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Hessian Biography

Portrait

Philipp Landgraf von Hessen-Darmstadt
(1581–1643)

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Hessen-Darmstadt, Philipp Landgraf von [ID = 5757]

* 26.12.1581 Darmstadt, † 28.4.1643 Butzbach, Begräbnisort: Butzbach Pfarrkirche
Other Names | Activity | Family Members | References | Life | Citation
Other Names

Other Names:

  • Hessen-Butzbach, Philipp Landgraf von
  • Hessen-Butzbach, Philipp III. Landgraf von
  • Hessen-Darmstadt, Philipp III. Landgraf von
Activity

Career:

  • Regierender Landgraf zu Butzbach seit 1609
  • Mit dem kinderlosen Tod Landgraf Philipps (III.) erlosch die Linie Hessen-Butzbach.
Family Members

Father:

Hessen-Darmstadt, Georg I. Landgraf von, 1547–1596

Mother:

Lippe, Magdelena Gräfin zur, 1552–1587

Partner(s):

Relatives:

References

Bibliography:

Image Source:

Landgraf Philipp von Hessen-Butzbach, Ölbild, HHS, Schlossmuseum Darmstadt B 21278 (beschnitten), in: Franz, Das Haus Hessen, Darmstadt 2012, S. 272

Life

Nach dem frühen Tod des Vaters übernahm der eben 18-jährige Landgraf Ludwig V. mit der Regierung auch die Erziehung der jüngeren Brüder. Philipps sorgfältige Hauslehrer-Ausbildung wurde ergänzt durch ausgedehnte Bildungsreisen: 1600/02 nach Frankreich und den Niederlanden, 1602/03 nach Italien, 1605/06 nach Spanien und 1607/08 noch einmal nach Italien mit abschließenden Besuchen in Wien und am Kaiserhof in Prag. Ergebnis waren neben umfassenden Sprachkenntnissen vertiefte Interessen an Literatur, Kunst und Wissenschaften. Angesichts der starken Belastung der Landesfinanzen durch die mit der grundsätzlich festgelegten Unteilbarkeit der Landgrafschaft fälligen Apanagen für jüngere Prinzen erhielt Philipp 1609 die Stadt Butzbach mit zunächst nur sieben Dörfern des zugehörigen Gebiets als der Darmstädter Landeshoheit unterworfene Teil-Landgrafschaft, die in den Folgejahrzehnten zur vollständigen Abgeltung der Geldrente durch weitere Gebietsteile, unter anderem auch die Herrschaft Vöhl/Itter, ergänzt wurde.

In Butzbach ließ Philipp das in Verfall geratene Schloss der Grafen Königstein aus dem 15./16. Jahrhundert nach eigenen Plänen ausbauen und nach der in Darmstadt prunkvoll gefeierten Hochzeit durch einen repräsentativen „Neuen Bau“ ergänzen. Zu den Baumaßnahmen gehörten neben der Anlage des Lustgartens und dem Ausbau der zur Stadtkirche gewordenen ehemaligen Kugelherren-Kirche der ebenfalls von Philipp selbst geplante Neubau von Schloss Philippseck als Sommersitz und Fluchtort vor der Pestgefahr. Die literarisch-künstlerischen Interessen dokumentieren der erhaltene Bibliothekskatalog und das Inventar der im Schloss hinterlassenen Sammlung, zu der auch die optischen Geräte für die mit Eifer betriebenen astronomischen Studien gehörten, darunter eine von Philipp selbst entworfene Sonnenuhr. Der Astronom Johannes Kepler war mehrfach zu Besuch in Butzbach. Zeugnis des künstlerischen Interesses ist auch das vom Leibarzt Georg Faber illustrierte Tagebuch der Reise nach Ostfriesland 1632 zur Heimholung der künftigen Landgräfin Christina, die nach Anna Margarethes Tod zweite Frau des Landgrafen wurde. Da auch diese Ehe kinderlos blieb, ist die Landgrafschaft Hessen-Butzbach mit dem Tod Landgraf Philipps, dessen landesväterlichen Einsatz für lutherische Religion und Schulbildung die Leichenpredigt würdigt, schon nach einer Generation wieder an die Hauptlinie zurückgefallen. Als Witwensitz und Nebenresidenz wurde Butzbach noch bis ins 18. Jahrhundert genutzt.

Eckhart G. Franz

(Text identisch mit: Franz, Das Haus Hessen, S. 272 f.)

Citation
„Hessen-Darmstadt, Philipp Landgraf von“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/115864660> (Stand: 10.10.2020)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde