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Germann, von, Friedrich Konstantin August (* ca. 1744), Kassel

Name
von Germann, Friedrich Konstantin August
Year of Birth
1744
Place of Birth
Kassel
Denomination
reformiert
Family Background
Verheiratet, ein Sohn. Seine Ehefrau ist die jüngste Tochter des 1762 verstorbenen Kriegssekretärs Von der Velden. Heirat im Sommer 1775 (80: Hanauer Geheimer Rat: Dispensationen von der Heiratsproklamation: ad rubrum XXXIV P unverzeichnet).
Capital
Keine Angabe
Muster
22. März 1776 in Nimwegen (415-4: 3f; PRO: SP81/183 o.B.: 1776 März 22. Siegel und Unterschrift auf den angeführten Musterrollen der Leibkompanie); 25. April 1779 in den Albemarle Baracken (415-4: 28v, 29r); 8. März 1782 in Bedford, Long Island (415-4: 77
Year of Departure
1776
Regiment
Leibkompanie; Kompanie von Germann, 1780 Grenadierkompanie; 1794 2. Garde-Grenadier-Bataillon (Streider, Grundlage 166).
Military Career
Seit dem 14. April 1766 (fälschlich 11. April 1766) beim Regiment. 1779 Beförderung zum Premierleutnant, seit dem 12. Januar 1774 Stabskapitän (Hauptmann; 415-4b: 40; 957: 72f; LC: Mackenzie Papers: Liste of Seniority of the Hesse-Hanau Troops). Nach dem Abmarsch aus Hanau am 15. März 1776 wird von Germann mit seiner Kompanie gemustert und anschließend nach Kanada eingeschifft. Vorher Bericht an den Erbprinzen am 23. März 1776 auf der Waal bei Zaltbommel (Bommel; 414-1: 1f). Am 1. Juni 1776 Ankunft in Quebec auf dem Transportschiff "The Three Sisters" (414-1: 3). Von Germann verträgt das kanadische Klima nicht. Vom August bis Oktober schwer krank: Durchfall und Fieber, wohl die Ruhr (12-19: 32r; 413-3: 23r; 414-1: 6r). Anfang November Rekonvaleszent in Montreal (413-1: 61v; Stone, Journal 89). Am 5. November 1776 Abreise aus Montreal zum Regiment (12-0: 41). Ab 8. November wieder bei seiner Kompanie. Winterquartier in St. Cuthbert (Culberth; 414-1: 4f). Genesen (413-3: 33r). Der Erbprinz ist ungnädig, weil von Germann ihm über einen längeren Zeitraum nicht berichtet hat. Von Germann entschuldigt sich mit seiner Krankheit. Er führt inzwischen seit sechs Jahren die Leibkompanie und bittet deshalb um die volle Kapitänsgage (414-1: 6f; 12-19: 61v). Am 2. Juni 1777 Aufbruch aus dem Winterquartier. Angeblich brennen die Soldaten darauf, an den Feind zu kommen (414-1: 8f). Teilnahme am Feldzug von 1777. Von Cumberland Head am Lake Champlain zurück nach Kanada, um bei Montreal den ersten Rekrutentransport aus Hanau in Empfang zu nehmen und zum Regiment zu bringen. Vom 19. Juni bis 9. Juli unterwegs. Anschließend exerziert von Germann mit den Rekruten täglich bei Skenesboro (12-19: 58; 223: 51v; 414-1: 10f; 415-2: 11v). Anfang August besorgt er den Nachschub an Lebensmitteln für das Regiment von Ticonderoga nach Fort Ann (W: 237 N 64: 32r). Mitte August wird er als "Kapitän zur Inspektion" im Lager bei Duar erwähnt (415-2: 35r). Ende August kommandiert er die Vorposten des Regiments bei Jones House (Johns-house; 415-2: 38r). Von dort schickt er am 29. August dem Erbprinzen einen deprimiert klingenden Bericht (414-1: 14f). Im September erwähnen ihn die Regimentsbefehle dreimal als Führer der Vorposten (415-2: 40v, 43v, 48v). Nach der Kapitulation von Saratoga am 17. Oktober 1777 kommt von Germann mit dem Regiment auf dem Winter Hill bei Boston in das Gefangenenlager (414-1: 16f). Mitunterzeichner der sogenannten Cambridge Parole vom 13. Dezember 1777, d.i. Ehrenwort aller britischer und deutscher Offiziere der gefangenen Konventionsarmee, aus dem Umkreis von Cambridge in Massachusetts nicht zu fliehen (Boston, Public Library: MS. 1.147; LC, Man. Div.: USR Box 1777 October 14 - 1778 Februar 7: 1777 Dezember 13; O'Callaghan 180). Am 26. und 27. Dezember 1777 Beisitzet beim Abhören der Regimentskasse (415-2: 67). Aus Hanau schickt man im Frühjahr 1778 an von Germann ein Paket, das unterwegs in Portsmouth verlorengeht (223: 187). Auf dem Winter Hill verfasst von Germann an den Erbprinzen am 9. Mai und 11. Oktober 1778 zwei Berichte (414-1: 18f). Den Juni und Juli hindurch ist von Germann wieder krank und hat Fieber (12-19: 79v, 84r). In Virginia 1779 als Beisitzer in einem Kriegsgericht bezeugt (415-2: 123v). Am 25. April Musterung Albermarle Baracken (415-4: 28v, 29r). Am 24. Juli kommandiert zur Inventur des Nachlasses des Majors von Passern (Der Major hatte bei der Verlegung nach Virginia im Januar 1779 kehrtgemacht und war auf eigene Faust nach Hanau zurückgekehrt; 415-2: 145r). Am 19. September 1779 Bericht an den Erbprinzen aus Charlottesville, Virginia (414-1: 20). Am 30. Oktober Befehl, das für seine Kompanie empfangene Geld bis zum 15. November abzurechnen (415-2: 155r, 156r). Am 29. Februar 1780 letzter Bericht über die Leibkompanie an den Erbprinzen (414-1: 21). Ende April 1780 erhält von Germann die Grenadierkompanie (414-1: 114v; 415-2: 182r, 183r; 415-4b: 45r). Rückwirkend Gewährung der ganzen Kapitänsgage (16b: 1.901, 1.905; 414-1: 22f). Im Herbst 1781 Auswechslung aus der Gefangenschaft (LC: GW-Papers; Series 4 Reel 80: 1781 August 1 und 1781 September 3). Abreise aus Virginia. Im Juli 1781 in Lancaster in Pennsylvania (414-1: 143v) und Mitte September 1781 in East Windsor in Connecticut (415-2: 203v). Im Dezember 1781 erwähnt auf Long Island bei New York (415-2: 205r). Die Ankunft hinter den britischen Linien in New York und damit die eigentliche Auswechslung dürfte Anfang Oktober 1781 erfolgt sein. Am 20. Februar 1782 (fälschlich am 21. Februar) in Hanau Ernennung zum Major (11: Ranglisten 73: 34v, 113v; 75: 18f; 958: 611; W: 237 N 71: 169). Am 8. März 1782 Musterung in Bedford, Long Island (415-4: 77r). Am 7. Mai 1782 Bericht an den Erbprinzen über den Major Scheel, der in Virginia aus Heimweh zum Trinker geworden war und von Germann ins Gerede gebracht hatte (414-1: 24, 28r, 25v, 27r; 414-2: 27r). Im Spätsommer 1782 per Schiff Rückkehr nach Kanada. Am 6. Oktober 1782 Ankunft in Quebec (413-1: 155r). Am 19. Oktober wird seine Beförderung zum Major bei der Truppe bekanntgemacht (415-1: 4v). Nach Oberst Lentz ist jetzt von Germann der ranghöchste Offizier im Regiment. Acht Monate im Winterquartier in St. Antoine (12-22b: 8r, 9v, 10v, 12v, 17v-18v, 21rv, 22v; 414-1: 29r; 415-1: 10r-11r, 12r, 13rv, 15r-16v, 18r-21r, 29). Anwesend bei der Musterung der Leibkompanie am 27. Februar 1783 in Lotbinière (415-4: 116v) und der Grenadierkompanie am 28. Februar 1783 in St. Antoine (415-4: 122r, 123r). Am 24. Juni 1783 Aufbruch aus dem Winterquartier (12-22b: 24; 415-1: 21v). Anschließend im Lager von Point Lévis (12-22b: 25v-26v, 27r, 28v-29v, 30v, 31r, 34v, 36; 415-1: 23r-24r, 25r-26r, 28r, 29rv). Am 24. Juli 1783 letzte Musterung (415-4: 130r, 131r). Vor der Einschiffung reguliert von Germann die Schulden, die Unteroffiziere, Feldschere und Soldaten verbotenerweise untereinander gemacht haben, so dass an diejenigen Leute, die den Abschied erhalten und in Amerika bleiben, keine Forderungen mehr bestehen (Vorsitzender der Schuldenkommission; 415-1: 23rv). Rückkehr nach Deutschland an Bord der Brigg "Gloria" (415-1: 30v).
Further Information
1785 ist von Germann in Hanau Landmarschkommissar und nimmt Ende Oktober am Marschkongreß des Oberrheinischen Kreise in Frankfurt teil (21b: 1.893; 81 E: 1 III 4; 118a: 103 1/4, 125, 145; 118b: 3.776-3.778). Von Germann erstellt verabschiedeten Soldaten Führungszeugnisse aus (20a: 319, 331; 20b: 1.804; 21a: 720) und gibt Auskunft über Vermisste (21b: 1.144). Die Kriegskasse verlangt von ihm die Erstattung von 50 Gulden Kaution, die er in Amerika einem Soldaten ausgezahlt hatte, der hinterher desertiere (20b: 1.809, 2.372; 21a: 123). 1788 wird er in der Konduitenliste als "guter Stabsoffizier" gelobt (11: Konduitenliste 1788: Leib-Grenadier-Regiment). Am 9. September 1793 Beförderung zum Oberstleutnant (11: Ranglisten 73: 31v, 32r, 112v). Gestorben am 22. Oktober 1794 als Kommandeur des 2. Garde-Grenadier-Bataillons (Strieder, Grundlage 166). Von Germann besaß ein leidliches Talent zum Malen und Zeichnen. Auf Anregung des braunschweigischen Leutnants Adolf du Roi fertigte er von den britischen und deutschen Regimentern der Armee Burgoyne Uniformbilder an, die du Roi seiner Mutter nach Hause sandte. Dieser Satz von 22 bunten Bildchen befindet sich heute im Stadtarchiv Braunschweig (B: In H VI 6 Nr. 27). Die New Yorker Public Library bewahrt einen unvollständigen Satz von 13 Kopien auf (Haarmann und Holst: The Friedrich von Germann Drawings; Windrow und Embleton, Uniformen 37). Bei den Bildern handelt es sich um mit Wasserfarben kolorierten Federzeichnungen, die etwa Postkartengröße haben (Hochformat). Die braunschweigischen Originale sind 1777 entstanden, wahrscheinlich noch in Kanada. Die Kopien in New York haben 1778 als Jahreszahl.
Return to Europe
Rückkehr nach Deutschland an Bord der Brigg "Gloria" (415-1: 30v).
Family Impact
Vor dem Abmarsch hinterlegt von Germann beim Gericht sein Testament (275 (AG. Hanau): 2.566, 2, 40r). Die "Frau Hauptmann" bzw. später "Frau Majorin" ist geschäftstüchtig. Sie verleiht an Soldaten Geld gegen Zinsen (17b: 2.100; 18a: 609, 853). Ihr Mann überweist ihr aus Amerika monatlich 26 Gulden von seinem Gehalt, als 312 Gulden im Jahr (12a: 508; 19a: 711; 75-1777: 102; 75-1778: 153). Die monatliche Assignation erhöht er 1778 auf 46 Gulden (14a: 1.096; 14b: 1.179). Außerdem erhält seine Frau wie alle Offiziersfrauen ein Brennholzdeputat (18b: 2.256). Anfang 1785 kauft sie in Alt-Hanau für 4.900 Gulden ein großes Wohnhaus (21a: 256; 21b: 936; 118a: 567, 1.430, 1.562), finanziert wahrscheinlich aus den amerikanischen Einnahmen.
Miscellaneous
Der Nachname wird auch German, Germang geschrieben. Der Vorname auch Frédéric.

The data presented here is based on the work of the former Frankfurt city archivist, Dr. Joachim Fischer. Fischer had started his research into the history of the Hesse-Hanau regiments serving in the American War of Independence in the early 1960s. After his death in 2003, Fischer's widow consigned his extensive research materials to the Historische Kommission für Hessen. This body commissioned Dr. Stephan Schwenke and Dr. Johannes Koenig to transfer the information gathered on the members of the Hanau regiments – 1,666 individuals altogether – from Fischer's card boxes into a database. Of these, nearly 80 percent (i.e. 1,306 individuals) could be identified with soldiers recorded in the context of the HETRINA (HEssian TRoops IN America) project. We regret that the information from the Fischer database is only available in German.

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