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Herzogtum Nassau 1819 – 51. Rüdesheim

Schloss Vollrads

Schloss · 163 m über NN
Gemarkung Winkel, Gemeinde Oestrich-Winkel, Rheingau-Taunus-Kreis 
Settlement | Statistics | Constitution | Property | Church and Religion | Culture | Economy | References | Citation
Settlement

Settlement Type:

Schloss

Localization:

5,9 km nordöstlich von Rüdesheim am Rhein

Geographical Situation:

Laufzeit: 1. Hälfte 14. Jahrhundert - erhalten

Besitzgeschichte: "Vollrads hat wohl nach dem 1218 vorkommenden Ritter Volradus von Winkel seinen Namen erhalten. Das hier sitzende Geschlecht ist mit Korad genannt Vollrads. 1268 erstmals sicher bezeugt. A. des 14. Jhs. hat es die 1191 zuerst belegte Mainzer Ministerialen-Familie von Winkel, genannt Greiffenclau, die wahrscheinlich stammverwandt ist mit den bereits A. 12. Jh. erscheinenden Adilgen von Winkel bei ihrem Erlöschen im Mannesstamm beerbt und deren Namen angenommen. (...) 1860 im Mannesstamm erloschen, lebt es noch heute (Stand 1965) auf V. in der weiblichen Linie (über eine Heirat von 1846) als Grafen von Matuschka-Greiffenclau." (Herchenröder, Rheingaukreis, S. 364). Seit 1997 im Besitz der Nassauischen Sparkasse.

Baugeschichte: Die Turmburg wurde wohl im 4. Jahrzehnt des 14. Jahrhunderts auf den Fundamenten einer älteren Burganlage errichtet. 1471 erfolgte der Bau des Treppenturmes. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts erfolgte der Bau des Herrenhauses südwestlich der Turmburg. In der Folgezeit Erweiterungen des Gutshofes bis in die ersten Jahrzehnte des 18. Jahrhunderts.

Baubeschreibung: Den Mittelpunkt der Schlossanlage bildet der quadratische, fünfgeschossige Wohnturm, bekrönt von einer Haube. An der Südwestecke des Turmes ein achtseitiger Treppenturm mit Haubendach in Höhe des Turmes. An der Südseite auf der Höhe des 2. Obergeschosses ein Westlich ist dem Turm ein kleiner rechteckiger Zwinger vorgelagert. Von dem Zwinger führte früher eine Zugbrücke (heute Gußeisenbrücke) über den einstigen Wassergraben, der zu einem rechteckig angelegten Teich mit senkrecht gemauerten Wänden umgebaut wurde. An der Südseite des Turmes auf der Höhe des 2. Obergeschosses ein rechteckiger zweigeschossiger Erker (1. Geschoss massiv; 2. Fachwerk).

Nach Thomas Biller war an die Nordwestecke des Wohnturmes ursprünglich ein weiterer Wohnturm von gleicher Höhe angebaut, welcher jedoch im Rahmen der Baumaßnahmen zu Beginn des 18. Jahrhunderts neben den Befestigungen der Burg abgebrochen wurde. (Biller, Burgen im Taunus, S. 100)

Die Turmburg ist von einer nahezu quadratischen ummauerten Gutshof umfasst. In der Südwestecke das Herrenhaus, aus zwei rechtwinklig zueinander stehenden Flügeln. Das dreigeschossige Herrenhaus mit hohem Walmdach hat an den Ecken der Südseite je einen vorgelegten achtseitigen Turm mit achtseitiger Haube bekrönt. Nördlich schliesst sich an den Westflügel des Herrenbaus der Westflügel des massiven Wirtschaftsgebäudes mit Satteldach an, welches - ebenfalls aus zwei rechtwinklig angeordneten Flügeln - die Nordwestecke bildet. Haupteinfahrt an der Südseite zwischen Herrenhaus und Gartenanlage, welche den Süden und Osten der Anlage einnimmt (mit zweigeschossigen, massiven Kavaliershaus mit kleiner angebauter Orangerie).

Bautyp: Urspünglich Turmburg

Erhaltungszustand: Quadratischer Wohnturm mit Wassergraben inmitten des Gutshofes aus dem 17./18. Jahrhundert.

Historical Names:

  • Volradus (1218)

Castles and Fortifications:

  • Die Turmburg wurde wohl in den 1340er Jahren auf den Fundamenten einer älteren Burganlage errichtet. 1471 erfolgte der Bau des Treppenturmes. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts Bau des Herrenhauses südwestlich der Turmburg. In der Folgezeit Erweiterungen des Gutshofes bis in die ersten Jahrzehnte des 18. Jahrhunderts. Erhalten blieb ein quadratischer fünfstöckiger Wohnturm mit Wassergraben inmitten des Gutshofes aus dem 17./18. Jahrhundert.

Coordinates:

Gauß-Krüger: 3428072, 5542351
UTM: 32 U 428026 5540574
WGS84: 50.01313068° N, 7.995430548° O OpenLayers

Statistics

Location Code:

43901204006

Constitution

Administrative Area:

  • 1787: Kurfürstentum Mainz, Unteres Erzstift, Vicedomamt Rheingau, Amtskellerei Rüdesheim und Amtsvogtei Geisenheim (Freiherr von Greiffenclau zu Vollrads)

Former Administrative District:

Rheingaukreis

Property

Manorial System and Landholding:

  • Vollrads ist wohl nach einem 1218 vorkommenden Ritter Volradus von Winkel benannnt. Das hier sitzende Geschlecht ist mit Korad genannt V. 1268 erstmals sicher bezeugt. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts hat es die 1191 zuerst belegte Mainzer Ministerialenfamilie von Winkel, genannt Greiffenclau, die wahrscheinlich stammverwandt ist mit den bereits Anfang des 12. Jahrhunderts erscheinenden Adilgen von Winkel bei ihrem Erlöschen im Mannesstamm beerbt und deren Namen angenommen.
  • Als diese 1860 im Mannesstamm erloschen, lebten auf Vollrads über die weibliche Linnie lange Zeit die Grafen von Matuschka-Greiffenclau.
  • Seit 1997 im Besitz der Nassauischem Sparkasse.
Church and Religion

Local Churches:

  • 1337 stifteten die von Greifenclau auf Vollrads ein Altarbeneficium

Guardianships:

  • Maria (1337); Johannes der Täufer (1337); Alle Heiligen (1337)
References

Bibliography:

Citation
„Schloss Vollrads, Rheingau-Taunus-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/en/subjects/idrec/sn/ol/id/10743> (Stand: 8.5.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde