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Wahlmännerwahl zum 34. Landtag des Großherzogtum Hessens, 28. Oktober 1908

Zum 34. Hessischen Landtag werden bei den Wahlmännerwahlen 25 Abgeordnete gewählt, dabei kommt es zu folgender Stimmenverteilung:

Bauernbund: 5 Abgeordnete

Zentrum: 3 Abgeordnete

Nationalliberale: 11 Abgeordnete

Freisinnige Volkspartei: 3 Abgeordnete

Sozialdemokraten: 2 Abgeordnete

Fraktionsloser: 1 Abgeordneter

Es kommt zu einer sehr geringen Veränderung im Stärkeverhältnis der Parteien. Die Sozialdemokraten verlieren zwei Mandate in Mainz, die je von einem Nationalliberalen und einem Zentrumspolitiker besetzt werden. Die Freisinnigen und der Bauernbund behalten ihre Mandate bei.

Wahlergebnisse1

Starkenburg

In Starkenburg gehen die Nationalliberalen als Sieger von sechs Wahlkreisen hervor (2x Darmstadt, Lampertheim, Michelstadt, Wald-Michelbach, Reinheim). Der Bauernbund (Groß-Umstadt, Griesheim) und die Sozialdemokraten (Offenbach-Land, Stadt Offenbach) gewinnen jeweils zwei Wahlkreise.

In Darmstadt beteiligten sich von insgesamt 9868 Wahlberechtigten nur 5812 Wähler, die Wahlbeteiligung lag bei 59%. Dabei erhielten die Nationalliberalen 52%, die Sozialdemokratie 31% und die Freisinnigen 16%. 76 Stimmen (1%) waren ungültig. In Offenbach lag die Wahlbeteiligung bei 84%, wobei die Sozialdemokratie 52% und die Nationalliberalen 48% erhielten.

In Wald-Michelbach gewannen die Nationalliberalen mit 54% gegen das Zentrum (46%).

In Groß-Umstadt gewann mit 45% das Zentrum.

In Griesheim gewann der Bauernbund mit 52% gegen die Sozialdemokraten mit 48%.

Oberhessen

In Oberhessen gewinnen der Bauernbund (Butzbach, Grünberg, Herbstein) sowie die Freisinnigen (Gießen, Friedberg, Alsfeld) je drei Wahlkreise, die Nationalliberalen einen (Lauterbach). Das Mandat für den Wahlkreis Laubach gewinnt ein Fraktionsloser.

In den Städten Alsfeld und Gießen wird der bisherige Abgeordnete ohne Gegenkandidat wiedergewählt, wobei die Darmstädter Zeitung hier von einer geringen Wahlbeteiligung berichtet. In Friedberg liegt die Wahlbeteiligung bei 85%, wobei 53% der Stimmen auf die Freisinnige Volkspartei entfallen und 47% auf die Nationalliberalen.

In Grünberg gewinnt der Bauernbund mit 70%, die Nationalliberalen erhalten 24%, die Deutsch-soziale Partei 6%. Der parteilose Dr. Karl Weber erhält im Wahlkreis Laubach 94%. die Deutsch-sozialen 6%.

Rheinhessen

In Rheinhessen gehen die Nationalliberalen mit vier gewonnen Wahlkreisen (Mainz, Worms, Pfeddersheim, Oppenheim) als Sieger hervor, die restlichen drei Wahlkreise (Mainz, Bingen, Ober-Ingelheim) entfallen auf das Zentrum.

In Mainz wählen von 12140 Wahlberechtigten 8527 Personen, die Wahlbeteiligung liegt demnach bei 70%. Dabei entfielen auf die Sozialdemokraten 46%, auf die bürgerlichen Parteien 54%. In Worms gewinnen die Nationalliberalen mit 63% gegen die Freisinnige Volkspartei mit 37%. Für Bingen konstatiert die Darmstädter Zeitung eine geringe Wahlbeteiligung, wobei der Abgeordnete ohne einen Gegenkandidaten wiedergewählt wurde. In Oppenheim gewinnen die Nationalliberalen mit 71% gegen die Freisinnigen (29%).

Gewählte Abgeordnete

Bauernbund

Hauck, Georg (1854-1921; Landwirt, Groß-Umstadt)

Joutz, Wilhelm (1850-1916; Kaufmann, Butzbach)

Lutz, Eduard (1866-1915; Landwirt, Grünberg)

Schmalbach, Heinrich (1838-1909; Bürgermeister, Herbstein)

Senssfelder, Adam (1848-1924; Bürgermeister, Griesheim)

Zentrum

Frenay, Ignaz (1858-1912; Bürgermeister, Ober-Ingelheim)

Pennrich, Jakob (1849-1911; Rentner, Bingen)

Schmitt, Adam Josef (1855-1928; Rechtsanwalt, Mainz)

Nationalliberale

Finger, Ernst (1857-1945; Bürgermeister, Pfeddersheim)

Glässing, Wilhelm (1865-1929; Bürgermeister, Darmstadt)

Heidenreich, August (1846-1913; Ökonomierat, Wald-Michelbach)

Lang, Friedrich (1855-1932; Weinhändler, Michelstadt)

Osann, Arthur (1862-1924; Rechtsanwalt, Darmstadt)

Pagenstecher, Friedrich (1871-1941; Rechtsanwalt, Mainz)

Reinhardt, Nikolaus (1841-1910; Fabrikant, Worms)

Schönberger, Georg (1838-1923; Bierbrauereibesitzer, Reinheim)

Seelinger, Adam (1848-1919; Bürgermeister, Lampertheim)

Stöpler, Alexander (1848-1922; Bürgermeister, Lauterbach)

Winkler, Philipp (1875-1962; Rechtsanwalt, Oppenheim)

Freisinnige Volksartei

Damm, Carl (1857-1926; Beigeordneter, Friedberg)

Gutfleisch, Edgid (1844-1914; Rechtsanwalt, Gießen)

Reh, Heinrich (1860-1946; Rechtsanwalt, Alsfeld)

Sozialdemokratische Partei

Orb, Johannes (1854-1911; Parteisekretär, Offenbach-Land)

Ulrich, Carl (1853-1933; Buchdruckereibesitzer, Offenbach)

Fraktionsloser

Weber, Karl (1864-1929; Forstmeister, Laubach)
(SGr)


  1. Die detaillierten Wahlergebnisse für jeden einzelnen Wahlkreis liegen nur lückenhaft vor, sie wurden sofern möglich dargestellt. Die Wahlbeteiligungen liegen nur für die freien Städte vor.
Records
Recommended Citation
„Wahlmännerwahl zum 34. Landtag des Großherzogtum Hessens, 28. Oktober 1908“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/en/subjects/idrec/sn/edb/id/5591> (Stand: 16.6.2019)
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