Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Regesten der Landgrafen von Hessen

1455 Juli 19

Weistum über Köhlerrechte in Wahlen

Regest-Nr. 9339

Überlieferung | Regest | Originaltext | Nachweise | Textgrundlage | Zitierweise
Überlieferung
Ausfertigung: Staatsarchiv Darmstadt, E 5 B 3, Konv. 206 Fasz. 1, Bl. 2. Papier. Rückvermerk (etwa gleichzeitig): littera testimonialis de silva prope Nuwenstadt, que spectet sancto Anthonio et domus eius magistro. Ursprünglich 2 unten aufgedrückte Rundsiegel fehlen.
Regesten: Eckhardt, Die oberhessischen Klöster 3, 1, S. 281 f. Nr. 413.
Regest
Johannes Ertmar, Pfarrer (pherner) zu Neustadt (zu der Nuwenstad), Hartrad Hane, Altarist daselbst, Hermann von Windhausen (Winthusen), Burgmann seines gnädigen, lieben Herrn (des Erzbischofs von Mainz) daselbst, Wigand Otenasse, Stadtschreiber und Notar zu Neustadt, Johannes Brun und Konz Rybuß der Alte, Bürger zu Neustadt, bekunden, daß vor ihnen zu Wahlen (Walen) auf dem Kirchhof gestanden haben Heinz Narung, Konz Engels, Eckard von Arnshain (-hayn) und Konzchen Kunckels, alle wohnhaft in dem Dorf zu Wahlen, Männer eines Teils über sechzig, eines Teils über fünfzig und eines Teils bei ihren vierzig Jahren ungefähr, und gefragt worden sind, was ihnen "wissentlich oder kuntlich" sei über solches Gehölz, darin Henne Gerhart geköhlert (gekolet) habe, weshalb ihn der Amtmann zu Romrod (Rumerode) gefangen (inbefange) habe. Darauf hätten die gen. Männer bekannt, gesagt und geoffnit, sie wüßten nicht anders und hätten von allen ihren Eltern (bzw. Vorfahren) (aldern) nie anders gehört oder erfahren, als daß dieses Holz St. Antonius gehöre und zustehe und die Schmiede zu Neustadt allwege, soweit sie sich erinnern könnten, darin von den Antoniusherren wegen gekölert hätten. Das Holz heiße auch St. Antonius-Holz, und (sie) säßen da unter ihrem gnädigen, lieben Herrn (dem Landgrafen) von Hessen als "arme Leute" und wüßten nicht, ob ihnen darauf "höher oder tiefer" zu sagen gebühre, denn sie fürchteten (fochten) sich, (so) daß sie nicht gründlich darauf zu sagen wagten (getörren). Es hat auch Konzchen Kommel der Alte in dem selben Dorf zu Wahlen in seines Schwiegersohnes (eyden) Haus vor ihnen gestanden und auch gesagt, daß er nie anders gehört oder erfahren habe, als daß die Schmiede zu Neustadt darin geköhlert hätten von St. Antonius wegen, so weit er denken könne. Daß dies so geschehen ist, schreiben und sprechen die Obengen. auf ihr Amt und den von ihnen ihren rechten Herrn und der Stadt Neustadt geleisteten Eid.
Siegler: der gen. Hartrad (auch für Johannes) und der gen. Hermann von Windhausen (auch für Wigand, Johannes und Konz).
Datum a.d. 1455, des sonabendes nach sanct(us) Alexius tag.
Nachweise

Weitere Personen

Ertmar, Johannes, Pfarrer in Neustadt · Hane, Hartrad, Altarist in Neustadt · Windhausen, Hermann von, Burgmann des Erzbischofs von Mainz · Otenasse, Wigand, Stadtschreiber und Notar in Neustadt · Brun, Johannes, Bürger in Neustadt · Rybuß, Konz d.A., Bürger in Neustadt · Narung, Heinz, aus Wahlen · Engels, Konz, aus Wahlen · Arnshain, Eckard von, aus Wahlen · Kunckels, Konzchen, aus Wahlen · Gerhart, Henne · Hessen, Landgrafen, Ludwig I. · Kommel, Konzchen d.A., aus Wahlen

Weitere Orte

Neustadt, Pfarrer · Neustadt, Bürger · Neustadt, Altarist · Neustadt, Burgmannen · Mainz, Erzbischöfe · Neustadt, Notar · Wahlen, Dorf · Wahlen, St. Antonius Holz · Romrod, Amtmänner · Neustadt, Schmiede · Neustadt, Stadt

Sachbegriffe

Pfarrer · Altaristen · Burgmannen · Erzbischöfe · Stadtschreiber · Notare · Bürger · Kirchhöfe · Weistümer · Köhlerrechte · Köhlereien · Dörfer · Gehölze · Wälder · Amtmänner · Gefangene · Schmiede · Flurnamen · Untertanenpflichten · Schwiegersöhne · Ämter · Amtseide · Eide · Städte · Streitigkeiten

Textgrundlage

Stückangaben, Regest

Eckhardt, Klosterarchive 7

Zitierweise
Landgrafen-Regesten online Nr. 9339 <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/lgr/id/9339> (Stand: 21.10.2020)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde