Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Regesten der Landgrafen von Hessen

1261 März 22

Ernst von Rodheim erhält Burg Blankenstein zurück

Regest-Nr. 76

Überlieferung | Regest | Originaltext | Nachweise | Textgrundlage | Zitierweise
Überlieferung
Drucke: Hertius, Commentationes 1, 2, S. 402 (Dissertatio de feudis oblatis
Regesten: Duysing, Versuch 1, S. 171 Nr. 499 (fälschlich mit März 21); Scriba, Regesten Urkunden Hessen 2, S. 41 Nr. 520; Regesten der Landgrafen von Hessen 1 Nachdr., S. 23 Nr. 66.
Literatur: Ilgen, Geschichte des thüringisch-hessischen Erbfolgekrieges, S. 342; Diemar, Chroniken Wigand Gerstenberg, S. 214 der die Bezwingung Blankensteins durch Sophie in das Jahr 1248 setzt; Wagner, Wüstungen Hessen Oberhessen, S. 60 und Landau, Beschreibung der wüsten Ortschaften. Ausg. 1999, S. 264 (wegen Hergertshausen).
Regest
Ernst von Rodheim und seine Gemahlin Stephania, ihre Kinder Ernst, Sabel und Gernand, sowie ihre Verwandten, die Ritter Gottfried von Rotenstein und Senand, beurkunden, daß die Landgräfin Sophie sie unter Aufwendung vieler Kosten und Mühen wieder in den Besitz der ihnen vormals von Walther von Nordeck, Siegfried von Biedenfeld und deren Genossen entrissenen Burg Blankenstein gesetzt habe und tragen die Burg der Landgräfin und ihrem Sohne, Landgraf Heinrich von Thüringen, zu erblichem Lehen auf. Sie geloben, ihnen gegen alle Feinde beizustehen, die Burg jederzeit ihnen auf Verlangen ebenso geöffnet zu halten, wie es Marburg, Grünberg, Alsfeld, Nordeck und die übrigen Burgen und Städte sind, und von der Burg aus die öffentliche Straße (stratam publicam) nach Kräften zu verteidigen. Zur Sicherheit zahlen sie der Landgräfin und ihrem Sohn von ihren Einkünften in der Höhe von zwanzig Pfund (talenta) Marburger Münze jährlich fünf Pfund in Endbach, Kirtorf, Lehrbach und Hergertshausen, fünf Pfund in (Nieder)-Weidbach, zwei Pfund in Bruchmühle und in Vers (? sub Veme) und ein Pfund in Reimershausen. Genügen die Einkünfte dieser Ortschaften nicht, so ist aus anderen Gütern Ersatz zu schaffen. Ein Verstoß gegen den Vertrag zieht den Übergang der vollständigen genannten Einkünfte in landgräflichen Besitz nach sich.
Siegler: 1. Ernst von Rodheim, 2. Konrad von Nürnberg, Deutschordensmeister, 3. Graf Siegfried von Wittgenstein, 4. Johann Gulden von Grünberg, 5. Meingoz Gulden von Homberg, 6. die Stadt Marburg. Stephania und ihre Kinder besitzen keine eigenen Siegel.
Datum: 1261 XI Kal. Aprilis.
Nachweise

Weitere Personen

Rodheim, Ernst von · Rodheim, Stephania von, Frau des Ernst · Rodheim, Ernst von, Sohn des Ernst · Rodheim, Sabel von, Sohn des Ernst · Rodheim, Gernand von, Sohn des Ernst · Rotenstein, Gottfried von · Hessen, Landgrafen, Sophie von Brabant · Nordeck, Walther von · Biedenfeld, Siegfried [I.] von · Nürnberg, Konrad von, Deutschordensmeister · Wittgenstein, Grafen, Siegfried I. · Gulden, Johann · Gulden, Meingoz [III.] · Hessen, Landgrafen, Heinrich I.

Weitere Orte

Blankenstein, Burg · Thüringen, Landgrafen · Marburg · Grünberg · Alsfeld · Nordeck · Marburg, Münze · Endbach · Kirtorf · Lehrbach · Hergertshausen · Niederweidbach · Bruchmühle · Vers · Reimershausen

Sachbegriffe

Ehefrauen · Kinder · Verwandte · Ritter · Burgen · Besitz · Genossen · Lehen, erbliche · Öffnungsverträge · Städte · Münzen, Marburger · Sicherheiten · Schutzgelder · Einkünfte, aus Ortschaften · Deutschordensmeister

Textgrundlage

Stückangaben, Regest

Grotefend-Rosenfeld, Landgrafenregesten 1

Zitierweise
Landgrafen-Regesten online Nr. 76 <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/lgr/id/76> (Stand: 08.07.2020)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde