4.1982, Heirat Oktober 1909, Praktikantin in Wickersdorf, Tochter des Max Cassierer, Industrieller und Kommunalpolitiker in Berlin-Charlottenburg, und der Hedwig Freund
Nachweise

Quellen:

  • Institut für Personengeschichte, Bensheim. Forschungen F. W. Euler: „Cassierer“, „Geheeb“

Literatur:

  • Wilhelm Metzendorf, Geschichte und Geschicke der Heppenheimer Juden, Lorsch 1982, S. 177f., 183, 185, 195f., 297f., 311;
  • Walter Schäfer, Paul Geheeb. Mensch und Erzieher. Heft 4 der Reihe: Aus den Deutschen Landerziehungsheimen. Stuttgart o.J. (1960);
  • Christel Stark, Idee und Gestalt einer Schule im Urteil des Elternhauses. Eine Dokumentation über die Odenwaldschule zur Zeit ihres Gründers und Leiters Paul Geheeb - 1910-34. Dissertation. Heidelberg 1998.
  • Heinz-Jürgen Thon, Geschichte der Familie Thon. Von den Anfängen in Sachsen-Eisenach bis zum Neubeginn in Bayern (1535-2005), Hausen (OFranken): Selbstverlag 2006, S. 57.
  • Martin Näf, Paul und Edith Geheeb-Cassirer. Gründer der Odenwaldschule und der Ecole d'Humanité. Deutsche, internationale und schweizerische Reformpädagogik 1910 – 1961. Weinheim 2006;
  • Birte Lembke-Ibold, Paul Geheeb. Gemeinschaft und Familie im Landerziehungsheim, Hamburg 2010

Bildquelle:

Die Chronik Hessens, S. 310

Zitierweise
„Geheeb, Paul Hermann Albert Heinrich“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/118689967> (Stand: 1.5.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde