Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Hessian Biography

Klenze, Leo von [ID = 17528]

* 29.2.1784 Schladen, † 27.1.1864 München
Architekt
Other Names | Activity | Family Members | References | Life | Citation
Other Names

Other Names:

  • Klenze, Franz Leopold Karl von
Activity

Career:

  • 1800-1803 Studium in Berlin
  • 1803 Examen als Baukondukteur, anschließend Reise nach Paris
  • 1805/1806 Studienreise nach Italien
  • 1808 Hofarchitekt unter König Jérôme Bonaparte in Kassel
  • 1813 nach München
  • 1815 Hofarchitekt von König Ludwig I. von Bayern

Netzwerk:

  • Hirt, Aloys Ludwig <Lehrer>, GND, * Behla (heute Hüfingen) 27.6.1759, † Berlin 29.6.1837, Klassischer Archäologe

(Art-) Works:

Family Members

Father:

Klenze, Friedrich, 1757–1813, Amtmann und Amtspächter in Liebenburg, 1791 Gutsbesitzer in Heissum Kreis Goslar, später Tribunalrat in Halberstadt, Sohn des Karl Gustav Klenze, hildesheimischer Amtsrat in Steuerwald, aus mecklenburgischer Amtmannsfamilie, und der Dorothea von Majus

References

Sources:

Data source:

Daten übernommen aus dem DFG-geförderten Projekt „Architekturzeichnungen des Hessischen Staatsarchivs Marburg“ im Bildindex der Kunst und Architektur des Deutschen Dokumentationszentrums für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg; Projektinformationen

Bibliography:

Life

Erste Kenntnisse der Architektur und Zeichenkunst konnte der in Schladen im Landkreis Wolfenbüttel geborene Franz Leopold Karl Klenze am Braunschweiger Collegium Carolinum erwerben. Von 1800 bis 1803 studierte er in Berlin zunächst Jura und Klassische Archäologie bei Alois Hirt, der ihm grundlegende Architekturkenntnisse vermittelte und besonders seine Einschätzung der antiken Architektur nachhaltig prägte. Anschließend nahm Klenze ein Studium der Kameralbauwissenschaften an der Königlichen Bauakademie bei David Gilly auf. Nach dem Kondukteurexamen reiste er 1803 für einen dreimonatigen Aufenthalt nach Paris, wo er sich mit den neuen Entwurfstechniken von Jean-Nicolas-Louis Durand auseinandersetzte, die seine zukünftigen Arbeiten entscheidend beeinflußten. 1805/06 unternahm Klenze eine Studienreise durch Italien. Über 20 weitere Reisen nach Italien, Frankreich und 1834 nach Griechenland folgten. Der General-Intendant der Krone und Staatsrat Constantin La Flêche-Keudelstein vermittelte Klenzes Einstellung als Hofarchitekt unter König Jérôme Bonaparte im Februar 1808 in Kassel. Bis 1813 lieferte er zahlreiche Entwürfe für das Schloß Schönfeld, das Theater im Schloßpark Wilhelmshöhe, die Marställe an der Schönen Aussicht, das Wilhelmshöher Tor und weitere Kasseler Bauprojekte. Am Umbau des Museums Fridericianum zum Ständehaus war er als Mitarbeiter des „ersten Architekten des Königs“, Grandjean de Montigny, beteiligt. Nach dem Ende des Königreichs Westphalen wurde Klenze von Kronprinz Ludwig von Bayern als Hofbaumeister und Leiter der Königlichen Hofbauinstanz nach München berufen. Hier entwickelte er sich zu einem der bedeutendsten Vertreter des deutschen Klassizismus. Zahlreiche prominente Bauten wie die Glyptothek, die Pinakothek, das Leuchtenbergpalais, der Königs- und Festsaalbau der Residenz und die Walhalla wurden nach seinen Plänen errichtet.

Maren Härtel

(Text übernommen aus Bestandskatalog der Architekturzeichnungen des 17.–20. Jahrhunderts in der Graphischen Sammlung der Museumslandschaft Hessen Kassel; URL: http://architekturzeichnungen.museum-kassel.de/0/32948)

Citation
„Klenze, Leo von“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/118563211> (Stand: 11.6.2022)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde