Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Regesten der Landgrafen von Hessen

1438 Mai 20

Eckebrecht von Ewershusen erhält Lehen zu Schlierbach

Regest-Nr. 3074

Überlieferung | Regest | Originaltext | Nachweise | Textgrundlage | Zitierweise
Überlieferung
Abschriften: Staatsarchiv Marburg, Kopiar 4, Nr. 500, Bl. 144.
Drucke: Eckhardt, Eschwege 1#eckesch1959, S. 182 f. Nr. 186.
Regesten: Demandt, Regesten Kopiare 1, S. 314 Nr. 874.
Regest
Eckebrecht von Ewershusen erhält von Landgraf Ludwig [I.] 5 Lehen zu Schlierbach, die jährlich 28 alte Groschen geben, und zwei hintenstede auf dem Kirchhof daselbst, die Ludolf von Gerterode dem Landgrafen aufgelassen hat, als Mannlehen.
Siegel des Ausstellers.
D. feria tercia post dominicam Vocem jocunditatis 1438.
[Anm. aus Eckard, Eschwege 1]: Wenn man nicht unterstellen will, dass in Schlierbach zwei völlig gleiche Lehensgruppen bestanden, muß dieses Lehn, trotz der Überschneidung in den Daten, mit demjenigen identisch sein, über das die von Eschwege 1435 April 20, 1453 August 14, 1462 April 30, 1471 März 6, 1488 Januar 31, 1515 Dezember 16 und 1568 Januar 29 Revers gaben; ursprünglich wird als Lehensobjekt was wir rechtis han czu Slirbach genannt, in den Reversen seit 1462 dagegen ihre gerechtigkeit an den guetern zu Slierbach, die man nennet Kotzels guter. Aus dem unterthänigs anhalten derer inhaber der guter des ... Schlierbachs, so nach Urbans von Eschwege todt m. gn. F. undt hern erledigt worden, dass sie bey solchen gütern möchten gelassen werden, so ihnen, jedoch umb einen hoheren zins, verwilliget worden, von 1568 August 27 (StA Marburg, 17e Ortsrep. Eschwege, Paket 10) erfahren wir Einzelheiten über den Bestand: Inhaber des Schlirbachs, ist ein geholtz: Henrich Scheffer hat daselbst bey der kirchen 3 acker landes; 2 acker wesen, ein ort geholtzes, gestreuche, weiß nit wie viele; gibt jerlichen zu erbzinße 8 alb. Und gibt der stadt Eschwege geschoß, hats versteueret mit 20 fl. - Hans Schillingk hat im schlirbache dem andern teal beneben obgedachtem Scheffern, ein gehöltze, weiß nit wie viele; gibt zu erbzinße 4 alb. und der stadt Eschwege geschoß, hats erkauft fur 50 fl. - Weiter hat der vorbenanter Hans Schillingk selbachte mit seinen geschwistern auch im Schlirbache ein geholtze, vom vatern ererbet; gibt zu erbzinse 8 hllr. und der stadt Eschwege geschoß, ist verschatzet fur 32 fl. - Volkmar Echardtt hat im Schlirbach 1 acker wesen, item ein geholtze, weiß nit wie vile, mehr einen bawhoff mit wenigen eckern; gibt zu erbzinse 2 alb., 2 hanen, hats vom vatern ererbet, und versteueret fur 20 fl. - Valtin Kangisser zusampt seinen miterben haben ein geholtze, wissen nicht wie viele ecker, ist Hengkenrodes gewesen; gibt zu erbzinse 5 alb. habens versteueret fur 20 fl., ist ihnen von ihren eltern aufererbet. - Ehr Johann Weideman hat im Schlirbach ein wiesen und landt ungefehr bey 2 ½ acker, hat er ererbet, und noch 2 ackern, so er erkauft fur 50 fl.; versteuret fur 100 fl., gibt zu zinse 5 alb. 10 hlr. - Caspar Scheffer und Cuntze Roledder von der helfte der wesen, so Hengkenrodts gewesen; gibt zu erbzinse 2 ½ alb., versteuret fur 25 fl. Das sind zusammen 28 albus, genau wie in dem Lehensrevers von 1438 Mai 20. Entgegen dem Vermerk auf der Eingabe von 1568 August 27 ist der Erbzins nicht erhöht worden; denn es heißt noch in der Eschweger Rentereirechnung von 1599 (verschollen aber durch Abschrift im von Eschwegischen Archiv zu aue inhaltlich erhalten): Einname erbzinse vom schlierbache von Urban von Eschwege lehenguthern, geben von 20 fl. 1 fl. Zu lehengelde: Hans Scheffers erben, Valtin Kannegießers witwe, Joachim Scheffer, Matthes Holtzapfel und Caspar Scheffer vom geholtze im Schlierbach 8 alb. - Hans Schilling vom gehöltze an Heinrich Scheffers erben und Melchior Greben kinder 4 alb. 8 hlr. - Hans und Claus Eckart und Cirax Ludwig vom gehöltze im Schlierbache 2 alb. - Hans Scheffers erben, Valtin Kannegießers witwe, Matthes Holtzapfel, Joachim und Caspar Scheffer vom gehöltze im Schlierbach 5 alb. - Johan Wedemans erben von der wiesen im Schlierbach 5 alb. 10 hlr. - Caspar Scheffer von der wiesen im Schlierbache 2 ½ alb. Im wesentlichen gleichlautend noch die Rentereirechnung von 1620, während die folgenden seit 1622 stark abweichen.
Originaltext
Ich Eckgebracht von Elbershusen bekenne vor mich und myn erbin uffintlich in diessem brieffe, daz der hochgebornne furst und herre her Ludewig lantgrave zu Hessen, myn liebe gnediger herre, mich belehind haidt mit funff lehin gelegen zu Slyrbach, die gebin alle jare achte und zcwenczig alde groschen, und mit zcwen huttensteden uff dem kirchobe daselbs, als die Ludolff von Gerterade vor von ime zu lehin gehabt und sinen gnaden in sime uffin brieffe uffgelassin haidt ... als manlehins recht und gewohnheid ist ...
Dieß zu urkunde so han ich myn inges(igel) herane gehangen. Datum feria tercia post dominicam Vocem jocunditatis anno domini mille(si)mo quad(ringentesi)mo XXXVIII°.

Sprache des Originaltextes

deutsch

Nachweise

Weitere Personen

Ewershusen, Eckebrecht von · Hessen, Landgrafen, Ludwig I. · Gerterode, Ludolf von

Weitere Orte

Schlierbach, Kirchhof

Sachbegriffe

Lehen · Groschen, alte · Kirchhöfe · Lehen, Auflassen von · Mannlehen · Währungen, alte Groschen

Textgrundlage

Regest

Demandt, Regesten 2.1

Stückangaben

Demandt, Regesten 2.1; Eckhard, Eschwege 1

Original

Eckhard, Eschwege 1

Zitierweise
Landgrafen-Regesten online Nr. 3074 <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/lgr/id/3074> (Stand: 20.10.2020)
 
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