Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Hessian Biography

Portrait

Johann Daniel Wilhelm Eduard Engelhard
(1788–1856)

Symbol: Switch display mode Symbol: Switch display mode Symbol: Print Preview

Engelhard, Johann Daniel Wilhelm Eduard [ID = 15417]

* 12.4.1788 Kassel, † 13.10.1856 Kassel
Architekt, Hofbaumeister, Landbaumeister
Other Names | Activity | Family Members | References | Life | Citation
Other Names

Other Names:

  • Engelhardt, Johann Daniel* Wilhelm Eduard; Engelhard, Daniel; Engelhard, Johann Daniel
Activity

Career:

  • ab 1802 Studium der Architektur an der Kasseler Kunstakademie, Schüler von Heinrich Christoph Jussow
  • reiste 1811 mit Unterstützung der westfälischen Regierung über Wien nach Italien
  • nach seiner Rückkehr 1812 Mitarbeiter Heinrich Christoph Jussows
  • 1817 unter Johann Conrad Bromeis kurhessischer Oberbaumeister
  • 1821 nach der Neuordnung des kurhessischen Bauwesens Landbaumeister des 1. Bezirks (Kassel), zugleich Oberbaumeister
  • 1830 Landbaumeister im Distrikt Kassel
  • 1838 Land-, Straßen- und Wasserbaumeister im Kreis Hünfeld

Netzwerk:

(Art-) Works:

Family Members

Father:

Engelhard, Wilhelm, General

Partner(s):

  • Bossi, Annunciata, Heirat 3.10.1811 Rom, Tochter des Giacomo Bossi, Kupferstecher

Relatives:

  • Engelhard, Gottlob <Sohn>, Architekt und Maler
  • Engelhard, Louise Marie Susette <Schwester>, * Kassel 31.2.1790 † Kassel 4.3.1864, Malerin
References

Sources:

Bibliography:

Life

Johann Daniel Engelhard studierte seit 1802 an der Kasseler Akademie unter anderem bei Heinrich Christoph Jussow. 1811 ging er mit Unterstützung der westphälischen Regierung auf eine längere Studienreise nach Italien, wo er noch im Oktober in Rom Annunciata Bossi heiratete. Ihr gemeinsamer Sohn Gottlob, 1812 in Kassel geboren, war später ebenfalls als Architekt tätig. Nach seiner Rückkehr nach Kassel 1811 war Johann Daniel Engelhard als Baumeister im Baudepartement tätig, 1815 errichtete er den „Frühstückstempel“ an der Schönen Aussicht. Als Hofbaumeister arbeitete er ab 1817 zunächst beim Bau der Chattenburg unter Heinrich Christoph Jussow mit (Bauleitung). 1821 wurde er nach der Neuordnung des kurhessischen Bauwesens Landbaumeister des 1. Bezirks (Kassel), zugleich erhielt er den Titel Oberbaumeister. 1822 übertrug man ihm den Baudistrikt Hofgeismar, wo er auch für die Bautätigkeit an der Badeanlage Gesundbrunnen zuständig war. 1830 wurde er Landbaumeister für den Distrikt Kassel. In dieser Dienststellung erbaute er mehrere Dorfkirchen, bei denen er sich um individuelle und originelle Lösungen bemühte, so in Schachten (1825), Heimarshausen (1833/34) oder Vollmarshausen (1838/39). 1838 wurde er zum Land-, Straßen- und Wasserbaumeister im Kreis Hünfeld ernannt. 1838 errichtete sich Engelhard ein eigenes Wohnhaus am Ständeplatz, das durch seine unkonventionelle, aber auch problematische Bauart (italienisches Flachdach) auffiel. In zahlreichen Veröffentlichungen hat sich Johann Daniel Engelhard, vor allem nach seiner Pensionierung im Jahre 1840, mit Fragen der Baugeschichte und der Baukonstruktion auseinandergesetzt . Bemerkenswert ist vor allem sein Aufsatz zum Bau der Chattenburg, in dem er eine Konzeption für den Neubau eines Residenzschlosses am Friedrichsplatz entwickelt. Von den dafür verwendeten oder vorgesehenen Stichen befinden sich einige Vorzeichnungen in der Graphischen Sammlung.

Ulrike Hanschke, Gerd Fenner

(Text übernommen aus Bestandskatalog der Architekturzeichnungen des 17.–20. Jahrhunderts in der Graphischen Sammlung der Museumslandschaft Hessen Kassel; URL: https://architekturzeichnungen.museum-kassel.de/0/32142/)

Citation
„Engelhard, Johann Daniel Wilhelm Eduard“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/100122973> (Stand: 12.5.2021)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde