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Hessian Biography

Portrait

Ludwig Landgraf von Hessen-Philippsthal
(1766–1816)

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GND-ID

1109106181

Hessen-Philippsthal, Ludwig Landgraf von [ID = 9990]

* 8.10.1766 Philippsthal (Werra), † 16.2.1816 Neapel, Begräbnisort: Gaeta (Italien) Festung, evangelisch-reformiert
Offizier, Kapitain, Generalleutnant, Oberhofmarschall, Generalkapitän
Other Names | Activity | Family Members | References | Life | Citation
Other Names

Other Names:

  • Hessen-Philippsthal, Ludwig von
  • Hassia Philippsthal, Luigi d’ (italienisch)
Activity

Career:

  • Militärdienst in den Niederlanden
  • heimliche Eheschließung mit Gräfin Maria Franciska Helena Berghe von Trips
  • ab 1791: militärische Laufbahn in Neapel als Kapitain, Generalleutnant, Oberhofmarschall und Gouverneur von Caserta in Kampanien.
  • Juni 1794: Ludwig wurde Erbprinz von Hessen-Philippsthal
  • 1806: Ludwig erhielt die Bezeichnung „Held von Gaeta“ nach der Verteidigung der Festung gegen die Franzosen.
  • Ernennung zum Generalkapitän im Königreich Neapel-Sizilien
  • 1810-1816: Landgraf von Hessen-Philippsthal

Role:

  • Hessen-Philippsthal, Erbprinz, 1794-1810
  • Hessen-Philippsthal, Landgraf, 1810-1816

Places of Residence:

  • Philippsthal (Werra); Süsteren (Niederlande); Kassel; Neapel; Sizilien; Wien
Family Members

Father:

Hessen-Philippsthal, Wilhelm Landgraf von, 1726–1810

Mother:

Hessen-Philipssthal-Barchfeld, Ulrike Eleonore Prinzessin von, 1732–1795

Partner(s):

  • Berghe von Trips, Maria Franziska Helena Gräfin, 1771–1805, Heirat Süsteren (Niederlande) 21.1.1791, katholisch, Tochter des Graf Franz Alphons Berghe von Trips, Oberjägermeister

Relatives:

References

Bibliography:

Image Source:

Landgraf Ludwig, Ölbild von J. W. Kobold, Museumslandschaft Hessen Kassel KS Inv. 1875/820b (Foto: M 22372/U. Brunzel))(beschnitten), in: Franz, Das Haus Hessen, Darmstadt 2012, S. 248

Life

Prinz Ludwig, der dritte Sohn Landgraf Wilhelms von Hessen-Philippsthal, der das Erwachsenen-Alter erreichte, wurde wie die Brüder zur militärischen Laufbahn bestimmt, die er der Familientradition entsprechend in den Niederlanden begann, zuletzt als Rittmeister im Regiment seines Vaters. Dass er Anfang 1791 ohne Vorwissen der Eltern die katholische Franziska Berghe von Trips heiratete, bedeutete das Ende des Diensts in den Niederlanden, die ihren Offizieren katholische Ehen nicht erlaubten. Verwandtschaftliche Beziehungen der Frau zum Hof in Neapel erleichterten den Wechsel in den dortigen Dienst. 1792 war Ludwig Oberstleutnant im Kavallerieregiment des Königs und später Generalfeldwachtmeister und Chef des Regiments der Königin Maria Carolina (1752–1814), einer geb. Erzherzogin von Österreich. 1799 zum Generalleutnant ernannt, wurde er 1805 Gouverneur von Gaeta und leitete im Frühjahr 1806 die Verteidigung der Festung gegen die Franzosen; er fiel allerdings durch eine schwere Verwundung aus, so dass die Festung gegen seinen Willen kapitulieren musste. Nach der Genesung war er mit der Organisation der neapolitanischen Verteidigung in Kalabrien und Sizilien befasst und später als Generalkapitän Gouverneur von Neapel, aus dem die Königsfamilie 1806–1813 vertrieben war.

Da Ludwigs Ehe nach der Erhebung des Schwiegervaters zum Reichsgrafen 1796 zwar von den Eltern, nicht aber vom Familienoberhaupt in Kassel anerkannt wurde, blieb er, auch nachdem ihm 1810 das Philippsthaler Erbe zugefallen war, zunächst in Sizilien und begleitete Königin Maria Carolina, der seine schon 1805 verstorbene Frau als Oberhofmeisterin gedient hatte, ins letzte Exil nach Wien. Noch kurz vor seinem Tod 1816 verglich sich Ludwig mit seinem jüngeren Bruder Ernst Constantin, der ihm als Landgraf von Hessen-Philippsthal nachfolgte. Ludwig hinterließ nur eine Tochter, da der einzige Sohn der Ehe früh gestorben war. Ludwig selbst starb in Neapel und wurde zunächst dort beigesetzt, 1825 aber nach Gaeta überführt, um in dem dort auf dem Kastell für ihn errichteten Denkmal seine letzte Ruhe zu finden.

Andrea Pühringer

(Text identisch mit: Franz, Das Haus Hessen, S. 248 f.)

Citation
„Hessen-Philippsthal, Ludwig Landgraf von“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/1109106181> (Stand: 15.4.2021)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde