Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Regesten der Landgrafen von Hessen

1286 August 17

Einigung zwischen Mainz und Hessen

Regest-Nr. 288

Überlieferung | Regest | Originaltext | Nachweise | Textgrundlage | Zitierweise
Überlieferung
Ausfertigung: Hauptstaatsarchiv München, Kaiserselekt, Nachtrag Nr. 107. Pergament. Die Siegel sind ab.
Regesten: Böhmer-Will, Regesta 2, S. 426 Nr. 22; Böhmer, Regesta VI, 1, S. 442 Nr. 2041; Regesten der Landgrafen von Hessen 1 Nachdr., S. 100 Nr. 266; Demandt, Quellen Fritzlar, S. 256 Nr. 73; UB Hofgericht 3, S. 345 Nr. 494.
Literatur: Weidemann, Landgraf Heinrich I., S. 439; Kastner, Territorialpolitik der Grafen von Kleve S. 61.
Regest
Mainz. - König Rudolf einigt den Erzbischof Heinrich von Mainz und den "illustrem principem" Heinrich, Landgrafen von Hessen, und ihre Untertanen für die Zeit vom vergangenen August 15 an auf fünf Jahre wie folgt: bei Marburg (circa Marpurch) werden von beiden Parteien Eckhard von Bicken (Byckene), Ludwig Kalb (Kalp), Graf Ludwig von Ziegenhain (Cigenhayn) und Volpert Hobeherr (de Curia), bei Fritzlar (circa Frisselariam) Eckhard von Felsberg (Felsberch), Konrad von Urf (Orfe), Wittekind von Holzheim und Konrad von Homberg (Hohinberg), ein Bürger in Fritzlar (Frislaria), bestimmt, die alle seit dem Beginne dieses oder seit dem Bestehen des erst kürzlich durch den König zwischen dem inzwischen verstorbenen Erzbischof Werner von Mainz und dem Landgrafen Heinrich bei Mainz abgeschlossenen Sühnevertrages entstandenen Streitigkeiten schlichten sollen; können sie sich nicht einigen, so müssen sie die Sache dem Edlen Philipp von Falkenstein (Valkenstein) vorlegen. Alle zwischen dem Erzbischof Werner und dem Landgrafen abgeschlossenen Verträge bleiben in Kraft. Für etwaige Ersatzwahlen von Schiedsrichtern müssen der Landgraf und der Erzbischof sorgen. Um dem Lande Hessen und seinen Nachbarn (confines) Frieden zu verschaffen, geloben die beiden Fürsten, ihre Rechte und Besitzungen in diesen Gebieten während der nächsten fünf Jahre gegenseitig zu schützen und gegen Angriffe zu verteidigen, wobei jeder aber nur verpflichtet ist, den andern mit seinen Gegnern rechtlich oder in Freundschaft zu einen.
Siegler: 1. König Rudolf, 2. Erzbischof Heinrich, 3. Landgraf Heinrich.
Datum: d. Maguntie 1286 XVI Kal. Septembris indictione XIV regni vero nostri anno XIII.
Der in der Urkunde erwähnte, durch König Rudolf zwischen Erzbischof Werner und Landgrafen Heinrich 1282 Oktober 24 zu Mainz vermittelte Friedensvertrag ist unter [Grotefend-Rosenfeld, Landgrafenregesten 1, S. 91/92] Nr. 243 verzeichnet.
Nachweise

Weitere Personen

Rudolf von Habsburg, König · Hessen, Landgrafen, Heinrich I. · Mainz, Erzbischöfe, Heinrich II. · Bicken, Eckhard [I.] von · Kalb, Ludwig · Ziegenhain, Grafen, Ludwig II. · Hobeherr, Volpert · Felsberg, Eckhard [I.] von · Urff, Konrad [I.] von · Holzheim, Wittekind von · Homberg, Konrad von · Mainz, Erzbischöfe, Werner von Eppstein · Falkenstein, Philipp [I.] von

Weitere Orte

Mainz · Mainz, Erzbischöfe · Marburg · Ziegenhain, Grafen · Fritzlar · Fritzlar, Bürger

Sachbegriffe

Könige · Erzbischöfe · Streitigkeiten · Schlichtungen · Bürger · Sühneverträge · Grafen · Schiedsrichter · Bündnisse · Nichtangriffspakte

Textgrundlage

Stückangaben, Regest

Grotefend-Rosenfeld, Landgrafenregesten 1

Zitierweise
Landgrafen-Regesten online Nr. 288 <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/lgr/id/288> (Stand: 21.01.2021)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde