Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Regesta of the Landgraves of Hessen

1402 April 12

Bündnis zwischen Landgraf Hermann II. und Markgraf Balthasar von Meißen

Regest-Nr. 11216

Tradition | Regestum | Original Text | References | Text Basis | Citation
Tradition
Engrossment: Hauptstaatsarchiv Dresden, Nr. 5207. Pergament, das Siegel an Pergamentstreifen.
Ausfertigung der Gegenurkunde Markgraf Balthasars von Meißen: Staatsarchiv Marburg, Verträge mit Sachsen. Pergament, das Siegel fehlt.
Copies: Hauptstaatsarchiv Dresden, Cop 29, fol. 31.
Abschrift der Gegenurkunde: Hauptstaatsarchiv Dresden, Cop. 29, fol. 30.
Prints: Urkunden der Markgrafen von Meissen Abt. B 2, S. 283-285 Nr. 419.
Druck der Gegenurkunde: Urkundenbuch der Herzöge von Braunschweig 9, S. 229-231 Nr. 164; Eckhardt, Eschwege, S. 123 f. Nr. 128 (Teildruck).
Regesta: Urkunden der Markgrafen von Meissen Abt. B 2, S. 283 Nr. 419; Eckhardt, Eschwege, 124 Nr. 129.
Regestum
Nordhausen. - Landgraf Hermann II. von Hessen schließt mit Landgraf Balthasar [von Thüringen] ein ewiges Bündnis, behält sich die Verfolgung seiner Ansprüche auf Eschwege und Sontra vor und trifft Vereinbarungen für den Fall eines Krieges mit Erzbischof Johann II. von Mainz.
Original Text
Wir Hermann von gots gnaden lantgrave zcu^e Hessen bekennen und tu^en kund - vor uns und unser erben, daz wir uns mit dem hoichgeborn fursten hern Balthazar lantgraven in Doringen und marcgraven zu^e Miessen unserm lieben oheim und bru^eder und sinen erben durch angebornner liebe und sunderlicher fru^entschafft willen ewiglich verbunden und vereinet han, virbinden und vereynen uns mit rechter wissen geinwu^ertiglich in crafft diesis briefs, als hernach geschrebin sted. (1) Zcu^em ersten sullen und wullen wir und unser erben ewiglich des vorgenanten unsers omen und bru^eder und siner erben fiende nicht werden, dasselbe sii auch also ewiglich widderumbe gein uns halden sullen. (2) Wulden wir in abir zu^esprechen umbe Eschinwege und Su^entra, daz mogen wir tu^en in gu^etlichen sachen mit fruntschafft ader mit rechte vor unsern herren dem Romischen kunige, vor dem keyser ader vor den frunden. (3) were auch, daz wir ader unser erben eins bischoffs von Mencze fyende wurden umbe Eschinwege und Su^entra, daz kuntlich were, daz dii fehede davon zuqueme, so mu^echte der obgenante unser oheim und bruder ader sine erben eyme bischoffe gein uns helffen und anders nicht. (4) Were auch, daz ein bischoff von Mencze ader sine amptlude uns ader unser erben anegriffen ader beschedigeten zu Eschinwege ader Suntra ader darinne, wulden wir uns des uffhalden gein eyme bischoffe ader den sinen, so mu^egen unser oheim und bruder vorgenant, sine erben ader dii iren daz weren in den feltmargken darselbs nach lude der burgfriedsbriefe, dii unser oheim und bruder vorgenante und ein bischoff und sin stifft zu^e Mencze under einander daruber gegeben han, dii damydde unverbrochen blieben sullen. (5) Were auch, daz zuschen uns beyden parthien vorgenant ader unser beyder erben dheinerley zcweitracht ader gebrechen furderme uffstunden ader gescheen, daz god verhalde, so sulde unser iglicher parthie czwene irer frunde unverczoglich daczu^e geben und schicken gein Drefu^ert bynnen den nehsten fier wochen, nachdeme als unser eyne party^e des von der andern vermand wurden, dii viere also geschickit versuchen sulden, ab sii die sachen in fru^entschafft ader mit rechte eintrechtlich entrichten und gescheiden mu^egen. Kunden sie abir des nicht ein werden, so sulden die obgenanten unser omen und wir eins ungeradden uberkommen. Mit willicher parthie der zu^efiele in fru^entschafft ader ime rechten, daz sulde macht haben und sulde auch dabii blieben. (6) Were auch, daz dheinerley^e zcweitracht ader gebrechen uffstu^enden zu^eschen unser beyder manne, burgmanne ader underseßen, so sulde unser iglich parthie zcwene ire frunde daczu^e geben und schicken gein Drefu^ert obgenant bynnen den nehsten vier wochen, nachdem als unser ein des von der andern ermand und beschrebin wurde, dii viere also geschickit versuchen sulden, ab sii die sachen eintrechtlichen in fru^entschafft ader mit rechte gescheiden ader verrichten mugen. Kunden sii abir des nicht getu^en, were danne dii ansprache unser manne, burgmanne ader den unsern, so sulden wir ader unser erben eynen uberman kiesen und nehmen zu des vorgenanten unsers omen ader siner erben rade. Were abir dii ansprache unsers vorgenanten omen und siner erben manne, burgmanne ader der iren, so sulden sie eynen unerman uß unserme ader unser erben rade kiesen. Waz danne die funffe also gekorn under in nach ansprache und antwu^erte zu^erechte uff ire eyde wisesten und uzsprechen, dabii sulde iz blieben und sulde daz von beyden sieten also gehalden und follenczogen werden, als dicke des nod geschee. (7) Auch waz unser ome vorgenant und sine erben und wir und unser erben briefe habin, dii uns under einander anru^eren und vor datum diesis briefs gegebin sin, dii soln mit diesem briefe unverbrochen sin und bii aller irer macht blieben in aller irer meynunge begriffen an alle geverde und argelist. Des zu^e orku^ende han wir unser ingesiegil wißintlich an diesen brieff laßen hencken, der gegeben ist zu^e Northu^esen nach Cristi geburte vierczen hundert darnach in dem andern iare an der mitwochen nach dem suntage misericordia domini.

Language of the Original Text

deutsch

References

Other Persons

Hessen, Landgrafen, Hermann II. · Thüringen, Landgrafen, Balthasar · Mainz, Erzbischöfe, Johann II. von Nassau

Other Places

Thüringen, Landgrafen · Meißen, Markgrafen · Mainz, Erzbischöfe · Eschwege · Sontra

Keywords

Bündnisse, ewige · Ansprüche, Bewahren von · Fehden, Vorbereiten von · Erzbischöfe · Landgrafenitinerar

Text Basis

Document Particulars, Regestum

UB Markgrafen Meißen 2

Original

UB Markgrafen Meißen 2

Citation
Landgrafen-Regesten online Nr. 11216 <https://www.lagis-hessen.de/en/subjects/idrec/sn/lgr/id/11216> (Stand: 10.04.2020)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde