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Hessian Biography

Portrait

Auguste Herzogin von Cambridge
(1797–1889)

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Cambridge, Auguste Herzogin von [ID = 15831]

* 25.7.1797 Rumpenheim, † 6.4.1889 London, Begräbnisort: Kew
Other Names | Activity | Family Members | References | Life | Citation
Other Names

Maiden Name:

Hessen, Auguste Prinzessin von

Family Members

Father:

Hessen-Kassel, Friedrich Landgraf von, * Kassel 11.9.1747, † Frankfurt am Main 20.5.1837

Mother:

Nassau-Usingen, Karoline Polyxena Fürstin von, 1762-1823

Partner(s):

  • Cambridge, Adolf Friedrich Herzog von, 1773-1850

Relatives:

References

Bibliography:

Image Source:

Herzogin Auguste von Cambridge, Ölbild, HHS, Schloss Fasanerie B 184 (beschnitten), in: Franz, Das Haus Hessen, Darmstadt 2012, S. 164

Life

Die jüngste Tochter Landgraf Friedrichs von Hessen nahm die mit Großmutter Marie geknüpfte Verbindung zum britischen Königshaus wieder auf. Ihr Mann, der jüngste Sohn König Georgs III., wurde schon 1786 an der Universität Göttingen immatrikuliert, um mit Sprache und Gewohnheiten des in Personalunion mit England verbundenen Kurfürstentums Hannover vertraut zu werden. 1791 trat er ins hannover’sche Heer ein und wurde 1801 Major. Während der Franzosenzeit diente er in der britischen Armee, avancierte bis zum Generalleutnant und wurde 1813, nicht zuletzt wegen seiner Popularität, von seinem Bruder, Prinz-Regent Georg (IV.), zum königlichen Repräsentanten und Militärgouverneur in Hannover bestellt; 1816 folgte die Ernennung zum Generalstatthalter des zum Königreich erhobenen Kurfürstentums, das auch im Deutschen Bund vorerst weiterhin in Personalunion mit England verbunden blieb.

Im darauffolgenden Sommer wurde Adolph Friedrich von seinem älteren Bruder Wilhelm gebeten, eine junge hessische Prinzessin als mögliche Braut für ihn in Augenschein zu nehmen. Der Bericht über Prinzessin Auguste fiel so begeistert aus, dass Wilhelm vorschlug, Adolph Friedrich solle selbst um sie werben. Die Hochzeit wurde im Sommer 1818 zunächst in Kassel, dann in London gefeiert. Kinder der Ehe waren der Sohn George William (1819-1904), der erste nach mehr als 100 Jahren wieder in Hannover geborene Prinz des Königshauses, und die Töchter Auguste (1822-1916), später Frau ihres Vetters Friedrich Wilhelm von Mecklenburg-Strelitz, und Mary Adelaide (1833-1897). Im Unruhe-Winter 1830/31 ernannte der nunmehrige König Wilhelm IV. seinen jüngeren Bruder zum Vizekönig von Hannover. Als mit Wilhelms Tod 1837 die erst 18jährige Nichte Victoria britische Königin wurde, fiel das Königreich Hannover, das im Gegensatz zu England keine weibliche Erbfolge zuließ, an Adolphs nächstälteren Bruder Ernst August von Cumberland (1771-1851) Herzog Adolph kehrte mit seiner Familie nach fast 24 Jahren in Deutschland nach England zurück, wo er durch vielfältigen sozialen Einsatz Ansehen erwarb. Auch von dort aus besuchte Auguste, die ihren Mann um fast drei Jahrzehnte überlebte, mit ihren Kindern weiterhin die jährlichen Familientreffen auf Schloss Rumpenheim, bei denen zum täglichen Dinner um 5 Uhr bis zu 35 Personen zusammenkamen. Das Kriegsjahr 1866 war auch für sie ein entscheidendes Jahr, da Preußen nicht nur ihr hessisches Stammland, sondern ebenso ihre zweite Heimat Hannover und das Herzogtum Nassau ihrer mütterlichen Familie annektierte. In eben diesem Jahr wurde Augustes jüngste Tochter Mary Adelaide die Frau des Herzogs Franz von Teck (1837-1900). Die älteste Tochter dieser Ehe, Prinzessin Mary (1867-1953), heiratete 1893 Prinz Georg (V.) von Wales und wurde an seiner Seite 1911 Königin von Großbritannien und Irland und Großmutter der heutigen Königin.

Christine Klössel

(Text identisch mit: Franz, Das Haus Hessen, S. 164 f.)

Citation
„Cambridge, Auguste Herzogin von“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/1019726776> (Stand: 25.7.2022)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde