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Panzerjägerkompanie 130 in Sontra wird der Panzergrenadierbrigade 5 unterstellt, 1. April 1993

Im Rahmen der Neugliederung des Heeres der Bundeswehr („Heeresstruktur 5“) wird die Panzerjägerkompanie 130 in Sontra (Werra-Meißner-Kreis) der Panzergrenadierbrigade 5 unterstellt. Die Panzerjägerkompanie 130 wurde am 1. April 1959 aufgestellt. Sie entstand ursprünglich aus der in Wetzlar stationierten 3. Kompanie des Panzerjägerbataillons 5 und war der ebenfalls in Wetzlar beheimateten Panzergrenadierbrigade 13 unterstellt. 1968 erfolgte die Verlegung der Panzerjägerkompanie 130 in die Husarenkaserne nach Sontra. 1970 gründete die Kompanie eine Patenschaft mit der Gemeinde Nentershausen im benachbarten Landkreis Hersfeld-Rotenburg.1 Seit 1991 wurde der Verband auf das Waffensystem „Raketenjagdpanzer Jaguar 1“ umgerüstet.2 Hauptwaffe des „Jaguar 1“ ist das drahtgelenkte Lenkflugkörpersystem HOT (Haut subsonique Optiquement Téléguidé = hoher Unterschallbereich, optisch ferngelenkt) der ab 1963 als deutsch-französisches Kooperationsprojekt von Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB; heute Teil des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS) und Aerospatiale entwickelt wurde. Mit Wirkung zum 30. September 1996 wird die Panzerjägerkompanie 130 aufgelöst.
(KU)


  1. Sinn und Zweck solcher Patenschaften erläutert die Bundesregierung folgendermaßen: „Patenschaften von Einheiten und Verbänden der Bundeswehr mit Städten und Gemeinden sollen das Verständnis der Bürger für die Bundeswehr als Instrument einer wehrhaften Demokratie zur Friedenssicherung fördern. Weiterhin ergänzen Patenschaften die Öffentlichkeitsarbeit in Verteidigungsfragen durch das lebendige Beispiel der Truppe. Die Maßnahmen seitens der Bundeswehr zur Ausgestaltung von Patenschaften sollen die Kommunikation über relevante Bundeswehrthemen mit den Bürgern anstoßen und die Truppe in ihren Funktionen und Aufgaben darstellen. Patenschaften vertiefen die Integration der Einheiten und Verbände in die regionale Gesellschaft und tragen zum Verständnis der Bürgerinnen und Bürger für die Belastungen aus dem Truppenalltag bei. Darüber hinaus können im Rahmen bestehender Patenschaften Freizeitmaßnahmen ergänzt und verbessert werden. Zur Ausgestaltung einer Patenschaft gibt es vielfältige Möglichkeiten, die zwischen den Beteiligten unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen ab- gestimmt werden. Zur Pflege einer Patenschaft können u. a. folgende Maßnahmen durchgeführt werden: [1.] Besichtigungsfahrten, Vorträge, Diskussionen, Seminare, kulturelle Veranstaltungen, soziale Aktivitäten und gemeinsame sportliche Wettkämpfe, [2.] Einladungen zu dienstlichen Veranstaltungen geselliger Art der Truppe (VMBl 2005 S. 155 i. d. g. F.), [3.] Teilnahme von Abordnungen der Bundeswehr an Veranstaltungen der Patengemeinde.“ Zitiert nach Deutscher Bundestag, 17. Wahlperiode, Drucksache 17/4239 vom 13. 12. 2010: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Kathrin Vogler, Jan van Aken, Christine Buchholz, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE. – Drucksache 17/3944 – Patenschaften zwischen Einheiten der Bundeswehr und Städten, Gemeinden und Landkreisen (Nachfrage zu Bundestagsdrucksache 17/2688) (Stand: 18.8.2012).
  2. Das von den Firmen Henschel und Rheinstahl-Hanomag entwickelte Kettenfahrzeug basierte auf dem „Raketenjagdpanzer 2“, der von der Bundeswehr zwischen 1967 und 1982 eingesetzt wurde. Zwischen 1978 und 1982 wurden die vorhandenen Fahrzeuge mit dem HOT-Lenkflugkörper ausgestattet; sie erhielten eine verstärkte Panzerung und wurden in „Raketenjagdpanzer Jaguar 1“ umbenannt. Rheinstahl-Hanomag und Henschel bauten 1967/68 insgesamt 316 dieser Panzerfahrzeuge.
Belege
Weiterführende Informationen
Empfohlene Zitierweise
„Panzerjägerkompanie 130 in Sontra wird der Panzergrenadierbrigade 5 unterstellt, 1. April 1993“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edb/id/4747> (Stand: 28.6.2021)
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