Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Regesten der Landgrafen von Hessen

1463 Juli 19 - 1490 September 7

Kaiser Friedrich fordert von Hessen Unterstützung gegen Ungarn

Regest-Nr. 3235

Überlieferung | Regest | Originaltext | Nachweise | Textgrundlage | Zitierweise
Überlieferung
Abschriften: Staatsarchiv Marburg, Kopiar 6, Nr. 17/1-5, Bl. 156-177.
Regesten: Demandt, Regesten Kopiare 1, S. 388 Nr. 1017.
Regest
Schreiben Kaiser Friedrichs und Maximilians von 1490 September 7 an die Landgrafen Wilhelm l. und II., daß unangesehen der Abtretung Ungarns an König Matthias durch Kaiser Friedrich nur unter Vorbehalt des Rückfalles an ihn oder einen seiner Söhne, falls Matthias ohne Leibeserben stürbe, gemäß der beigefügten Urkundenabschriften, jetzt die zu Pest bei Ofen versammelten ungarischen Magnaten in eidbrüchiger Weise, trotz der rechtmäßig vom Kaiser für seinen Sohn Maximilian beanspruchten Krone von Ungarn, den König Wladislaw von Böhmen zum König von Ungarn gewählt haben, in der Absicht, damit auch Böhmen und die zugehörigen Fürstentümer, die Eigentum des Reiches seien, dem Reich und der deutschen Nation zu entfremden. Wobei zu besorgen stehe, daß auch das Königreich Polen in diese Vereinigung gezogen werde, was Gegenmaßnahmen erfordere, wozu die Landgrafen 16 reisige Pferde stellen sollen, um zunächst gegen die das Fürstentum Österreich schwer schädigenden Böhmen und Ungarn vorgehen zu können.

Weitere Informationen

Als Anlagen sind beigefügt: Bestätigungsurkunde Papst Pius II. von 1463 November 12 in der folgende Urkunden inseriert sind:
Vertrag Kaiser Friedrichs und benannter ungarischer Prälaten, Herren und Edlen von 1463 Juli 19 betreffend die Abtretung von Forchtenstein und Kobelsdorf an König Matthias, Beibehaltung des ungarischen Königstitels durch Kaiser Friedrich, Annahme des Königs Matthias durch den Kaiser an Sohnesstatt, Friede und Bündnis zwischen den kaiserlichen Landen und Ungarn, Unterstützung von Maximilian, Hilfe für Ungarn gegen die Türken, Übergabe der ungarischen Krone an Matthias, Rückfall Ungarns an Kaiser Friedrich oder einen seiner Söhne, wenn Matthias ohne Leibeserben stirbt (2-1).
Gegenurkunde der ungarischen Stände vom gleichen Tage (2-2).
Bestätigungsurkunde des Königs Matthias von 1463 Juli 26 (2-3).
Urkunde Kaiser Friedrichs über den Vorbehalt der Gerichts- und sonstigen Rechte über die abzutretenden Schlösser Forchtenstein, Kobelsdorf, Eisenstadt, Gunns und Rechnitz von 1463 Juli 19 (2-4).
An diese päpstliche Bestätigungsurkunde mit den genannten Inserten sind noch drei weitere Urkunden angeschlossen: Anerkennungsurkunde des Königs Matthias, der ungarischen Stände und der Unterhändler über die mit dem Kaiser geschlossenen Verträge von 1464 (die Vorlage hat fälschlicherweise 1463) April 23 und April 3 (3-5).

Nachweise

Aussteller

Friedrich III., Kaiser · Maximilian I., Kaiser

Empfänger

Hessen, Landgrafen, Wilhelm I. · Hessen, Landgrafen, Wilhelm II.

Weitere Personen

Ungarn, Könige, Matthias Corvinus · Böhmen, Könige, Vladislav II. · Pius II., Papst

Weitere Orte

Ungarn · Budapest (Ungarn) · Böhmen · Polen · Österreich · Forchtenstein (Burgenland/Österreich) · Kobersdorf (Burgenland/Österreich) · Türkei · Eisenstadt (Burgenland/Österreich) · Gunns · Rechnitz (Burgenland/Österreich)

Sachbegriffe

Korrespondenz · Kaiser · Leibeserben · Rückfälle, von Land · Verwandte · Urkunden · Magnaten, ungarische · Eide · Kronen · Fürstentümer · Reiche · Königreiche · Kriege · Pferde, reisige · Lehensverpflichtungen · Päpste · Verträge · Prälate · Edle · Königstitel · Adoptionen · Frieden · Bündnisse · Türken · Stände, ungarische · Gerichtsrechte · Burgen · Schlösser · Unterhändler · Diplomatie

Textgrundlage

Stückangaben, Regest

Demandt, Regesten 2.1

Zitierweise
Landgrafen-Regesten online Nr. 3235 <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/lgr/id/3235> (Stand: 17.02.2020)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde