Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historical Gazetteer

Hattenheim

Stadtteil · 98 m über NN
Gemeinde Eltville am Rhein, Rheingau-Taunus-Kreis 
Settlement | Statistics | Constitution | Property | Church and Religion | Culture | Economy | References | Citation
Settlement

Settlement Type:

Dorf

Localization:

10 km nordöstlich von Rüdesheim am Rhein

Geographical Situation:

Geschlossene Siedlung am Rheinufer hinter einer breiten Anlandung des Leimersbaches.

Bahnhof der Eisenbahnlinie Wiesbaden – Oberlahnstein ("Rheintalbahn") (Inbetriebnahme der Strecke 11.8.1856).

Settlement Development:

Große, durch einen Graben befestigte bandkeramische Siedlung.

Historical Names:

Naming:

  • Hatternheim (1174);

Settlement Sites:

Castles and Fortifications:

Coordinates:

Gauß-Krüger: 3432682, 5542391
UTM: 32 U 432634 5540614
WGS84: 50.01402908° N, 8.059731768° O OpenLayers

Statistics

Location Code:

439003030

Land Usage Statistics:

  • 1885 (Hektar): 1175, davon 264 Acker (= 22.47 %), 88 Wiesen (= 7.49 %), 535 Holzungen (= 45.53 %)
  • 1961 (Hektar): 1200, davon 489 Wald (= 40.75 %)

Population Statistics:

  • 1525: 139 Herdstellen
  • 1700: 33 Bürger und 19 Beisassen
  • 1820: 932 Einwohner
  • 1885: 1322, davon 268 evangelisch (= 20.27 %), 1046 katholisch (= 79.12 %), 7 andere Christen (= 0.53 %), 1 Juden (= 0.08 %)
  • 1961: 1712, davon 313 evangelisch (= 18.28 %), 1368 katholisch (= 79.91 %)
  • 1970: 1764

Charts:

Hattenheim: Einwohnerzahlen 1834-1967

Data source: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Constitution

Administrative Area:

  • 1604: Kurfürstentum Mainz, Oberamt Eltville
  • 1787: Kurfürstentum Mainz, Unteres Erzstift, Vizedomamt Rheingau, Amtskellerei Eltville und Amtsvogtei Erbach
  • 1803: Nassau-Usingen, Vicedomamt Rheingau, Amtskellerei Eltville
  • 1816: Herzogtum Nassau, Amt Eltville
  • 1849: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Herzogtum Nassau, Verwaltungsbezirk VIII (Kreisamt Rüdesheim)
  • 1854: Herzogtum Nassau, Amt Eltville
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Rheingaukreis
  • 1968: Regierungsbezirk Darmstadt, Rheingaukreis
  • 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Rheingau-Taunus-Kreis

Former Administrative District:

Rheingaukreis

Court:

  • 1225 besaß Hattenheim eine Schöffenstuhl (placitum communis)
  • 1816: Amt Eltville
  • 1849: Justizamt Eltville
  • 1854: Justiz- und Verwaltungsamt Eltville
  • 1867: Amtsgericht Eltville
  • 1879: Amtsgericht Rüdesheim am Rhein

Gemeindeentwicklung:

Am 1.7.1972 Eingemeindung in die Stadt Eltville am Rhein.

Property

Manorial System and Landholding:

  • Der Mainzer Erzbischof Friedrich (937-954) soll nach einer Bestätigung von 1069 dem Stift St. Peter in der Vorstadt von Mainz auf Bitten des Propstes Thiemo die Kirche zu Eltville mit den Zehnten u.a. in Hattenheim geschenkt haben. Aus dem Gründungsbericht des Klosters Eberbach geht hervor, dass die Zisterzienser von den Einwohnern von Hattenheim ein Gelände im Talgebiet erwarben, das mit Sicherheit innerhalt der Grenzen lag, für die die erzbischöfiche Nutzungsberechtigung galt. Die meisten Weinlagen gehörten dem Kloster.
  • Neben dem Besitz des Klostes Eberbach zahlreiche Adelshöfe, u.a. Langwerth von Simmern, von Greiffenclau, Reitz von Frentz und von Schönborn.

Tithes:

Der Mainzer Erzbischof Friedrich (937-954) soll nach einer Bestätigung von 1069 dem Stift St. Peter in der Vorstadt von Mainz auf Bitten des Propstes Thiemo die Kirche zu Eltville mit den Zehnten u.a. in Hattenheim geschenkt haben.

Local Nobility:

1118-1411 Adlige in Hattenheim, deren Erben die Langwerth von Simmern waren. Außerdem waren die Adligen von Greiffenclau, Reitz vo nFrentz und von Schönborn hier ansässig.

Church and Religion

Local Churches:

  • 1060-1072: Kapelle, die wohl schon in der Karolingerzeit bestanden hat. 1739/40 Erbauung der heutigen Kirche nach Abbruch des mittelalterlichen Vorgängerbaus.
  • 1321: Weihe der über dem Beinhaus gelegenen Margarethenkapelle

Guardianships:

  • Vinzentius (1615)

Parochial Affiliation:

Die Kapelle (1060-1072) hatte ein eigenes Tauf- und Begräbnisrecht. Ursprünglich bis zur Lösung des Filialverhältnisses zu Eltville gehörig. Dann eigene Pfarrkirche.

Patronage:

1472 hat Langwerth von Simmern das Patronatsrecht als Lehen von von Landsberg, von Ratsamhausen und von Klingenberg

Conversions:

Die Reformation konnte sich im Erzbistum Mainz nicht durchsetzen. Der Ort blieb katholisch.

Intermediate Church Authorities:

Mainzer Archidiakonat St. Moritz in Mainz

Jews:

1491 ein Jude im Ort

References

Bibliography:

Citation
„Hattenheim, Rheingau-Taunus-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/en/subjects/idrec/sn/ol/id/11027> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde