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Hessian Biography

Portrait

Friedrich III. Jakob Landgraf von Hessen-Homburg
(1673–1746)

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Hessen-Homburg, Friedrich III. Jakob Landgraf von [ID = 6560]

* 19.5.1673 Berlin Schloss, † 16.7.1746 Herzogenbusch
Other Names | Activity | Family Members | References | Life | Citation
Family Members

Father:

Hessen-Homburg, Friedrich II. Landgraf von, 1633–1708

Mother:

Kurland, Louisa Elisabetha Prinzessin von, 1646–1690

Partner(s):

Relatives:

References

Bibliography:

Image Source:

Creator:Jacob Hauck, Friedrich III Jacob van Hessen-Homburg (1673-1746), by Jacob Hauck, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons (beschnitten)

Life

Friedrich Jakob erhielt am Berliner Hof, wo sich sein Vater als Kommandant der brandenburgischen Truppen aufhielt, eine gründliche Ausbildung. Nach seiner Konfirmation 1687 besuchte er zusammen mit seinen Brüdern Philipp und Carl Christian, die im Juli 1687 gegründete Ritterakademie in Wolfenbüttel, an der die drei am 26. August 1689 immatrikuliert wurden. Friedrich Jakob war schon zuvor zum Rittmeister in der Armee der Generalstaaten ernannt worden. 1692 wurde er Obrist des vakanten Kavallerieregiments Groningen. Die weiteren Stufen auf der militärischen Karriereleiter waren: 1701 Brigadier, im April 1704 Generalmajor und nach der Schlacht von Höchstädt im August des Jahres Generalleutnant. Bis zum Frieden von Utrecht blieb er in holländischen Diensten und übernahm dann 1708 als Landgraf Friedrich III. die Nachfolge seines Vaters in Homburg. Die finanzielle Lage der kleinen Landgrafschaft war meist prekär; wie schon der Vater ließ auch der Sohn sich von Alchemisten und anderen Plänemachern zu Verlustgeschäften verleiten. Seine Pläne zum Ausbau des Schlosses durch den Darmstädter Hofarchitekten Rémy de la Fosse scheiterten am Geldmangel.

Nachdem die Schulden beträchtlich angewachsen waren, hatte in Homburg eine kaiserliche Debitkommission das Sagen, und Friedrich sah sich gezwungen, 1738 erneut Dienste in Holland zu nehmen. 1739 wurde er Gouverneur von Tournai, 1741 von Breda, 1744 von ‘s Hertogenbosch; seit 1742 war er General der gesamten niederländischen Kavallerie. Aufgrund seiner Verpflichtungen im niederländischen Militär- und Verwaltungsdienst war Friedrich Jakob in der Folge nur noch sporadisch in Homburg. Er kümmerte sich aber um den Ausbau der Residenz, ließ 1710 die Dorotheenstraße anlegen und dortselbst einige Häuser erbauen und unterstützte den Bau der französisch-reformierten Kirche, die 1724 als Jakobskirche eingeweiht wurde. Um das Gesundheitswesen in Homburg bemüht, erteilte er 1716 das Privileg für eine zweite Apotheke; die Medizinalordnung von 1729 sah unentgeltliche Behandlung von Armen vor. Die Gründung des 1721 eröffneten Homburger Armen- und Waisenhauses geht auf ihn zurück. Die tolerante Religionspolitik des Landgrafen gewährte einer Gruppe von Separatisten um Maria Katharina Schütz und Christoph Schütz, die im orthodox-lutherischen Frankfurt nicht gern gesehen waren, Duldung in Homburg. Sein zeitweiliger Leibarzt Johann Christian Senckenberg stand dieser Gruppe nahe. Friedrich III. interessierte sich als erster der Landgrafen für die römischen Überreste an der Saalburg und ließ dort graben.

Seine Ehe mit Elisabeth Dorothea sollte – wie die des Onkels Wilhelm Christoph mit Sophie Eleonora und später des Großneffen Friedrich V. Ludwig mit Karoline – zur Beilegung der Streitigkeiten mit der Darmstädter Hauptlinie beitragen. In zweiter Ehe heiratete Friedrich Jakob 1728 die verwitwete Gräfin Christiane von Nassau-Ottweiler, deren Mutter Christiane, geborene von Ahlefeldt, zunächst mit dem früh verstorbenen Landgrafen Leopold Georg (1654-1675), einem Sohn Landgraf Wilhelm Christophs, verlobt gewesen war. Da keines seiner zehn Kinder Friedrich III. Jakob überlebte – Sohn Ludwig Gruno starb acht Monate vor dem Tod des Vaters – folgte als Landgraf sein Neffe und Patensohn Friedrich Karl.

Barbara Dölemeyer

(Text identisch mit: Franz, Das Haus Hessen, S. 402-404.)

Citation
„Hessen-Homburg, Friedrich III. Jakob Landgraf von“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/128877111> (Stand: 21.1.2020)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde