Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Regesten der Landgrafen von Hessen

1435 Juni 18

Die von Henneberg erhalten Meiningen pfandweise

Regest-Nr. 9063

Überlieferung | Regest | Originaltext | Nachweise | Textgrundlage | Zitierweise
Überlieferung
Drucke: Hennebergisches UB 7, S. 25-28 Nr. 7
Regest
Bischof Johannes von Würzburg verpfändet den Gebrüdern Wilhelm und Heinrich, Grafen von Henneberg, die Stadt Meiningen, auf welche sie bereits 1434 August 8 ein Pfandgeld im Betrage von 6000 fl. gewährt haben, samt den Dörfern Vachdorf, Leutersdorf und Queienfeld für weitere 9000 fl., im Ganzen also für 15000 fl.
Originaltext
Wir Johanns, von gotiz gnaden byschoff zü Wirczpurg, Bekennen vnd thun kunth allermeniglich an dyszem bryffe, wann wir mit sampt dem Edeln wol geborn Albrechtin, grauen zü Wertheym, vnszir vnd vnsziriz schtiftez pfleger, mit willin vnd vorhengneisz der wirdigen Richartz von Maspach dechants vnd dez capitelz gemeynlichen zü dem Thöm zü Wirczpurg, vnsern liebin andechtigen, vormals den edeln wolgeborn Wylhelmen vnd Heynrichen, gebrudern, Grauen vnd herren zu Hennenberg, vnsern besundern fründen vnd liebin getruwen vnd iren erben Sechszthusenth reinischer gulden üff vnszir vnd vnszirs stiffts städ vnd ampt Meiningen öff eynen widerkauff vorschribin vnd yn daz dofur jngebin haben, als daz denn dye bryffe, jn von vns, vnszerm egenanten pfleger vnd dem capitel darüber gegebin, clerlich uszweiszen, Also sein wir mit denselbin Grauen Wilhelmen vnd grauen Heinriche überkömen, daz sye sich kein dem hochgebornen fursten hern Ludwigen, lantgrauen zü Hessen, vnszerm libin hern vnd fründe vnd synen erbin jn eyn mercklich sume, nemlich nünthusend Rinischer gulden landiswerung zü Francken fur vns, vnsere nachkömen und schtifft gesatzt vnd dye off sich genomen haben, dye sye vnd ire erben demselbin vnszerm hern lantgrauen vnd sinen erbin fur vns vszrichten vnd yn dye beczalen söllen nach datum disez briues, als hyr nach geschriben schted, nemlichen zü iczlichin Östern fünfzehenhundert gulden egenanter werunge geben vnd damit off dye schirft kündigen osterheiligen tage anheben vnd darnach alle iare zü yden ostern also fünffzehenhundert gulden vszrichten also lange, bysz sye yn dye egenanten neunthüsend gulden alzo gancz beczalt haben angeuerde vnd alz offt sye sollich fünffzehenhundert gulden einz iczlichen iarz alzo fur vns beczalen, als dick söllin und wöllin wir jn dez selbin iars hundert gulden nüczunge von sölchen fünfzehenhundert gulden dez iars zü gulte beweisin off vnszir vnd vnszirz stiffts stad, ampt, dorfern vnd gerichte zü Meiningen, Vachdorff, Leuterdorff vnd Queienfeld vnd söllich obgenante süme Nunthusend gulden, souil sye der dann fur ynsz also vszgericht habin vnd vszrichtin werden, haben wir den obgenanten Grauen Wilhelmen und Graue Heinriche von Hennenberg vnd jren erben geschlagen, vorschriben vnd beweiszet öff vnszir vnd vnszers schtifftez stad Meiningen mit sampt dem ampt, gericht vnd den egenanten dorffern darjn gehorende mit allen iren nüczen, rehenthen, fellin, herlichkeyten vnd zügehorungen vnd wir slahen, beweiszen vnd vorschriben yn dyselbin süm daruff yn Crafft vnd macht diczs briues vnd auch den andern briue, der dann den vorgenanten vnsern köffern vor daruber vmb dye egenanten sechzthüsend gulden von vns gegeben ist, also daz sye vnd ire erben dyeselbin vnszir vnd vnszirz schtiffts Stad, ampte, gericht vnd dörffer dafur so lange mit aller herlichkeyt vnd zugehörungen jnnhaben, behalden, der niszen vnd gebrauchen sollin vnd mögen nach irem besten, bisz wir vnd vnszir nachkömen sye söllich nünthusend gulden, als vil sye der dann fur vns jn obgeschribner masz uszgegeben vnd beczalt hetten odir beczalen wurden, mit sampt den sechzthüsend gulden, nach jnnhald dez egenanten briues ubir dyeselbin sechzthüsend gulden fur vns vnd vnszeren stifft alzo jerlichen uszgeben vnd beczalt hetten vnd beczalen wurdin, Söllen vnd wollen wir jn fur vns vnd vnszre nachkomen off den obgenanten Stad, ampt, gericht vnd dorffern beweiszen, Also daz sie ye von fünfczehen gulden einen gulden nuczunge gehaben mögin nach anczale söllicher sömm, dye sye dann fur vns also uszgebin hetten vnd uszgebin wurdin, vnd waz dann uber sollich beweisunge vberiger nüczunge jn den egenanten Stad, ampt, gerichten vnd dorffern gefillen, daz solt vns vnd vnszern nachkomen werden. Mochten wir jn abir souil nuczunge, alz yn dann geburen wurde, sollicher masze jn denselbin stad, ampt, dorffern vnd gerichten nicht beweiszen, daz sölten vnd wölten wir vnd vnser nachkömen jn sust an andern vnszirz stiffts fellin vnd renntten erstatten, beweiszin vnd ersollen, nemlich hyroben jn vnszerm oberlande, daz sye dez habende weren angeuerde. Auch so ist nemlich bethedingt, ab daz were, daz wir odir vnszir nachkömen öff einz oder mer czile dye vorgeschriben funfzehenhundert gulden ye öff ostern, als obgeschriben sted, dem vorgenanten vnszerm hern lantgrauen odir seinen erbin bezalten vnd selbez uszrichten, dez wir dann vns macht behalten vnde thün mögen, daz wir dezselben iars, als offt wir daz theten, den obgenanten von Hennenberg vnd iren erben, dhein nuczunge odir gulte davon nicht bewiszen vnd solt auch zü dem haubtgelde nicht gerechnet werden angeuerde, vnd welchz iars wir dye obgenanten funffczehenhundert gulden dem vorgenanten vnszerm hern lantgrauen odir seinen erben alzo beczalen wollten, daz sollten vnd wollten wir den obgenanten von Hennenberg vnd jren erbin ein gancz firtel iars vor zü wiszen thün, sich darnach wiszin zü richten. Theten wir dann sollicher beczalung nicht, waz sye dez dann kuntlich vnd redlich schaden nehmen vnd sye daz geld selber uszrichten vnd beczalen müsten vnd richten wir yn dann sollichen schaden nicht ausz, so solden sye den haben off der egenanten schtad vnd ampt Meiningen mit sampt dem heubtgelde nach uszweisunge der briue, daruber gegeben angeuerde. Wir behalden auch vns, vnszirn nachkomen, stifft vnd capitel vnszer erbhöldunge, volge, offnunge, geystliche lehen, burglehen edeler leüte, manlehen vnd vnszir zentgrauen ampt, daz dann eyn iczlicher thugender persone, den dye egenanten von Hennenberg darzü seczen vnd geben, von vns vns vnszern nachkömen, alz dick sich daz geburt, enphahen sal, vnd auch ab eyn gemeyn hülfe durch vnszern schtifft vngeuerlich gehen wurde an vnd yn den egenanten vnszir stad Meyningen vnd auch mit namen Vachdorff, Leuteldorff vnd Quienfeld zü allen vnszern, vnszer nachkömen vnd stifftes sachin vnd nötin, als öfft sich daz geburet vnd noyd geschicht, dez vns dye dann megenanten Graue Wilhelm vnd graue Heinrich vnd ire erbin an jntrag vnd an widerrede gönnen vnd gestatten sollin angeuerde, doch jn an irem kauffe vnd kaüffgelde der obgenanten sechzthusend gulden vnd auch an den egenanten neunthüsend gulden, waz sye der dann vor vns auszgeben hetten vnd auszgeben wörden vnd auch der obgenanten gulte vnd nuczunge, dye sich davon geburen werden, vnd nach jnnhaldunge dez vorgeschriben kauffbrifez, ubir dye egenanten sechzthusend gulden sagende, vnschedelich angeuerde. Were es auch, daz dye egenante stad Meyningen von vnszir odir vnszers schtifftez krige vnd vehede wegen verloren worde, do got fur sey, daz doch dye obgenanten von Hennenberg getreulichen bewaren sollin, so sye best mögin, So söllin vnd wollen wir vnd vnszere nachkomen darzü thün, darzu vns dann dyeselbigen von Hennenberg getrülich beholffin sein sollin, daz wir jn daz wider gewinnen, vnd wenn wir daz also wider gewonnen hetten, so sollin vnd wollin wir yn daz wider jnantworten jn allir masz als vor, gewönnen wir aber dez nicht wider, so gereden wir vor vns vnd vnszire nachkomen vnd stifft jn eynir halbin iarsfrist nest darnach den obgenanten Grauen Wilhelmen vnd grauen Heinrichen vnd jren erbin föllich funfczehenthusend gulden odir waz sye der gegeben vnd von vnszir wegin uszgericht hetten, mit sampt den czinszin vnd gulten davon geburende jn andirzwo zu vorwiszin vnd der habende zü machin an allcz gewissin steten, alz Meyningen, Leuteldorff, Vachdorff vnd Quienfeld weren mit den gerichten an vorczyhen, an widerrede vnd angeuerde. Wir gereden, wöllin vnd sollin auch dye obgenanten stad Meyningen mit den dorffern vnd gerichtin, alz obgeschriben schtet, von den obgenanten (von Hennenberg vnd jren erben) yn dyszen nestin jngehende czweyhen jaren nach aufzweyszungin dez egenanten briuez, ubir dye egenanten (sechsthusend) gulden gegebin, nicht löszin nach zü löszin haben an alliz geuerd, Sundern nach auszgehen derselbin czweyer jare mögin wir dyeselbin stad, ampt, dorffer vnd gerichte vmb dye egenanten sechz Thusend gulden nach jnnhalt dez jczt genanten briues mit sampt den vorgenanten neunthüsent gulden, waz wir odir vnszir nachkomen der dann dem obgenanten vnszerm hern lantgrauen odir seinen erbin nicht beczalt hetten, von den genanten von Hennenberg vnd iren erben loszin, wann vnd welcher czeit iars wir wollin zü Schleusüngen odir Smalkalden, jn welcher der czweyer stete eyner sye wollin, da dann dye vnszern mit gelde, dem fryde vnd geleyth vngeuerlich gehabin mogin. Söllich laszunge wir yn doch eyn fyrteyl jars vor wyszentlichin vorkündigin sollin, der sye vns dann an widerrede gönnen vnd geschtatten vnd darüff, so dye loszunge also geschehen were, dye megenanten Stad, ampt, gericht vnd dorffer mit sampt iren jnwonern vnd zugehorunge gancz vnd ledichlichin wider jnnantworten, dye auch alzdann von yn selbtz vns von jn ledig sein söllin angeuerde. Wir heyszen auch yn crafft dicz briues dye egenanten jnnwoner zü Meyningen vnd der dorfmanschafft dez egenanten gerichtes vnd wollen auch, daz sye den obgenanten Grauen Wilhelmen vnd Grauen Heinrichen von Hennenberg gebrüdern vnd iren erben geloben vnd sweren eyde vnd gelöbde zü thün zu ir egenanten ganczen summ geldes, damit zu gewarten, vndertenig vnd gehörsam zu seyn, dye sye dann fur vns, als obgeschribin schtet, uszgebin hetten odir uszgebin wördin angeuerde. Es sollen auch dye obgenanten von Hennenberg vnd jre erbin dye vorgenanten stad, ampt, gericht vnd dorffer mit sampt den burgern, jnnwonern vnd armen leuten getreülichin schuczen vnd schirmen, vortedingen vnd vorsprechen, so beste sye mogen, vnd sye mit keynen vngewönlichin sachen nicht beschweren angeuerde. Vnd wir obgenanter Johanns bischoff, Albrecht pfleger, Richart von Maspach dechand vnd dat gancz capitel zu dem Thöm Geredin vnd globin bey guten waren trewen fur vns vnd alle vnszire nachkomen, Stifft vnd capitel, alle obgeschribin schtucke, pünckte vnde artikel stete, veste vnd vnvorbrochlich zu haldin vnd dawyder nicht zu thun nach zu kömen mit dheimen sachin geystlich nach werntlich jn dheine weisze alle argeliste vnd geverde darjnnen auszgeschlössen, vnd auch dye obgenanten Grauen Wilhelmen vnd grauen Heinrich von Hennenberg gebrudere vnd ire erben mit der vorgenanten stad Meyningen, dorffern, ampten vnd gerichten, alz obgerurt ist, getrewlichin zu schuczen vnd zu schirmen, zu uertedingen vnd vorsprechen, wo wir jr zu recht mechtig sein, als andere vnszere vnd vnszers stiffts mannen vnd vndertanen angeuerde.
Vnd dez zu vrkunde habin wir obgenanten Johanns bischoff, Albrecht pfleger vnszer jngesigele vnd auch wir daz egenant capitel desselben vnszers capitels jngesigel zu dez obgenanten unszers gnediger hern von Wirczpurg vnd seinez pflegers jngesigel auch an diszen briue gehangin. Der gegebin nach Christi geburt vierczehenhundert jare vnd darnach jn dem funfvnddryszigsten jare am dinstag nach sanct Anthonientage.

Sprache des Originaltextes

deutsch

Nachweise

Weitere Personen

Würzburg, Bischöfe, Johann II. von Brunn · Henneberg-Schleusingen, Grafen, Wilhelm II. · Henneberg-Schleusingen, Grafen, Heinrich, Sohn Wilhelms I. · Hessen, Landgrafen, Ludwig I. · Albrecht, Pfleger in Würzburg · Massenbach, Richard von

Weitere Orte

Würzburg, Bischöfe · Henneberg, Grafen · Meiningen, Stadt · Vachdorf, Dorf · Leutersorf, Dorf · Queienfeld, Dorf · Franken, Währung · Schleusingen · Schmalkalden

Sachbegriffe

Bischöfe · Pfandschaften · Schulden · Städte · Dörfer · Brüder · Verwandte · Grafen · Pfandgelder, Erhöhen von · Kündigungsfristen · Währungen, Rheinische Gulden · Gulden, Rheinische · Währungen, Fränkische · Zahltermine · Erben · Hauptgelder · Mannlehen · Zehntgrafen · Ämter · Gerichte · Kriege · Fehden

Textgrundlage

Stückangaben, Regest

Hennebergisches UB 7

Original

Hennebergisches UB 7

Zitierweise
Landgrafen-Regesten online Nr. 9063 <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/lgr/id/9063> (Stand: 24.07.2019)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde