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Blutige Zusammenstöße zwischen Demonstranten und der Polizei in Frankfurt, 17. Februar 1910

In Frankfurt am Main finden fünf sozialdemokratische Protestveranstaltungen gegen das Vorgehen der Polizei am sogenannten Wahlrechtssonntag statt. Es kommt zu Zusammenstößen, wobei zahlreiche Demonstranten und Polizisten verletzt werden.

Die sozialdemokratische „Volksstimme“ berichtete am Folgetag in einem mehrseitigen Bericht über die Auseinandersetzungen:

In Frankfurts Straßen ist diese Nacht Blut geflossen. Der Polizeisäbel hat Arbeit bekommen, der Browning hat geknallt, und durch Tote wird wohl diese blutige Wahlrechtsnacht schauerlich ausgezeichnet sein. Die Polizei trifft die ganze Wucht der Verantwortung für alles, was geschehen. Sie wußte, welche Erbitterung in der Frankfurter Arbeiterschaft nicht nur, sondern auch in dem Frankfurter Bürgertum ihre königlich-preußische Schneidigkeit am letzten Sonntag erweckt hat. Sie wußte, daß die sozialdemokratisch organisierten und disziplinierten Massen keine Gefahr für die öffentliche Ruhe und Sicherheit darstellen. Sie wußte, daß aber die Anwesenheit von Schutzmannshaufen Elemente aus dem dunkelsten Frankfurt herauslocken würde, die, wie die Szenen in der Neujahrsnacht und zu Fastnacht zeigen, kein Interesse für Politik, desto mehr Interesse für Radau und Krawalle haben.1
(OV/LV)


  1. Volksstimme, 18.2.1910, zitiert nach: Beier, Arbeiterbewegung in Hessen, Frankfurt am Main 1984, S. 220 f.
Records
Recommended Citation
„Blutige Zusammenstöße zwischen Demonstranten und der Polizei in Frankfurt, 17. Februar 1910“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/en/subjects/idrec/sn/edb/id/3117> (Stand: 7.10.2018)
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