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Hessian Biography

Portrait

Sophia Gräfin zu Schaumburg und Lippe
(1615–1670)

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Schaumburg und Lippe, Sophia Gräfin zu [ID = 5779]

* 12.9.1615 Kassel, † 22.11.1670 Bückeburg, Begräbnisort: Stadthagen, evangelisch-reformiert
Adlige
Other Names | Activity | Family Members | References | Life | Citation
Other Names

Maiden Name:

Hessen-Kassel, Sophia Landgräfin von

Activity

Career:

  • 12.10.1640 Eheschließung mit Graf Philipp I. zu Schaumburg-Lippe
Family Members

Father:

Hessen-Kassel, Moritz Landgraf von, 1572–1632

Mother:

Nassau-Dillenburg, Juliane Gräfin von, 1587–1643

Partner(s):

  • Schaumburg und Lippe, Philipp I. Graf und Edler Herr zu, * Schloss Brake bei Lemgo 18.7.1601, † Stadthagen 10.4.1681, Heirat Stadthagen 12.10.1644, Sohn des Simon VI. Graf zur Lippe, * Detmold 15.4.1554, † Brake 7.12.1613, und der Elisabeth Gräfin von Holstein-Schaumburg, 1566–1638

Relatives:

References

Bibliography:

Image Source:

Gräfin Sophia von Schaumburg-Lippe, Ölbild von Aug. Erich oder Chr. Jobst, Hessische Hausstiftung, Schloss Fasanerie B 577 (beschnitten), in: Franz, Das Haus Hessen, Darmstadt 2012, S. 99

Life

Sophia verbrachte ihre Kinderjahre im Kasseler Schloss und später mit der Mutter Juliane im „Nassauer Hof“ in Kassel. Sie erhielt eine sorgfältige Erziehung im strikt reformierten Sinne. Den Religionsunterricht erteilte der Hofprediger; die anderen Fächer übernahmen eine Hofmeisterin und die Lehrer ihrer Brüder. Später wohnte Sophia mit ihren bislang unverheiratet gebliebenen älteren Schwestern und den jüngeren Geschwistern bei der Mutter im Rotenburger Schloss. Ein Jahr nach dem Tod der Mutter arrangierte die couragierte Schwägerin Amalie Elisabeth, die Witwe Landgraf Wilhelms V., eine Ehe und stattete Sophia gemäß dem Vertrag von 1627 mit einer Mitgift aus.

Der reformierte Bräutigam Philipp hatte bereits nach dem Tod seines Vaters 1613 die Ämter Lipperode und Alverdissen als Apanage erhalten. Im Jahr 1640 erwarb er dann als Erbe seiner Schwester Elisabeth von Holstein-Schaumburg (1592–1646), der Mutter des letzten Grafen Otto V. von Schaumburg (1614–1640), Ansprüche auf einen Teil von dessen Territorium, die freilich in langwierigen Verhandlungen gegenüber Schweden, dem Fürstbischof von Minden, dem Herzog von Braunschweig-Lüneburg und nicht zuletzt auch gegenüber seiner Kasseler Schwägerin Amalie Elisabeth durchgesetzt werden mussten. Im Hauptteilungsrezess vom 19. Juli 1647 erhielt Philipp I. schließlich die Ämter Arensburg, Bückeburg, Hagenburg, Stadthagen und einen Teil von Sachsenhagen als Lehen von Hessen-Kassel. Die nunmehrige Grafschaft Schaumburg-Lippe erlangte nach und nach wieder mehr Selbstständigkeit und im 19. Jahrhundert sogar die volle Souveränität.

Das Grafenpaar Philipp und Sophie setzte sich nach dem Westfälischen Friedensschluss tatkräftig für den Wiederaufbau des verwüsteten Landes ein. An die prächtige Renaissance-Hofhaltung unter Graf Ernst, der mit Sophies Tante Hedwig verheiratet war, konnten sie freilich Gräfin Sophia von Schaumburg-Lippe nicht mehr anknüpfen. Aus Sophies Ehe gingen zwischen 1646 und 1659 insgesamt zehn Kinder hervor, sechs Töchter und vier Söhne, darunter der Thronerbe Graf Friedrich Christian (1655–1728). Tochter Hedwig Luise (1650–1731) heiratete 1676 Herzog August von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Beck, dessen Schwester Herzogin Dorothea Amalia zehn Jahre später Sophies Sohn Philipp Ernst (1659–1723) ehelichte.

Holger Th. Gräf

(Text identisch mit: Franz, Das Haus Hessen, S. 99 f.)

Citation
„Schaumburg und Lippe, Sophia Gräfin zu“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/104196866> (Stand: 22.11.2020)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde