Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Contemporary History in Hessen - Data · Facts · Backgrounds

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Details

Ergebnisse der Hessischen Landtagswahl vom 19. November 1950

Absolute Mehrheit der SPD bei Landtagswahlen in Hessen, 19. November 1950

In Hessen wird ein neuer Landtag gewählt. Bei einer Wahlbeteiligung von 64,9 % erhält die SPD 44,4 % der Stimmen, die FDP wird zweitstärkste Partei mit 31,8 %, während 18,8 % der Stimmen auf die CDU entfallen. Alle anderen Parteien erreichen weniger als fünf Prozent der abgegebenen Stimmen (darunter die KPD mit 4,7 %) und scheitern damit an der Fünf-Prozent-Klausel. Aus dem Wahlergebnis ergibt sich für die Sitzverteilung im Hessischen Landtag: SPD 47 (bisher 38), FDP 211 (14) und CDU 12 (28).

Wahlanalyse2

Wahlbeteiligung

In der Gemeinde Steens (Kreis Fulda) wurde eine Wahlbeteiligung von 100 % erreicht, in Poppenrod (Kreis Fulda) gingen 98,4 % zur Wahlurne, in Lindenau (Kreis Rotenburg) waren es 96,5 %. In Raubach (Kreis Erbach) ging dagegen keiner der 71 Wahlberechtigten zur Wahl, in Steinbach (Dillkreis) waren es 11,7 %, in Mudersbach (Kreis Wetzlar) 15,7 %.

Wahlergebnis der SPD

Auf Gemeindeebene erhielt die SPD in 15 Gemeinden keine einzige Stimme, davon lagen sieben im Landkreis Fulda. Die höchsten Ergebnisse erzielte die Partei in vier Gemeinden des Landkreises Hersfeld: Gethsemane (89 %), Ausbach (83,7 %), Wölfershausen (82,9 %) und Dinkelrode (82,7 %). Erfolgreichste Großstadt war für die Partei Frankfurt am Main mit einem Stimmenanteil von 52,3 %.
Auf Wahlkreisebene konnte die Partei vor allem in den Großstädten überzeugen. So erzielte sie in allen sechs Frankfurter Wahlkreisen Werte zwischen 47 % und 55 %. Absolute Bestmarke bei dieser Wahl sind ein Wert von 57,2 % im Wahlkreis 5/Kassel, Stadt-Ost. Den niedrigste Wert stellen 23 % im CDU-dominierten Wahlkreis 14/Fulda, Stadt und Fulda-Land-Nord dar.

Wahlergebnis der CDU

Die CDU erhielt auf Gemeindeebene in insgesamt 25 Gemeinden keine einzige Stimme, davon lagen je drei in den Landkreisen Eschwege, Fritzlar-Homburg und Hersfeld. Höchstergebnisse erzielte die Partei in Reinhards (92,1 %), Rödergrund-Egelsmes (beide Landkreis Fulda, 91,4 %) und Butterstadt (Landkreis Hanau, 90 %).
Klare Hochburg der Partei war der Südosten des Bundeslandes, vor allem der Landkreis Fulda, dort holte die Partei mit 53,2 (Wahlkreis 14/Fulda, Stadt und Fulda-Land-Nord) und 41,1 % (Wahlkreis 13/Schlüchtern und Fulda-Land-Süd) zwei ihrer drei höchsten Ergebnisse. Außerdem war sie im Wahlkreis 21/Limburg (46,6 %) erfolgreich. In Großstädten konnte die CDU bei dieser Wahl dagegen keine guten Ergebnisse erzielen, lediglich in Wiesbaden lag die Partei mit 19,6 % Stimmenanteil leicht über dem Gesamtwahlergebnis.

Wahlergebnis der FDP

Die FDP konnte lediglich in zwei Gemeinden keine einzige Stimme erreichen: Reinhards (Landkreis Fulda) und Glaam (Landkreis Hünfeld). Höchstergebnisse erzielte sie dagegen in Rückersfeld (Landkreis Fritzlar-Homburg, 97,4 %), Martenroth (Untertaunuskreis, 95 %), Appenhain (Landkreis Ziegenhain, 92,6 %), Radmühl (Landkreis Lauterbach, 89,8 %).
Auf Wahlkreisebene konnte die Partei vor allem in den Wahlkreisen 10/Frankenberg und Ziegenhain (51 %), 3/Waldeck (53,4 %) und 20/Alsfeld und Gießen-Land-Ost (53,5 %) überzeugen.3 Erfolgreichste Großstadt für die FDP war Kassel, wo sie 38,3 % holte. Ihre schlechtesten Ergebnisse auf Wahlkreisebene erzielten die Freien Demokraten dagegen in Stadt- und Landkreis Hanau (Wahlkreis 40 (inklusive Offenbach-Land-Ost): 15,1 % und Wahlkreis 36: 18,7 %) sowie im Wahlkreis 35 (Frankfurt a. M., Stadt westliche Vororte, 16,4 %).

Wahlergebnis der KPD

Die KPD konnte insgesamt in 408 der 2673 Wahlbezirke, die in den meisten Fällen identisch mit den politischen Gemeinden waren, keine einzige Stimme holen, 54 davon allein im Landkreis Fulda, 33 im Landkreis Hünfeld, 25 im Landkreis Waldeck und 23 im Landkreis Marburg. Am besten schnitt die Partei in Ueberau (Landkreis Dieburg, 42,1 %), Breitenborn (Landkreis Gelnhausen, 38,2 %) und Neustadt (Landkreis Erbach, 34,3 %) ab. In Offenbach am Main konnte sie immerhin acht Prozent erreichen.
Auf Wahlkreisebene konnte die KPD vor allem im Süden Wähler an sich ziehen, so erreichte sie in den Wahlkreisen 36/Hanau-Land (14,2 %), 41/Offenbach-Land-West (12,1 %) und Groß-Gerau-Ost und 44/Darmstadt-Land (9,3 %) ihre mit Abstand besten Ergebnisse. Wenig überraschend erzielte sie ihr niedrigstes Ergebnis im Wahlkreis 14/Fulda, Stadt und Fulda-Land-Nord mit 1,9 %.

Gewählte Abgeordnete

Die SPD kann 36 der 48 Wahlkreise für sich erringen, die FDP konnte acht Direktmandate gewinnen, die CDU vier (in Klammern steht das Stimmergebnis). Über die Landesergänzungsvorschläge gingen 13 Mandate an die FDP, elf an die SPD und acht an die CDU (in Klammern die Position auf den Landesergänzungsvorschlägen).

SPD

Ackermann, Georg (1897–1964); Kaufmann; Wahlkreis 46: Landkreis Erbach/Odenwald (53,7 %)
Appelmann, Karl (1915–2015); Maschineningenieur; Wahlkreis 39: Stadt Offenbach (51,5 %)
Bock, Max (1888–1953); Schmied; Frankfurt am Main-Eschersheim; Landesergänzungsliste (6)4
Bodenbender, Ludwig (1891–1962); Landwirt; Wahlkreis 17: Landkreis Wetzlar (53,5 %)
Brübach, Wilhelm (1909–2003); Landrat; Wahlkreis 6: Melsungen/Witzenhausen (49,4 %)
Bund, Ferdinand (1890–1962); Postbeamter a.D.; Wiesbaden-Dotzheim; Landesergänzungsliste (12)
Dey, Anton (1892–1973); Bürgermeister; Wahlkreis 40: Stadt Hanau (46,7 %)
Drott, Karl (1906–1971); Verleger; Nachfolger von Wilhelm Arnoul im Wahlkreis 41: Landkreis Offenbach (54,8 %)
Etz, Otto (1895–1957); Angestellter; Wahlkreis 34: Frankfurt am Main-Nordwest (54,4 %)
Fischer, Heinrich (1895–1973); Werkzeugmacher; Wahlkreis 36: Landkreis Hanau (52,3 %)
Furtwängler, Franz Josef (1894–1965); Dozent und Schriftsteller; Wahlkreis 27: Wiesbaden-Vororte (47,0 %)
Gärtner, Ursula (1901–1989); Fürsorgerin; Wahlkreis 31: Stadt Frankfurt am Main-Nordend (51,9 %)
Gassmann, Georg (1910–1987); Bürgermeister; Wahlkreis 12: Stadt Marburg (36,9 %)
Gnaß, Otto (1909–1987); Angestellter; Korbach; Landesergänzungsliste (7)
Göbel, Jakob (1887–1979); Landwirt; Wahlkreis 8: Hersfeld (54,8 %)
Gumbel, Dr. Konrad (1886–1962); Volkswirt; Wahlkreis 19: Gießen-Stadt (43,7 %)
Höhne, Eitel Oskar (1922–1998); Kandidat jur.; Wahlkreis 7: Landkreis Eschwege (50,7 %)
Horn, Ruth (1908–1987); Lehrerin; Darmstadt-Eberstadt; Landesergänzungsliste (10)
Köcher, Josef (1907–1997); Lagerhalter; Wahlkreis 2: Landkreis Kassel (53,1 %)
Kolb, Dr. h.c. Walter (1902–1956); Oberbürgermeister; Wahlkreis 35: Stadt Frankfurt am Main-westliche Vororte (54,8 %)
Kriegseis, Jakob (1885–1968); Schlosser; Wahlkreis 32: Stadt Frankfurt am Main-südlich des Mains (49,8 %)
Lux, Anton (1878–1953); Pflasterer; Wahlkreis 23: Friedberg (49,5 %)5
Meißner, Karl (1890–1965); Gewerkschafssekretär; Wahlkreis 29: Obertaunuskreis (41,9 %)
Metzger, Ludwig (1902–1993); Oberbürgermeister; Wahlkreis 43: Stadt Darmstadt (49,0 %)
Nitsche, Hans (1893–1962); Stadtrat; Kassel-Brasselsberg; Landesergänzungsliste (11)
Precht, Fritz (1883–1951); Rentner; Ihringshausen; Landesergänzungsliste (13)6
Radke, Olaf (1922–1972); Arbeitsrechtler; Mühlheim/M.; Landesergänzungsliste (14)
Ritzel, Heinrich (1893–1971); Oberregierungsrat a.D.; Wahlkreis 45: Landkreis Dieburg (40,4 %)7
Rotter, Lina (1892–1975); Hausfrau; Wahlkreis 33: Stadt Frankfurt am Main-Nordost (54,3 %)
Rupp, Heinrich (1888–1972); Landwirt; Wahlkreis 37: Landkreis Gelnhausen (39,1 %)
Schmitt, Adam (1904–1982); Bürgermeister; Wahlkreis 48: Bergstraße (37,4 %)
Schneider, Alfred (1907–1994); Amtsgerichtsrat; Wahlkreis 16: Dillkreis (43,3 %)
Schneider, Heinrich (1905–1980); Angestellter; Wahlkreis 11: Landkreis Biedenkopf (40,5 %)
Selbert, Dr. Elisabeth (1896–1986); Rechtsanwältin und Notarin; Kassel; Landesergänzungsliste (3)
Stock, Christian (1884–1967); Ministerpräsident; Wahlkreis 44: Landkreis Darmstadt (51,1 %)
Sudheimer, Hans (1920–1987); Bürgermeister; Wahlkreis 42: Groß-Gerau (52,5 %)
Völker, Georg (1887–1970); Landrat a.D.; Wahlkreis 9: Fritzlar-Homburg (47,3 %)
Wagner, Albert (1885–1974); Staatsminister; Wahlkreis 18: Oberlahnkreis (43,7 %)
Weidemann, Hermann (1887–1961); Bürgermeister a.D.; Wahlkreis 1: Hofgeismar (46,0 %)
Weiß, Heinrich (1893–1966); Mechaniker; Wahlkreis 28: Main-Taunus-Kreis (42,5 %)
Winterstein, Ladislaus (1905–1964); Verwaltungsangestellter; Pfungstadt; Landesergänzungsliste (4)
Witte, Otto (1884–1963); Landeshauptmann; Wiesbaden; Landesergänzungsliste (9)
Wittrock, Christian (1882–1967); Krankenkassendirektor; Kassel-Brasselsberg; Landesergänzungsliste (5)
Wittrock, Willi (1898–1966); Stadtrat a.D.; Wahlkreis 5: Stadt Kassel (Ost) (57,3 %)
Wöll, Karl (1903–1972); Gewerkschaftssekretär; Wahlkreis 30: Stadt Frankfurt am Main-Innenstadt (47,9 %)
Zinnkann, Heinrich (1885–1973); Staatsminister; Wahlkreis 22: Landkreis Usingen (50,2 %)
Zinnkann, Wilhelm (1915–1997); Verwaltungsangestellter; Wahlkreis 38: Büdingen (41,0 %)

FDP

Bleek, Karl-Theodor (1898–1969); Oberbürgermeister; Marburg; Landesergänzungsliste (2)8
Catta, Fritz (1886–1968); Architekt (BdA); Wahlkreis 4: Kassel-Stadt (West) (47,4 %)
Euler, August Martin (1908–1966); Rechtsanwalt; Hersfeld; Landesergänzungsliste (1)9
Geißler, Fritz (1903–1960); Bürgermeister; Wahlkreis 15: Landkreis Hünfeld/Lauterbach (37,1 %)
Göbel, Kurt (1900–1983); Diplomvolkswirt, Stiftungsdirektor; Frankfurt am Main; Landesergänzungsliste (12)
Hasselbach, Willi (1922–2004); Landwirt; Wahlkreis 24: Untertaunuskreis (34,8 %)
Kletke, Grete (1892–1987); Hausfrau; Eschwege; Landesergänzungsliste (5)
Kohl, Heinrich (1912–1984); Gerichtsreferendar; Wahlkreis 10: Ziegenhain (51,1 %)
Landgrebe, Ernst Heinrich (1878–1955); Rektor i.R.; Frankfurt am Main; Landesergänzungsliste (7)
Lied, Konrad (1893–1957); Obermeister des Kraftfahrzeug-Handwerks; Wahlkreis 26: Wiesbaden-Stadt-West (38,1 %)
Saure, Wilhelm (1899–1951); Universitätsprofessor; Wahlkreis 3: Landkreis Waldeck (53,4 %)10
Schröder, Ernst (1893–1976); Versicherungsdirektor; Wahlkreis 25: Wiesbaden-Stadt-Ost (44,6 %)
Stein, Friedrich Wilhelm (1887–1956); Landwirt; Wahlkreis 20: Landkreis Alsfeld (53,5 %)

CDU

Fleckenstein, Nikolaus (1906–1979); Chemowerker; Frankfurt am Main-Zeilsheim; Landesergänzungsliste (2)
Großkopf, Dr. Erich (1903–1977); Vereidigter Buchprüfer; Landesergänzungsliste (5)
Hilpert, Dr. Werner (1897–1957); Staatsminister; Herborn; Landesergänzungsliste (1)11
Jäger, Eduard (1894–1970); Landrat; Wahlkreis 21: Limburg (46,6 %)
Jansen, Walter (1899–1969); Landrat; Wahlkreis 13: Schlüchtern (41,1 %)
Kanka, Dr. Karl (1904–1974); Rechtsanwalt; Offenbach am Main; Landesergänzungsliste (8)
Karl Mengel (1900–1975); Landwirt; Rosenthal; Landesergänzungsliste (7)
Pitz, Elisabeth (1906–1996); Regierungs- und Schulrätin; Rasdorf; Landesergänzungsliste (6)12
Raabe, Dr. Cuno (1888–1971); Oberbürgermeister; Wahlkreis 14: Stadt Fulda (53,2 %)
Stein, Dr. Erwin (1903–1992); Staatsminister; Offenbach am Main; Landesergänzungsliste (4)13
Wagner, Dr. Hans (1915–1996); Studienassessor; Wahlkreis 47: Bergstraße-West (37,9 %)
Winkler, Rudolf (1920–1977); Helfer in Steuersachen; Fulda; Landesergänzungsliste (3)

GB/BHE

Böhm, Dr. Rudolf (1913–1995); Regierungsrat a.D.; Weilburg; Landesergänzungsliste/FDP (9)
Czermak, Dr. Fritz (1894–1966); Rechtsanwalt; Büdingen; Landesergänzungsliste/FDP (3)14
Draub, Dr. Günther (1902–1957); Rechtsanwalt; Hofgeismar; Landesergänzungsliste/FDP (6)
Franke, Gotthard (1912–1975); Angestellter; Mainzlar; Landesergänzungsliste/FDP (10)
Hellermann, Edith (1895–1974); Hausfrau; Kassel; Landesergänzungsliste/FDP (13)
Jatsch, Anton (1909–1996); Maschinenbauingenieur; Bensheim; Landesergänzungsliste/FDP (11)
Stein, Klaus (1890–1974); kaufmännischer Angestellter; Fulda; Landesergänzungsliste/FDP (8)
Ziegler, Dr. Wilhelm (1891–1962); Hochschulprofessor; Gelnhausen; Landesergänzungsliste/FDP (4)
(OV/LV/TKi)


  1. Über die Landesliste der FDP waren auch Mitglieder des BHE in den Landtag eingezogen. Unter den Gewählten waren 13 Mitglieder der FDP und 8 des BHE vertreten. Diese bildeten eine gemeinsame Fraktion.
  2. Erarbeitet auf Grundlage von Informationen des Hessischen Statistischen Landesamtes.
  3. Die Wahlkreise 10 und 3 sind auch bei den folgenden Landtagswahlen FDP-Hochburgen, während sich der Wahlkreis 20 zur Hochburg des BHE, dessen Mitglieder bei dieser Wahl über die FDP-Liste antreten, herauskristallisiert. Vgl. hierfür die Wahlanalysen in den Artikeln der Landtagswahlen 1954 und 1958.
  4. Bock verstarb am 20. August 1953. Landtagspräsident Witte gedachte ihm in der 50. Plenarsitzung am 16. September 1953: Am 20. August ist Herr Abg. Bock, Frankfurt, verstorben. Sie alle haben ihn gekannt. Herr Abg. Bock war von Beruf Schmied und hatte sich zeit seines Lebens mit der gewerkschaftlichen und später auch mit der politischen Arbeiterbewegung beschäftigt. Wer mit ihm zusammen arbeitete, wußte, daß er ein überaus rühriger und fleißiger Mensch war. In der Zeit der Gewaltherrschaft, als es kein Recht mehr gab, wurde auch unser Kollege Bock ins Konzentrationslager und ins Zuchthaus geschleppt. Jeder weiß, wenn ein Mensch nach einem Leben voller Arbeit und Mühe fünf Jahre im Konzentrationslager und im Zuchthaus verbringen muß, daß sich das mit zunehmendem Alter bemerkbar macht. Als Herr Kollege Bock in unseren Landtag eintrat, habe ich ihn oft beobachtet, und ich habe ihm angesehen, wie er sich bemüht und angestrengt hat, seine ganze Arbeitskraft einzusetzen. Das ist ihm aber nicht immer ganz gelungen. Sie wissen, daß er Vorsitzender des Wirtschaftspolitischen Ausschusses war. Er hatte selbst den Wunsch, von diesem Posten entbunden zu werden, da seine Hoffnung, nach einem Erholungsurlaub wieder voll arbeitsfähig zu sein, sich nicht erfüllte. Es ging gesundheitlich langsam mit ihm bergab, und schließlich kam der Allbezwinger Tod und nahm ihn aus dem Leben heraus. Wir alle trauern um ihn. Ich habe namens des Landtags an seiner Beisetzung teilgenommen, bei der alle Fraktionen des Landtags vertreten waren. Es war eine erschütternde und ergreifende Beisetzung. Wir wollen sein Andenken in Ehren halten. Hessische Parlamentarismusgeschichte: Drucksachen des Hessischen Landtags, II. Wahlperiode, Abt. III, Bd. 3, S. 2095. Für ihn rückte am 26. August 1953 der Geschäftsführer Leonhard Heißwolf (1880–1957) aus Kronberg/Taunus nach (Landesergänzungsliste, Platz 15).
  5. Lux verstarb am 31. August 1953. Landtagspräsident Witte gedachte ihm in der 50. Plenarsitzung am 16. September 1953: Auch der von allen Parteien hoch geschätzte Herr Abg. Anton Lux ist nach langer schwerer Krankheit vom Allbezwinger Tod abberufen worden. Wir alle hatten – und er vielleicht am allermeisten – die Hoffnung, daß er angesichts seines eisernen Willens und seiner Zähigkeit doch wieder zu uns kommen würde; und tatsächlich erschien er auch, zehn Tage vor seinem Tode, wieder hier im Landtag in Wiesbaden und nahm sofort seine Arbeit wieder auf. Er war frohen Mutes und sagte: „Ich habe es geschafft, nächste Woche geht es wieder weiter.“ Er mußte sich dann aber doch noch einer Operation unterziehen, und nach dieser Operation war seine Lebenskraft erschöpft. Wer Anton Lux kannte, weiß, daß er ein echter Sohn des Volkes war, und wer an seiner Bestattung teilgenommen hat, der konnte selbst sehen, wie ganz Niederflorstadt, seine Heimat, sehr betrübt war, einen so prächtigen Menschen, einen so guten Bürgermeister verloren zu haben. Anton Lux hat sich schon seit dem Jahre 1902 politisch betätigt; er war zuerst Beigeordneter und dann Bürgermeister und hat auch dem alten Landtag von Hessen-Darmstadt angehört. Er ist dann nach 1945 auch sofort zu uns gekommen, um hier wieder mitzuarbeiten. Wenn man bedenkt, daß dieser Mann, der so heimatverbunden war, von den Nationalsozialisten aus seinem Heimatkreis ausgewiesen wurde, dann wird man verstehen, was er gelitten und mit sich herumgeschleppt hat.
    Wir alle wissen es: Er war ein vorzüglicher Kenner der Finanzwirtschaft, er war einer der besten Haushaltkenner, und er hat gerade in seiner Gemeinde wirklich große Dinge geschaffen. Sein Leben ist nicht umsonst gewesen. Namens des Landtags habe ich am Grabe Worte der Erinnerung – ich glaube, für Sie alle, meine Damen und Herren – gesprochen. Alle Fraktionen unseres Landtags waren bei der Beisetzung zugegen, um ihm die letzten Grüße zu übermitteln. Dafür danke ich Ihnen. Wir werden auch das Andenken an unseren alten Freund Anton Lux immer in Ehren halten.
    Hessische Parlamentarismusgeschichte: Drucksachen des Hessischen Landtags, II. Wahlperiode, Abt. III, Bd. 3, S. 2095. Für ihn rückte am 2. September 1953 Emil Müller (1893–1963) aus Bad Nauheim nach.
  6. Precht verstarb am 9. Januar 1951. Landtagspräsident Witte gedachte ihm in der dritten Plenarsitzung am 10. Januar 1951: Heute mittag ging mir telegraphisch die Nachricht zu, daß Herr Abg. Fritz Precht, Mitglied der Fraktion der SPD, der schweren Erkrankung erlegen ist, (Die Anwesenden erheben sich von ihren Plätzen) die den Landtag in seiner letzten Sitzung veranlaßt hat, ihm einen längeren Krankheitsurlaub zu bewilligen. Wir alle haben gehofft, daß er von dieser seiner Erkrankung genesen und dann in unsere Reihen zurückkehren werde. Nun hat der Allbezwinger Tod seinem Leben ein Ende gesetzt. Meine Damen und Herren, Sie alle, wenigstens soweit Sie dem ersten Landtag angehörten, haben Gelegenheit gehabt, Herrn Abg. Precht kennenzulernen. Er war ein kluger Mann, ausgestattet mit einem gesunden Humor, den er in mancher bitteren Stunde, die wir auch hier im Landtag erlebt haben, zur Geltung gebracht hat. Der Tod dieses braven Mannes schmerzt uns sehr. Der Abg. Precht ist aus dem Arbeiterstande hervorgegangen. Er hat als Mechaniker gelernt und hat nach vollendeter Lehrzeit seinen Beruf im Inlande und im Auslande ausgeübt. Im Jahre 1918 wurde er zum Gemeindevertreter und zum Mitglied des Kreisausschusses des Landkreises Kassel gewählt. Im Jahre 1933 wurde er von den Nationalsozialisten aus seinem Amt als Kreisoberinspektor sofort entlassen. Er hat dann während der Nazizeit, wie sehr viele von uns, Schweres erleiden müssen. Seinen Mut aber hat er nie verloren. Nach dem Zusammenbruch wurde er zum Mitglied der Verfassungberatenden Landesversammlung gewählt, und er hat dann dem Hessischen Landtag seit 1946 als Mitglied angehört. Im Landtag war er Mitglied des Haushaltausschusses und des Kommunalpolitischen Ausschusses. Die Abgeordneten, die Gelegenheit hatten, mit ihm zusammenzuarbeiten, wissen, daß er über eine reche Erfahrung auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens, vor allem in der Kommunalpolitik und im Haushaltwesen verfügte und daß er in den Ausschüssen wertvolle Arbeit geleistet hat, die von allen Seiten anerkannt worden ist.
    Seinen Feinden ist es nicht gelungen, ihn niederzuringen; aber der Tod hat auch vor ihm nicht haltgemacht. Meine Damen und Herren, wir wollen diesem braven Manne, der in seinem Leben stets für die Freiheit und für die Rechte der Menschen gekämpft hat, die ewige Ruhe gönnen. Möge ihm die Erde leicht sein!
    Hessische Parlamentarismusgeschichte: Drucksachen des Hessischen Landtags, II. Wahlperiode, Abt. III, Bd. 1, S. 28. Für ihn rückte am 23. Januar 1951 der Bezirks-Arbeitsamtsvorsteher a.D. Franz Fister (1886–1971) aus Wabern nach (Landesergänzungsliste, Platz 16).
  7. Ritzel, der seit 1949 Mitglied des Deutschen Bundestages war, legte sein errungenes Mandat bereits zum 31. Dezember 1950 nieder. Für ihn rückte am 3. Januar 1951 Franz Gruber (1900–1957) aus Eppertshausen nach.
  8. Bleek wurde 1951 Staatssekretär beim Bundesministerium des Innern in Bonn und legte deshalb sein Landtagsmandat am 9. Oktober 1951 nieder. Für ihn rückte am 14. Oktober 1951 der Diplom-Ingenieur Hans-Hermann Molter (1914–1978) aus Reinheim (Odenwald) nach (Landesergänzungsvorschlag, Platz 15).
  9. Euler legte sein Landtagsmandat bereits am 12. Januar 1951 nieder. Für ihn rückte am 26. Januar 1951 der Arbeitsamtspräsident a.D. Dr. Wilhelm Seipel (1898–1968) aus Leeheim (Kreis Groß-Gerau) nach (Landesergänzungsvorschlag, Platz 14). Derselbe legte sein Mandat kurz vor Ende der Legislaturperiode, am 4. August 1954 nieder, ihm folgte am 25. August 1954 der Angestellte Walter Schroeder (1894–1976) aus Frankfurt am Main (Landesergänzungsvorschlag, Platz 19).
  10. Saure verstarb am 18. April 1951. Landtagspräsident Witte würdigte ihn zu Beginn der 8. Sitzung des Landtags am 9. Mai 1951: Herr Abg. Professor Dr. Saure war ein Kind Hessens; er war der Sohn eines Landwirts und Bürgermeisters im Kreise Waldeck. Zunächst war er als Volksschullehrer tätig; dann hat er sich als Werkstudent dem Studium gewidmet. Er studierte in Berlin, Paris, Genf und zuletzt in Göttingen Rechts- und Staatswissenschaften. Seine Liebe und seine Neigung aber waren immer der Landwirtschaft gewidmet. Sein Streben ging dahin, für Deutschland ein einheitliches Agrarrecht zu schaffen. Seit dem Jahre 1948 war er juristischer Berater des Hessischen Bauernverbandes. Im Hessischen Landtag hat er die Fraktion der FDP im Rechtsausschuß vertreten. Nun hat der Allbezwinger Tod ihn aus seinem arbeitsreichen Leben plötzlich und unerwartet abberufen. Wir wollen sein Andenken in Ehren halten und ihm den ewigen Frieden gönnen. Hessische Parlamentarismusgeschichte: Drucksachen des Hessischen Landtags. 2. Wahlperiode, Abteilung III, Bd. 1, S. 197 (eingesehen am 9.5.2022). Für ihn rückte am 23. April 1951 Hans von Ploetz (1904–1993) aus Arolsen nach.
  11. Hilpert übernahm im Sommer 1952 das Amt des Präsidenten der Deutschen Bundesbahn und legte deshalb sein Mandat am 17. Juli 1952 sein Landtagsmandat nieder. Für ihn rückte am 5. August 1952 der Regierungsrat Eduard Trabert (1890–1969) aus Kassel nach (Landesergänzungsliste, Platz 10).
  12. Pitz errang 1953 ein Bundestagsmandat und schied deshalb aus dem Landtag aus. Für sie rückte am 5. November 1953 der Landgerichtsrat Dr. Wilhelm Fay (1911–1980) aus Frankfurt am Main nach (Landesergänzungsliste, Platz 38).
  13. Stein wurde 1951 Richter am Bundesverfassungsgericht und legte deshalb sein Landtagsmandat nieder. Für ihn rückte am 3. Juli 1951 der Installationsmeister und Landesinnungsmeister Wilhelm Bauer (1890–1965) aus Wiesbaden nach (Landesergänzungsliste, Platz 9). Staats-Anzeiger für das Land Hessen, Nr. 29, 21.7.1951, S. 405.
  14. Czermak legte sein Mandat am 31. August 1954 nieder. Für ihn rückte am 12. September 1954 der Diplomkaufmann Anno von Gebhardt (1908–1978) aus Alsfeld nach (Landesergänzungsliste der FDP, Platz 24).
Records
Additional Information
Recommended Citation
„Absolute Mehrheit der SPD bei Landtagswahlen in Hessen, 19. November 1950“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/en/subjects/idrec/sn/edb/id/162> (Stand: 19.11.2022)
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Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde