Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Regesten der Landgrafen von Hessen

1341 Januar 3

Schiedsspruch über Burg Bedburg

Regest-Nr. 971

Überlieferung | Regest | Originaltext | Nachweise | Textgrundlage | Zitierweise
Überlieferung
Ausfertigung: Staatsarchiv Münster, Tecklenburg, Rheinische Urkunden 10. Alle Siegel ab.
Drucke: Fahne, Salm-Reifferscheid 2, Nr. 163.
Regesten: Regesten der Erzbischöfe von Köln 5, S. 209, Nr. 766; Haas, Ausführliche Gegendarstellung, Nr. 14; Regesten der Erzbischöfe von Mainz 1,2, Nr. 4631.
Regest
Fritzlar. - Erzbischof Heinrich von Mainz bekundet, daß auf einer Fürstenversammlung zu Fritzlar (-s-) der edle Herr Johann von Reifferscheid (Riferscheit) folgenden Fall zur Beurteilung vorgelegt hat: Sein Ahnherr Johann von Reifferscheid hatte die Burg Bedburg (Bedebur) erbaut, sie dem Kölner Erzbischof Sifrid aufgetragen und als ein in männlicher wie weiblicher Linie vererbbares Lehen zurückerhalten. Dieser Johann hatte zwei Söhne: Heinrich und Johann, von welchen der letztere das Lehen Bedburg bis zu seinem Tode besaß und es seinem damals noch minderjährigen Sohn Johann - dem Kläger - hinterließ. Als dessen Vormund verwaltete zunächst Heinrich die Bedburg, und als später Johann, volljährig geworden, das Lehen für sich forderte, verweigerte es ihm sein Onkel. Es kam 1330 durch Vermittlung der Grafen von Jülich und Virneburg zu einer Übereinkunft, derzufolge beide gemeinsam die Bedburg als kölnisches Lehen besitzen sollten. Als Heinrich nun starb, hinterließ er eine 4jährige Tochter. Für diese forderte deren Mutter von dem Lehnsherrn, dem Erzbischof Walram, die Belehnung mit Heinrichs Anteil an der Bedburg; das gleiche tat auch Johann, der bessere Rechte darauf zu haben behauptete. Er bat daher die in Fritzlar versammelten Fürsten, sein besseres Recht auf die Belehnung festzustellen, was diese auch getan haben.
Siegelankündigung des Ausstellers, des Landgrafen Heinrich von Hessen, seiner Brüder Ludwig und Hermann, der Grafen Heinrich von Waldeck (Waldeckin), Johann von Ziegenhain (Cygernhan), Rudolf von Wertheim, Sifrid von Wittgenstein (Wietechinstein) und Johann von Solms (Solmesse).
Gebin zu Fritslar an dem mittewochen nest nach dem jarestage, den man nennit zu latine Circumcisio domini 1341.
Nachweise

Weitere Personen

Mainz, Erzbischöfe, Heinrich III. von Virneburg · Reifferscheidt, Johann [III.] von · Köln, Erzbischöfe, Siegfried von Westerburg · Reifferscheidt, Heinrich [II.] von · Reifferscheidt, Johann [I.] von · Reifferscheidt, Johann [II.] von · Köln, Erzbischöfe, Walram von Jülich · Hessen, Landgrafen, Heinrich II. · Hessen, Landgrafen, Hermann I. · Hessen, Landgrafen, Ludwig der Junker · Waldeck, Grafen, Heinrich IV. · Ziegenhain, Grafen, Johann I. · Wertheim, Grafen, Rudolf · Wittgenstein, Grafen, Siegfried II. · Solms-Burgsolms, Grafen, Johann I.

Weitere Orte

Fritzlar · Mainz, Erzbischöfe · Köln, Erzbischöfe · Bedburg, Burg · Jülich, Grafen · Virneburg, Grafen · Waldeck, Grafen · Ziegenhain, Grafen

Sachbegriffe

Erzbischöfe · Fürstenversammlungen · Lehen, Streit um · Verwandte · Söhne · Töchter · Lehen, erbliche · Lehen, weibliche · Burgen, Bau von · Lehen, Auftrag als · Vormünder · Erbe, Vorenthalten von · Besitzstreitigkeiten

Textgrundlage

Stückangaben, Regest

Reg. Erb. Köln 5

Zitierweise
Landgrafen-Regesten online Nr. 971 <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/lgr/id/971> (Stand: 01.12.2020)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde