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Hessische Biografie

Portrait

Georg Michael Anton Frank von La Roche
(1720–1788)

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Frank von La Roche, Georg Michael Anton [ID = 4631]

* 4.4.1720, † 23.11.1788, katholisch
Kanzler, Geheimer Rat, Minister
Andere Namen | Wirken | Familie | Nachweise | Leben | Zitierweise
Wirken

Werdegang:

  • 1775 Wirklicher Geheimer Rat und Kanzler des Kurfürsten Clemens Wenzeslaus von Trier
  • 1781 pensioniert
  • Reichsadel 1776
Familie

Vater:

Stadion, Anton Heinrich Friedrich* Graf von, Oberamtm. in Tauberbischofsheim, Sohn des Johann Philipp Graf von Stadion zu Tannhausen, und der Maria Anna Freiin von Schönborn

Mutter:

La Roche, Anna Catharina, verheiratet mit Johann Adam Franck, 1657-1720

Partner:

Verwandte:

  • Brentano, Maximiliane* Euphrosyne <Tochter>, 1756-1793, verheiratet 1774 mit Peter Anton Brentano
  • La Roche, Carl* Georg von <Bruder>, 1766-1839, Kgl. Preuß. Oberbergrat, Direktor des Salzamtes Schönebeck, Direktor bei der Generalsalinendirektion in Berlin
  • La Roche, Franz von <Bruder>, 1768-1791, Hess. Hofjagdjunker, Oberforstassessor
  • Möhn, Luise, geb. von La Roche <>, verheiratet Bornhofen 1.5.1779 mit Christian Möhn, Fuld. Hofrat, Alkoholiker
Nachweise

Literatur:

  • ADB, Bd. 17, 1883, S. 716-717 (Irmer);
  • Rudolf Asmus, Georg Michael De La Roche. Ein Beitrag zur Geschichte der Aufklärung, Karlsruhe 1899;
  • J. Jac. Wagner, Coblenz-Ehrenbreitstein. Biographische Nachrichten über einige ältere Coblenzer und Ehrenbreitsteiner Familien, Koblenz 1923, S. 137-139.
Leben

Noch Irmer gibt nach dem Rheinischen Antiquarius des Herrn von Stramberg an, Georg Michael Anton Frank sei als fünfjähriger elternloser Knabe in das Haus des kurmainzischen Kanzlers Friedrich Graf von Stadion gekommen.1 Wagner gibt an, Georg Michael habe "Frank von Lichtenfels" getragen und Stadion habe den Namen Lichtenfels in "de Laroche" umgewandelt.2 Dagegen schrieb Lavater über ihn: "... aus dessen Gesicht der Minister Stadion transparent war." Seine Mutter war Anna Catharina (La Roche), die angeblich aus einer Offiziersfamilie in Metz stammte. Sie gab den im März 1720 in Tauberbischofsheim verstorbenen Rentmeister Johann Adam Franck als Vater an. Seit 1718 war Friedrich Graf Stadion in Tauberbischofsheim in der Nachfolge seines Vaters Oberamtmann. Graf Stadion, der Frank auch den Namen La Roche gab, erzog den Jungen und ließ ihn u.a. in Metz, Nancy und Lunéville im Sinne der französischen Aufklärung ausbilden. Frühzeitig bezog er den Jungen beim Abfassen und Dechiffrieren von Depeschen mit ein. Frank wurde Kurmainzischer Gesandtschafts-Sekretär. Er begleitete Stadion nach England, 1742 zur Kaiserwahl nach Frankfurt am Main und an den Hof in Hannover. Frank wurde Kurmainzischer Hofrat und Stadionscher Rat, zuständig für die Oberdirektion des umfangreichen Güterbesitzes der Familie Stadion.

Am 27. Dezember 1753 heiratete er in Warthausen nach katholischem Ritus Sophie, die Tochter des Arztes Georg Friedrich Gutermann von Gutershofen aus Augsburg, der Wieland seit ihrer Jugend den Hof machte. Frank wohnte zu dieser Zeit auf dem Stadionschen Gut Warthausen am Federsee. Mit seiner sachlichen, ruhigen Umgangsweise gewann Frank auch Wieland wieder als Freund des Hauses. In dieser Zeit ergab sich der Umgang mit dem Freiherrn Franz Eustach von Hornstein.

Beim Rückzug Stadions aus dem politischen Geschäft nahm er Frank 1762 mit auf seine Güter. Frank bewirtschaftete die Güter und lebte nun mit seiner Familie im Schloß in Bönnigheim. Nach Stadions Tod 1768 kam es bald zu Auseinandersetzungen mit dessen Erben.

1771 wurde Franz Eustach Freiherr von Hornstein Minister des Kurfürst-Erzbischof Clemens Wenzeslaus von Trier und zog Frank als Geheimen Rat und Kanzler mit an diesen Hof in Koblenz-Ehrenbreitstein. Frank wurde zugleich Lehenpropst zu Ehrenbreitstein. Mit dem weiteren Minister Graf von Hohenstein bildeten Hornstein und Frank das Geheime Kabinett. Frank war der Hauptvertreter der Aufklärung im Trierischen und trachtete auch danach, diese in den Schulen zu verbreiten.3 1776 wurde Frank als „Frank von La Roche“ den Adelsstand erhoben, 1779 auch noch Direktor des Hofkriegsrats. „Er war ein guter Verwaltungsbeamter, aber unbedeutend als Diplomat.“4 Als Entlohnung erhielt Frank die Stelle eines Zollschreibers in Boppard, die er bis zu seinem Tod behielt.

1780 wurden Hornstein und Hohenstein von Wien aus gestürzt. Frank hatte sich bereits zu dieser Zeit durch die Veröffentlichung der freimütigen Briefe über das Mönchswesen Feinde geschaffen, insbesondere in dem Geheimen Rat Beck, sodaß er 1781 den Abschied nahm und nach Speyer, dann nach Offenbach zog. Er erhielt eine Pension. Hier starb er sieben Jahre später. Franks Nachfolger in Ehrenbreitstein wurde 1782 der Minister Ferdinand von Duminique.

Das Franksche Haus in Ehrenbreitstein, insbesondere Sophie von La Roche, bildete einen Sammelpunkt für zahlreiche Geistesgrößen der Zeit, darunter Goethe, Wieland, Merck, Heinse und die beiden Jacobi.

Lupold von Lehsten


  1. Irmer, in: ADB, a.a.O., S. 716; v. Stramberg, Rheinischer Antiquarius, II.1, S. 89-107.
  2. Wagner, Coblenz-Ehrenbreitstein, S. 137.
  3. Wagner, Coblenz-Ehrenbreitstein, S. 138.
  4. Irmer, in: ADB, a.a.O., S. 717.
Zitierweise
„Frank von La Roche, Georg Michael Anton“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/116737883> (Stand: 24.4.2012)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde