| ID | 1859 |
|---|---|
| Anschrift heute | Löwengasse 5, Hinterbau |
| Type | Nebengebäude |
| Lage anzeigen | |
| Kunstgeschichtliche Bewertung | neutral / nicht bewertet |
| Gehört zu |
| Plans | Zeichnung zur Errichtung einer provisorischen Halle für Herrn Aug. Mörschardt, 10. Februar 1901 (Ansicht, Schnitt, Grundriss, Situationsplan) Ergänzungs-Zeichnung für den bestehenden Hinterbau des Herrn August Mörschardt, Juni 1902 (Ansicht, Schnitt, Grundriss, Situationsplan) |
|---|---|
| Weitere Gebäude im Lageplan | Lageplan (1901): Löwengasse 3 [Ferdinand Lipp] Löwengasse 7 [Marie Staudt Witwe] Louisenstraße 19 [Otto Voltz] |
| Name | Hinterbau |
| Bauart | k. A. |
| Dachdeckung | Zink |
| Description | Aufteilung der Räume im Jahr 1902: Erdgeschoss: Lagerraum für Weißbinder-Utensilien |
| Notes | Die Bauakte enthält auch ein undatiertes Bittschreiben des Weißbinders August Mörschardt [ca. Ende Februar 1901] an die Städtische Bauverwaltung, in welchem der Antragsteller um die [wohl nachträgliche] Baugenehmigung für eine "provisorische Halle" nachsucht. Über den üblichen formalen Inhalt solcher Gesuche hinaus gewährt der mehrseitige Text interessante Einblicke in die Lebensumstände und -verhältnisse eines "kleinen" Handwerkers zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Darin heißt es [unter weitgehender Beibehaltung von Stil und Orthographie] u.a.: "Ich bin gezwungen, durch den Verkauf unsres Hauses Löwengasse Nr. 23 mir ein[en] anderen Lagerraum zu suchen, um den Kirchenbau der neuen Ev. Luth. Stadtkirche zu fördern. Da ich jedoch nicht solchen finden konnte, mußte ich mir ein[en] solchen Raum in meinem Hause Löwengasse Nr. 5 errichten, ich muß am 1. April dieses Jahres den Hinterbau nebst Hof geräumt haben und war gezwungen, infolge dessen mir ein[en] Behälter für Aufbewahrung von Eimern, Brettern, Zement, Gyps u. s. w. zu errichten, es wird in demselben kein Feuer gemacht, derselbe ist 4 Mtr. hoch 3 Mtr. breit und hat 6 Mtr. Länge, dient unterhalb als Lager und oberhalb als Trocken-Boden für Wäsche. Da der Hof sehr klein ist und ich denselben für mein Geschäft brauche, infolge dessen ich meinen Hausleuten einen Trocken-Boden errichten muß. Unterhalb des Schuppens befindet sich eine sog. Kalkgrube. Ich hätte den Schuppen ausgemauert, will jedoch bemerken, daß ich am 1. April den Hinterbau in dem Hause Löwengasse Nr. 23 räumen mußte und es mir in diesem Winter bei solcher Witterung nicht gestattet wurde, zu mauern, bei solcher Kälte, was mich schließlich billiger gekommen wäre, jedoch kann jetzt ich der Vorschrift der Wohllöbl. Bauverwaltung nicht mehr nachkommen, da der Schuppen steht und derselbe mit einem Zinkdach nebst Kandel versehen ist, und 2 Mtr. 85 ctm von meinem Nachbar Otto Voltz, welcher nichts dagegen einzuwenden hat und 2 Mtr. 85 ctm von der Staudtschen Hofreite [Löwengasse 7] entfernt liegt. Es wird in diesem Raum nicht gefeuert. Werkstätte ist dies nicht, da ich kein Lackierer, sondern Tüncher bin und nur Tüncherarbeiten und Anstreicherarbeiten außer dem Hause verfertige. Was meine Verhältnisse anbelangen, so muß ich erwähnen, daß betr. Schuppen ungefähr Mk. 950 kostet und diese noch nicht bezahlt sind, ich verfüge nicht über bares Geld und kann jede Veränderung nicht herstellen lassen, denn in diesem Winter bin ich mit meinen Gebrüder[n] schon über 4 Monate ohne Arbeit, bin Familienvater und habe überdies noch meinen älteren Bruder, welcher lahm ist und fast nicht arbeiten kann, bis zu seinem Tode zu ernähren und zu versorgen. [...]." |
| Veränderungen am Bauwerk | Errichtung einer provisorischen Halle (1901) Umgestaltung des Hinterbaues (1902) |
| Architekten | May, Jacob (Architekt und Bildhauer, 1901) |
|---|---|
| Besitzer | Mörschardt, August (Weißbindermeister, 1901) Mörschardt, August (Weißbindermeister, 1902) |
| Sources | StA HG, A 03, Nr. 366 |
|---|