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Regesten der Landgrafen von Hessen

1332 Juni 14

Belehnung der Mechthild von Herzberg, Frau des von Lißberg mit Burg Herzberg

Regest-Nr. 884

Überlieferung | Regest | Originaltext | Nachweise | Textgrundlage | Zitierweise
Überlieferung
Abschriften: Staatsarchiv Marburg, Kopiar 21, Nr. 29, Bl. 139v-142.
Drucke: Wenck, Hessische Landesgeschichte 2, UB, S. 322 f., Nr. 317.
Regesten: Demandt, Regesten Kopiare 2, Nr. 2560, S. 1029 f.
Regest
Berthold von Lißberg bekundet, daß Landgraf Heinrich [II.] von Hessen seiner Frau Mechthild (Metze), Tochter des Herren Friedrich von Herzberg, die Burg Herzberg und alle Lehen, sie seien geteilt oder ungeteilt, die dieser vom Landgrafen hat, zu Lehen gegeben hat. Sollte sie ohne Lehnserben sterben, sollen die Burg Herzberg und die geteilten Lehen an den Landgrafen und seine Erben fallen und diesen von ihm (Berthold) widerspruchslos übergeben werden. Hat Mechthild jedoch Lehnserben, sollen diese die Burg Herzberg mit den zugehörigen Lehen zu Lehen erhalten. Damit diese Vereinbarung von beiden Seiten gehalten wird, beschwört der Aussteller sie und setzt dafür als Bürgen seinen Vater Werner von Lißberg, Hermann von Lißberg d.Ä., Wiegand von Büches und seinen Bruder Ruprecht, Herdein von Büches, Thiele von Bellersheim, Zabel von Bottenhausen, alle Ritter, und die Wäppner Werner von Blankenwald, Konrad von Bleichenbach und Gieselbrecht Löw (von Steinfurth). Wenn Berthold diese Vereinbarung verletzt, muß er mit seinen Bürgen unverzüglich und widerspruchslos in ein Einlager in die Stadt Grünberg einreiten und darin solange liegen und leisten, bis dem Landgrafen wieder gehalten wird, was vereinbart ist. Das geloben auch die Bürgen. Wenn einer von ihnen ausfällt, muß Berthold binnen Monatsfrist einen anderen, gleichguten Bürgen stellen. Tut er das nicht, müssen die übrigen Bürgen in Grünberg solange ein Einlager leisten, bis Berthold dem nachgekommen ist.
Siegel des Ausstellers und der Bürgen.
D[atum] 1332 an dem sontag nach Phingsten.
Originaltext
Ich Bechtold von Lyesberg bekennen an diesem genwortigen Briefe und dun kunt allen Luden, die en sehent oder horint lesin, daz der Hochgeborne Furste min Herre Lantgrebe Heynrich Herre Hessenlandes Mezzin miner elichen Wirten, Dochter mines Herrin Herrin Friderichis vomme Hirtzberge, von sunterlichen Gnaden die Burg Hyrtzberg und alle die Lehen, die sin geteilit oder ungeteilit, die der vorgenante min Herre Herr Friderich zu Lehene hait von deme vorgenanten mime Herrin deme Lantgreben, gelihen hait, zu rechteme Lehene zu behaldene und zu besitzene. Also were, das die vorgenante Mezze mine Wirten abe gienge ane Lehens Eirbin, so sulde die vorgenante Burg Hyrtzberg und die vorgenante Lehen, die geteilit werin, uf den vorgenanten minen Herrin den Lantgrebin und sine Eirbin ledig und loz vallen, und sulde en die Burg und Lehen antworte ane alle Hindersal, Vorzog und Widerspraiche.
Gewunne aber die vorgenante Mezze mine Wirten Lehens Eirbin, die sulen dise vorgenante Burg und Lehen von mine vorgenanten Herrin deme Lantgrebin und sinen Eirbin zu Lehene habin und besitzen als recht ist.
Und das alle dise vorgenanten Stukke und Rede dem vorgenanten mine Herrin deme Lantgrebin und sinen Eirbin von mir und von der vorgenanten Mezzin miner Husfrouwin und eren Eirbin stede und veste ane allerleye Argelist werdin gehaldin, nach deme als sie vorgescribin sin von Stukke zu Stukken, so hain ich der vorgenante Bechtold von Lyesberg das allis deme vorgenantin mime Herrin dem Lantgrebin in guden Truwen gelobit und zu den Heyligen gesworn stede und veste zu haldene, und gelobin und sweirn das ouch an diseme genwortigen Briefe, und hain ouch zu eyner vestern Sicherheit darnaich gesazt zehen Burgen, die hernaich gescribin steint, von eirst, minen Vader Herrn Weirnhern Herrin von Lyesberg, Herrn Hermanne von Lyesberg den Alden, Herrn Wigande von deme Bueches, Herrn Ruprachten von deme Bueches, Herrn Herdene von dem Bueches, Herrn Thilen von Belderscheym, Herrn Zabel von Bettenhufen, Ritter; Weirnher von Blandenwalt, Conradin von Bleychinbach, Gyselbrachtin Lewin, Wepelinge, die alle mit eynander naich mime vorgenanten Gelobede und Eyden in guden Truwen gelobit hain deme vorgenanten mine Herrin deme Lantgrebin, also geschehe, das keyn die Dinck, die vorgescribin sint, wilich das were, dem vorgenanten mine Herrin deme Lantgrebin oder sinen Eirbin nith gehaldin en wurde, oder verbrochin wurden, naich deme das davor gescribin steit, so sulde ich der vorgenante Bechtold und alle mine Burgen, die da vorgenant sint, als balde, als wir gemanet wurden von des vorgenanten unsers Herrin des Lantgrebin wene oder siner Eirbin, ane alle Widersprache und Verzog in die Stat zu Gruneberg riden, und sulen darinne als lange ligen und leisten und nummer darus kumen, bis das deme vorgenanten mine Herrin dem Lantgrebin oder sinen Eirben gehaldin oder ufgeriechtit wurde genzelich das en vorbrochin oder nith gehaldin were.
Das bekennen wir Weirnher Herre zu Lyesberg, Herr Herman von Lyesberg, Herr Wigant, Herr Rupracht, Gebrudere von deme Bueches, Herr Herden von dem Bueches, Herr Thilo von Beltersheym, Herr Zabil von Bettenhusen, Rittere, Weirnher von Blankenwalt, Conrad von Bleychinbach, und Gyselbracht Lewe, Wepelinge, die vorgenanten Burgen, das wir dem vorgenanten unserin Herrin Lantgrebin Heynrich in sine Hant in guden Truwen gelobit hain, und gelobin ouch in guden Truwen eme und sinen Eirbin an disem genwortigen Briefe, also were das keyn die Dink, die vorgenant sint, wilch das were, deme vorgenanten unseme Herrin deme Lantgrebin oder sinen Eirbin nith gehaldin en wurden, oder verbrochin wurdin, naich deme als vorgescribin steit, so sulde wir alle und ieder Burge alsbalde, als wir gemanet wurden von des vorgenanten unsis Herrin des Lantgrebin und siner Eirbin wene, ane allerlege Widerspraich und Vorzog in die Stat zu Grunenberg riden, und sulin als lange darinne ligen und leisten und nummer daruz kummen, bis das deme vorgenanten unsern Herrin deme Lantgrebin oder sinen Eirbin gehaldin oder ufgereichtit wurde daz eme vorbrochin oder nith gehaldin en were.
Ez ist ouch geredit, geschehe das keyn dirre vorgenanten Burgen abe gienge, so sulde ich der vorgenante Bechtold von Lyesberg bi minne vorgenanten Globede und Eyde eyn andern, der als gut were, binnen Mainde naich deme das der abe gegeyn were, setzin an sine stat, ane allen Vorzog, wanne ich darumme gemaint wurde; were aber das ich das nith en tede, so sulden alle mine vorgenanten Burgen in di Stat zu Gruneberg riden und leisten, als lange, bis ich das getede.
Das dise vorgenanten Dink alle stede und veste bliwen, so hain ich der vorgenanten Bechtold zu Lyesberg, und wir die vorgenanten Burgen alle deme vorgenanten unserm Herrin deme Lantgrebin und sinen Eirbin disen genwortigen Brief gegebin besygelt mit unsen Ingesygeln, do man zalte naich Cristes Geburten druzehen hundirt Jair und zwey und drisisch Jair, an deme Suntage nach Pingesten.

Sprache des Originaltextes

deutsch

Nachweise

Weitere Personen

Lißberg, Berthold von · Hessen, Landgrafen, Heinrich II. · Lißberg, Mechthild von, Frau des Berthold, geb. von Herzberg · Herzberg, Friedrich von · Lißberg, Werner von · Lißberg, Hermann von · Büches, Wiegand von, Ritter · Büches, Ruprecht von · Büches, Herdein von, Ritter · Bellersheim, Thiele von, Ritter · Bottenhausen, Zabel von, Ritter · Blankenwald, Werner von, Wäppner · Bleichenbach, Konrad von, Wäppner · Löw von Steinfurth, Gieselbrecht

Weitere Orte

Herzberg, Burg · Grünberg

Sachbegriffe

Lehen · Bürgen · Einlager · Belehnungen · Burgen · Lehenserben · Lehenseide · Gelübde · Ritter · Wäppner · Städte

Textgrundlage

Stückangaben, Regest

Demandt, Regesten

Original

Wenck 2, UB

Zitierweise
Landgrafen-Regesten online Nr. 884 <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/lgr/id/884> (Stand: 26.11.2020)
 
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